© Sturm12.at
© Sturm12.at

Sturmologe Spezial

Sturm12.at geht, die Statistik bleibt

Mit dem Ende von Sturm12.at tritt auch der Sturmologe seinen wohlverdienten Ruhestand an. Noch einmal lässt er die größten Highlights Revue passieren, schreibt von Helmut Senekowitsch, legendäre Wetterschlachten, weite Reisen und schöne wie traurige Statistik-Geschichten.

Mit Silvester geht nicht nur das Jahr 2014 zu Ende, sondern auch ein Sturm12.at-Format, das Tradition hat. Ein allerletztes Mal blickt der Sturmologe auf den Sportklub Sturm, die Österreichische Bundesliga und jede Menge an Statistiken. Einen abschließenden Blick wirft er auch auf die Historie des Mediums selbst.  Zuvor aber wird der Sturm12.at-Statistiker noch ein paar Zeilen einer Herbstsaison von Sturm Graz widmen.

Herbstsaison 2014

Noch einmal gibt es einen Blick auf die vergangenen 19 Runden der Bundesliga und die drei ÖFB-Cup-Runden, die es zu absolvieren galt, bevor man sang und klanglos gegen Rapid Wien ausschied. Zwei besondere Größen der Sturm-Historie haben die Sturm-Familie im Laufe der Herbstsaison verlassen: Helmut L- Kronjäger, einstiger Sturm Graz-Spieler, ehemaliges Mitglied im Trainerstab von Ivica Osim, Ex-Sportdirektor des Steirischen Fußballverbandes und Trainer der SV Ried, verlor seinen langwierigen Kampf gegen den Lymphknotenkrebs. Er war der erste Trainer, der mit den Riedern im Jahr 2001 auf Grazer Boden gewinnen konnte. Da staunte selbst ein zum damaligen Zeitpunkt bereits dreifach Champions League erprobter Ivica Osim. Zudem trauert die Sturm-Familie um Blackys-Urgestein Otto Mühlbauer. Der ehemalige Stürmer, der in 150 Spielen 61 Tore für die Schwarz-Weißen erzielte und zudem auch als Jugendleiter und Trainer tätig war, verstarb im Dezember im Alter von 90 Jahren.

Bundesliga

– Zum vierten Mal in Folge gelang es den Blackys nicht, den Bundesliga-Auftakt zu gewinnen.

– Nachdem zumindest jeder Kaderspieler ein Spiel in dieser Saison aufgrund Verletzungen oder Sperren versäumt hat, gibt es keinen Spieler, der alle 36 Saison-Partien absolvieren wird.

– In Runde zehn erzielte Daniel Beichler gegen den SCR Altach ein Tor nach exakt 19:09 Minuten.

– Kein einziger Sturm-Spieler stand über die volle Distanz von 19 Spielen am Spielfeld. Michael Madl, Christian Klem, Marco Djuricin und Marko Stankovic schafften es auf jeweils 18 Einsätze.

© SturmTifo.com
© SturmTifo.com

– Mit 16 Jahren, 4 Monaten und 20 Tagen bei seinem ersten Einsatz am 17. August im Heimspiel gegen die Wiener Austria ist Sandi Lovric der jüngste Spieler, der jemals für Sturm Graz in einem Pflichtspiel zum Einsatz kam.

Anel Hadzic ist jener Spieler, der mit zehn gelben Karten die meisten Verwarnungen aller Bundesliga-Spieler bekam. