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Spielercheck

Der Kilometerfresser

Sturm zeigte gestern gegen eine dezimierte Admira eine ansehnliche Leistung. Schnörkellos und direkt spielten sich die Schwarz-Weißen vor das gegnerische Tor. Lauffreudig, sprintstark und passpräzise präsentierte sich dabei vor allem einer.

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Der SK Sturm erlebte gestern wenig Gegenwehr von Seiten der Admira-Spieler. Nach dem Ausschluss von Rene Schicker hatte Sturm ungewohnt viele Räume zum Kombinieren und spielte dementsprechend auch viele Chancen heraus. Diese wurden bis auf zwei Treffer in Halbzeit eins nicht verwertet. Die Admira machte es Sturm am gestrigen Abend relativ leicht, manche Spieler nahmen die Partie aber gegen Ende auch auf die leichte Schulter. Ein Duo arbeitete aber über 90 Minuten mit hundert Prozent. Der eine hatte das Mittelfeld im Griff, der andere sorgte auf der rechten Seite für Betrieb und bereitete gleich beide Treffer vor. Zweiterer ist auch unser Blacky of the Match.

Spielercheck: Note 4

Thorsten Schick
Auf und ab, auf und ab. Thorsten Schick lief am gestrigen Abend in der Südstadt wie aufgezogen. Gemeinsam mit seinem Kollegen Martin Ehrenreich machte er den rechten Flügel vorne unsicher und hinten sicher. Von Anfang bis zum Ende des Spiels gingen die meisten Angriffe über seine rechte Seite, auch als das Spiel im Grunde schon entschieden war, arbeitete der Ex-Admiraner immer noch mit hundert Prozent und ließ sich nie auf Spielchen ein. Neun Flanken, mehr als Martin Ehrenreich, Christian Klem und Andreas Gruber zusammen, sprechen für sich. Noch mehr tun das die eineinhalb oder zwei Assists. Den Eckball vor Simon Piesingers Tor wird ihm sicher niemand absprechen, bei Marco Djuricins Führungstor könnte man allerdings auch Christoph Schösswendter, der Schicks Pass ungeschickt abwehrte, den Assist zuschreiben. So oder so, der Titel Blacky of the Match ist heute definitiv verdient.

Daniel Offenbacher
Sechs, Acht, Zehn. All diese Positionen füllte Daniel Offenbacher gestern aus. Bereits vor der verletzungsbedingten Auswechslung von Anel Hadzic war die Nummer 20 gestern das Um und Auf im Mittelfeld. Kaum ein Spielzug hatte nicht seine Füße als Station, auch der erste Treffer der Blackies wurde von ihm eingeleitet. Sowohl das Antreiben als auch oft das Abschließen übernahm Offenbacher. Zweiteres allerdings ohne Erfolg. Seine zahlreichen Schüsse wurden fast durch die Bank geblockt. 84 Pässe bei einer Passquote von 90 Prozent sind beeindruckend. Noch beeindruckender ist eine Passquote von 88 Prozent in der gegnerischen Hälfte. Etwas relativieren muss man diese Zahlen dann aber doch, denn die Admira übte im Mittelfeld nach dem Ausschluss von Rene Schicker nur noch wenig Druck auf den Ballführenden aus. Dass Offenbacher das Mittelfeld stark im Griff hatte, steht aber außer Frage.

Spielercheck: Note 3,5

Lukas Spendlhofer
Die meisten Pässe im Spiel spielte allerdings nicht Daniel Offenbacher, sondern Lukas Spendlhofer. Er spielte gestern ganze 90 Pässe und holte das Spiel oft schnell aus der eigenen Defensive. Die meisten seiner Pässe waren Teil des oft ruhigen Spielaufbaus von hinten heraus. Ruhig war es hinten allgemein, denn die Admira kam oft gar nicht bis zur Innenverteidigung der Grazer durch. Wenn es dann doch ein Spieler so weit geschafft hat, hatten Lukas Spendlhofer und Michael Madl aber meist leichtes Spiel. Die Spieler der Admira kamen zwar sieben Mal zum Abschluss, allerdings kein einziges Mal innerhalb des Sechzehners.

Michael Madl
Für ihn gilt, wie fast immer, das gleiche wie für Lukas Spendlhofer. Sie haben hinten alles sauber gehalten und das Spiel oft gut eröffnet. Michael Madl bot gestern eine im Grunde fehlerfreie Leistung, der Druck auf ihn von Seiten der Gegenspieler hielt sich dabei aber in Grenzen. Offensiv konnte er bei einem Standard in der zweiten Halbzeit mitmischen, ansonsten blieb der kopfballstarke Innenverteidiger gestern im gegnerischen Strafraum ungefährlich.

