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Herbstanalyse - die Stürmer

Ein Solo an der Spitze

It’s lonely at the top. Marco Djuricin spielt im 4-2-3-1-System die Solospitze und ist dabei auch alleine. Denn Konkurrenz hat der Neuner keine. Josip Tadic konnte noch kein Tor erzielen und sich daher keineswegs behaupten, Marko Stankovic spielt dahinter.

Heiß ist anders. Was in der Herbstsaison auf den Flügeln passierte, ist an vorderster Front nicht der Fall. Es gibt bei Sturm keinen heißen Kampf ums Leiberl im Sturm. Neben Fixstarter Marco Djuricin kam der zweite nominelle Stürmer im Kader, Josip Tadic, zu wenigen Last-Minute-Einsätzen. Offensivzentrumspieler Marko Stankovic ist ebenfalls in dieser Analyse als “Stürmer” kategorisiert. Er war am Anfang der Saison auf dem Flügel gesetzt, wurde dann aber von Foda im 4-2-3-1-System in die Mitte gestellt. Daniel Beichler, der dann auf die Seite ausweichen musste und vereinzelt stürmte, saß gegen Ende der Herbstsaison nur mehr auf der Bank. Djuricin und Stankovic standen hingegen in 19 der 22 Pflichtspiele auf dem Feld und zählen somit zu den absoluten Stammspielern.

Marco Djuricin: 21 Einsätze

Die Nummer 9 der Schwarz-Weißen Herbstsaison hat eine besondere Herbstsaison gespielt. Die Stoßspitze spielte immer von Beginn an – einzig in der 13. Runde gegen Rapid aufgrund einer Gelbsperre nicht – und avancierte von Beginn an zum Torgaranten im Kader der Grazer. Schnell verpasste ihm die mediale Öffentlichkeit den Titel der “Lebensversicherung”, denn insbesondere in der Milanic-Ära rettete Djuricin der Mannschaft mit Treffern so manchen Punkt. Elfmal traf Djuricin in der Liga und sechsmal in den drei ÖFB-Cup-Spielen. Hinzu kommen noch vier Assists in der Bundesliga sowie zwei Assists im Cup. Der Vollblutstürmer kommt somit auf insgesamt 23 Scorerpunkte und ist damit vereinsintern die unangefochtete Nummer eins – auf dem weit entfernten zweiten Platz steht Thorsten Schick mit sieben Punkten. Djuricin führt außerdem die  Blacky of the Match-Wertung an. Sechsmal wurde er von der Sturm12.at-Redaktion zum besten Sturm-Spieler des Spiels gewählt. Der 22-Jährige bestach vor allem durch seine Spielintelligenz und seinen in manchen Situationen auch intuitiv ausgelegten Spielstil. Seine klug getimten und daher schwer zu verteidigenden Sprints in die Tiefe machen Djuricin so erfolgreich – zusätzlich verwertet er seine Chancen meist abgebrüht. Zwar lautet ein Vorwurf an sein Abschlussverhalten des Öfteren, er sei zu eigensinnig, doch Stürmer wollen nun mal Tore schießen. Durch diesen Torwillen erarbeiten sie sich manche Chancen mehr als andere Spieler. Einzig die ein oder andere Chance zu viel lässt Djuricin in manchen Spielen liegen. Mit seiner Leistung in der Hindrunde hat Djuricin massiv auf sich aufmerksam gemacht und Begehrlichkeiten geweckt. Damir Canadi sprach nach dem letzten Aufeinandertreffen über Djuricin von einem der größten Talente des österreichischen Fußballs. Gerüchte ob eines Wechsels im Winter kursieren bereits.

 

Herbst-Statistik          S   St  E  A   Min  T  V GK RK
Bundesliga               18   18  0  3  1602  11  4  6  0
ÖFB-Cup                   3    3  0  0   270   6  2  0  0
Herbst GESAMT            21   21  0  3  1872  17  6  6  0

Marko Stankovic: 21 Einsätze

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Marko Stankovic lief in der ersten Saisonhälfte – insbesondere unter Darko Milanic – am Flügel auf. Gegen Ende rückte der Zehner dann ins Zentrum. Dreimal traf Stankovic dabei ins Tor und einmal bereitet er einen Treffer vor. Eine ausbaufähige Bilanz für einen Offensivspieler mit Passgeberrolle. Wie wichtig er dort sein kann, zeigte Stankovic in der 7. Runde. Als Gestalter im Angriffsspiel war er wesentlich dafür verantwortlich, dass Sturm 3:2 beim Meister in Salzburg siegte – unter anderem, indem er zwei Tore schoss. Was dem “Spielmacher” nach einer grundsoliden Hinrunde vorzuwerfen ist: Dass er nicht öfters hervorstach, nicht öfter solche herausragenden Leistungen zeigte, sondern oftmals nur zögerlich wirkte. Der 28-Jährige ließ in fast jedem Spiel seine Kreativität und seinen Spielwitz aufblitzen – agierte dabei jedoch häufig unkonzentriert und ineffizient. Positives Fazit für die Rückrunde: Da geht noch mehr.

Herbst-Statistik          S   St  E   A   Min  T  V GK RK
Bundesliga               18   18  0  13  1426  3  1  6  0
ÖFB-Cup                   3    2  0   1   195  0  0  0  0
Herbst GESAMT            21   20  0  14  1621  3  1  6  0

Josip Tadic: 12 Einsätze

Josip Tadic stand in dieser Saison zwölfmal für Sturm auf den Platz. Eine Statistik, die nur dadurch überrascht, dass es nicht weniger Einsätze waren. Denn aufgefallen ist der “Joker” nur äußerst selten. Im Spiel gegen Rapid in der 13. Runde kam er nach der Pause ins Spiel und hatte die Chance auf den Anschlusstreffer. Ansonsten bekam Tadic meist weniger Einsatzminuten (186 Minuten in der Liga) und konnte sich dabei kaum in Szene setzen. Der zweite nominelle Stürmer im Kader konnte noch keinen Treffer erzielen – eine vernichtende Statistik. Tadic wirkt in seinen Aktionen überhastet, verunsichtert und phasenweise auch überfordert. Die mangelnde Spielpraxis ist ihm anzuerkennen. Und dennoch: Mit Szenen wie jener gegen Rapid, als er sich sauber frei lief und alleine vor dem Tor stand, konnte er schon Qualität erkennen lassen. Ob es für den Transferflop jedoch für mehr Einsatzzeit in der Rückrunde reichen wird, darf bezweifelt werden. Ebenso fraglich ist bei welchem Klub.
Herbst-Statistik          S   St   E  A  Min  T  V GK RK
Bundesliga               11    0  11  0  186  0  0  0  0
ÖFB-Cup                   1    1   1  0   26  0  0  0  0
Herbst GESAMT            12    1  12  0  212  0  0  0  0
Legende
St … Startformation
E … Eingewechselt
A … Ausgewechselt
Min … Spielminuten
T … Tore
V … Torvorlagen
GK … Gelbe Karten
RK … Rote Karten