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SturmEcho #341

Schwarz-weiße Stürmeridole

In der aktuellen Ausgabe des SturmEcho stehen die Stürmer im Mittelpunkt. Titelthema ist Marco Djuricin, zudem kommen etliche legendäre Ex-Angreifer vor. Einer davon ist Sturms Kurzzeit-Bomber Sergey Yuran, dessen Geschichte es als Leseprobe auf Sturm12.at gibt.

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Zehn von 24 Sturm-Treffern gehen auf sein Konto, das aktuelle SturmEcho widmet ihm die Titelgeschichte: Marco Djuricin. Doch neben dem derzeitigen Torjäger behandelt Heft #341 auch andere unvergessliche schwarz-weiße Torjäger abseits der Kultfiguren Mario Haas und Gernot Jurtin.

Für die aktuelle Ausgaben haben die Kollegen wieder die Diktiergeräte gezückt. Gespräche mit Franco Foda, Ernst Wustinger sowie Bianca Winkler finden sich genauso wie Porträts von Innenverteidiger Lukas Spendlhofer und den Sturm-Mädchen. Zudem gibt es, neben den bewährten ständigen Inhalten, auch eine Reportage über Mario Haas, der den Schlager gegen Rapid von der Nordtribüne aus verfolgte.

In voller Länge für die Leser von Sturm12.at wurde uns eine Geschichte über einen alten Bekannten zur Verfügung gestellt: Sergey Yuran. Der russische Stürmer, der sich im Spiel gegen den LASK das Stirnbein brach und in der Folge seine Karriere beenden musste, sprach mit Walter Kowatsch-Schwarz über Zukunftspläne und wie es ihm heute geht.

Wandervogel ohne Kopfschmerzen
Als sich Sergey Yuran im Spiel gegen den LASK das Stirnbein brach, stockte nicht nur Fußball-Graz der Atem. Die Folge waren eine OP, Kopfschmerzen und das Karriereende. Wie es dem Wunderstürmer heute geht.

Den 17. November 2000 wird Sergey Yuran nie vergessen. An diesem Tag spielte der SK Sturm in Liebenau gegen den LASK. Die Stadionuhr zeigt die 50. Minute, als der russische Vollblut-Stürmer zu einem Kopfballduell mit LASK-Verteidiger Hannes Jochum hochsteigt. Danach ist nur noch Schmerz. Blutüberströmt knallt Yuran zu Boden, sein Stirnbein ist gebrochen – und seine Kicker-Karriere am Schlusspunkt angelangt. „An Fußballspielen ist nicht mehr zu denken“, sagte Yuran zwei Jahre nach diesem schicksalshaften Zweikampf. „Drei, vier Jahre hätte ich schon noch gerne als Profi gespielt.“ Das war ihm nicht mehr vergönnt. Ständig musste er Medikamente schlucken, um die Schmerzen in seinem Kopf zu bekämpfen. Mittlerweile geht es ihm besser. Er lebt in Moskau, ist kerngesund. Bis zu diesem Punkt war es ein weiter Weg – und zwar zeitlich wie geografisch.

SturmEcho-Archiv
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Wandervogel
Nach dem Ende seiner aktiven Karriere widmete sich Yuran der Jugend von Spartak Moskau, leitete die Akademie und übernahm 2003 für kurze Zeit die Kampfmannschaft. Sein Partner auf der Trainerbank ist für alle Sturm-Fans ein alter Bekannter: Andrej Tschernischow. Die Wandervogel-Mentalität, die ihn schon als Spieler ausgezeichnet hatte, behielt Yuran auch als Trainer bei. In den Folgejahren verschlug es ihn nach Lettland und Estland, wo er mit dem FC TVMK Tallinn den Meistertitel holte. 2007 kehrte er in seine russische Heimat zurück. Er wurde Trainer von Shinnik Jaroslawl und schaffte mit dem Klub den Aufstieg in die höchste Spielklasse. In der Folge war Yuran für kurze Zeit beim Moskauer Erstligisten FC Chimki engagiert; ab 2009 arbeitete er für den kasachischen Klub Lokomotive Astana und erreichte den Vizemeistertitel. Nach einer schöpferischen Pause übernahm er in der Saison 2011/12 den aserbaidschanischen Klub Simurq Zaqatala und danach den FK Sibir aus Nowosibirsk – eine Stadt, die 4.000 Kilometert östlich von Moskau liegt.