Marco Djuricin
Die Solospitze des SK Sturm hat gestern seine Pflicht erfüllt und einen Treffer erzielt. Bereits zuvor hat er mit einem grandiosen Heber auf Marko Stankovic eine Riesenchance vorbereitet. In der zweiten Halbzeit wollte Djuricin unbedingt noch einmal sein Torkonto aufbessern, scheiterte aber. Oft zeigte er sich auch zu eigensinnig, beispielsweise, als er auf den völlig freien Andreas Gruber abspielen hätte können, sich aber stattdessen entschied ins Eins-Gegen-Eins mit Jörg Siebenhandl zu gehen. Alles in allem jedoch eine ordentliche Leistung.

Simon Piesinger
Der großgewachsene Linzer machte gestern seine bisher beste Partie im Sturmdress. Nicht nur sein erstes Kopfballtor, das ohnehin eine Frage der Zeit war, sondern auch seine sonstige Leistung war schwer in Ordnung. Den vielen Platz, den der Gegner bot, nutzte Piesinger gut aus, verteilte ruhig und klug die Bälle und leitete einige Chancen ein. Bleibt zu hoffen, dass er diese Leistung auch in knapperen, schwierigeren Spielen bestätigen kann.

Andreas Gruber
Der 19-Jährige ersetzte gestern den kranken Daniel Beichler und machte seine Sache sehr gut. Gruber arbeitete viel und sorgte mit gutem Lauf- und Stellungsspiel immer wieder für Gefahr. Dennoch merkt man ihm das ein oder andere Mal an, dass ihm noch ein wenig Spielpraxis auf diesem Niveau fehlt und er auch noch einige körperliche Defizite hat. Ein Versprechen für die Zukunft gab er aber auf jeden Fall ab.

Martin Ehrenreich
Der rechte Verteidiger bildete gestern mit Thorsten Schick ein nahezu unaufhaltsames Duo. Extrem auffällig war Ehrenreich vor allem in Halbzeit eins, wo er sehr oft seine Schnelligkeit genutzt hat und bis an die Grundlinie durchgegangen ist. In der zweiten Hälfte hielt sich Ehrenreich dann eher zurück und sicherte eher hinter Thorsten Schick ab. Die immerwährende Diskussion um die Besetzung rechts hinten sollte nach den letzten Partien fürs erste ad acta gelegt sein.

Spielercheck: Note 3

Christian Klem
Der linke Verteidiger lieferte gestern eine relativ unauffällige Leistung ab. Einigen guten Defensivaktionen steht ein furchtbarer Fehlpass in der Anfangsphase gegenüber. Offensiv war Klem vor allem in der ersten Halbzeit kaum zu sehen. Sturmläufe wie sein Gegenüber Martin Ehrenreich zeigte der Linksverteidiger nicht es nicht, dafür aber ein solides Kurzpassspiel.

Christian Gratzei
Die Nummer eins des SK Sturm konnte einem gestern fast leid tun. Christian Gratzei hatte gestern einen sehr ruhigen Arbeitstag und hatte hauptsächlich gegen die Kälte zu kämpfen. Im Einsatz war er bei Abstößen, Rückpässen und einigen ungenauen Steilpässen der Admiraner. Zu einer Parade musste Gratzei in 90 Minuten nur ein einziges Mal ansetzen. Mehr als die Durchschnittsnote kann man ihm nach diesem Spiel ohne nennenswerte Aktion leider nicht geben.

Spielercheck: Note 2,5

Marko Stankovic
Der Zehner nahm die Partie gestern etwas zu locker. Den Lattenköpfler nach rund zehn Minuten kann man ihm natürlich nicht vorwerfen, sehr wohl aber zahlreiche unnötige Ballverluste in Halbzeit zwei. Als Sturm komfortabel in Führung lag, verlegte sich Stankovic weniger auf zielgerichtetes Offensivspiel, sondern mehr auf Versuche zu glänzen. Die meisten Zuckerlpässe, Fersler, Solos und sonstigen Schmankerl scheiterten schon beim Versuch. Je älter das Spiel, desto weniger Konstruktives kam. Angesichts des Spielverlaufes entstand nicht wirklich ein Schaden, ärgerlich ist es aber trotzdem.

Zu kurz eingesetzt: Anel Hadzic (verletzt), David Schloffer (spritzig), Josip Tadic (bemüht)

Ein Spielercheck von  Adrian Engel und Matthias Strohmeier

Anmerkungen
Die Leistung der Sturm-Spieler wird anhand von Bällen bewertet. Die höchste Bewertung sind dabei fünf Bälle, die niedrigste Bewertung ist ein Ball. Eine durchschnittliche Leistung ist mit drei Bällen gleichzusetzen, die auch den Ausgangs- bzw. Basiswert darstellen. Das Ergebnis ergibt sich dabei aus der gemeinsamen Diskussion der Sturm12.at-Redakteure, bleibt aber letztlich subjektiv.