TV-Experte
Seitdem ist der 45-Jährige ohne Verein, aber nicht ohne Beschäftigung. Derzeit arbeitet Yuran als Fußballexperte und Analytiker für das russische Fernsehen und diverse Medien. Daneben steht er seinen beiden Söhnen mit Rat und Tat zur Seite. Beide spielen im Nachwuchs von CSKA Moskau, Artem kickt aktuell für die U19. Kommen die Yuran-Sprösslinge nach ihrem Vater, liegt eine erfolgreiche Karriere vor ihnen.

Für Sturm machte Yuran zwar „nur“ 37 Spiele, in Graz hat er aber noch immer Heldenstatus. Gründe dafür sind u. a. seine Auftritte in der erfolgreichen Champions League-Saison 2000/01, in der ihm drei Treffer gelangen. Jener gegen die Glasgow Rangers verdiente sich das Prädikat „Weltklasse“. Die Zuneigung beruht auf Gegenseitigkeit. Auch Yuran denkt gern an seine Zeit in Graz zurück. „Es war eine wunderbare Zeit bei Sturm. Besonders gut erinnere ich mich an die CL-Spiele“, sagt der Russe heute. Auch in die Stadt selbst hat er sich verliebt: „Ich bin des Öfteren in Wien, in nächster Zeit werde ich auch hundertprozentig nach Graz kommen. Die Stadt ist schön und ruhig, meine Frau hat sich hier besonders wohl gefühlt.“ Für wann genau die Rückkehr an die alte Wirkungsstätte geplant ist, lässt Yuran offen. Sein Besuch könnte jedenfalls nicht nur touristischer Natur sein, denn: „Ich würde gerne einmal als Cheftrainer bei Sturm arbeiten.“ Man wird sehen.

Text: Walter Kowatsch-Schwarz.

Dieser Beitrag ist aus der Serie „Was wurde aus..?“: und entstammt der aktuellen Ausgabe des SturmEcho, erhältlich im Sturm-Fanshop in Liebenau sowie im Trainingszentrum Messendorf. Nachfolgend gibt es einen Überblick der gesammelten Inhalte im aktuellen Heft. 

Weitere Inhalte der neuen SturmEcho-Ausgabe (#341/Winter 2014/15):

SturmEcho

VORSPIEL

Nachrichten
Der literarische Schnappschuss von Clemens Maria Schreiner

DIE PROFIS

Marco Djuricin im Interview
Seitenwechsel – Kolumne
Lukas Spendlhofer im Porträt
Franco Foda im Interview
Der Problembehr – Kolumne

SPORTKLUB STURM

Bianca Winkler im Interview
Vorstandsetage – Kolumne
Ernst Wustinger im Interview
Mitglieder-Infoabend
Sponsorlounge: Jakob Schlögl
Schwarze Szene

STURM UND DRANG+

Sturm-Mädchen im Porträt

FANKURVE

Fanshop Girardigasse
Neu im Shop
Beim Wort genommen – Kolumne
Mitgliedergeburtstage
Mit Mario Haas auf der “Nord”
Fankurve – Kolumne

RÜCKPASS

80 Jahre Gruabn-Holztribüne
Protokoll: Militärmusik
Die großen Elf: Legendäre Stürmer
Schwarz-weiße Familienchronik
Was wurde aus Sergey Yuran?
Seitenblicke: SturmEcho #144
Spielplan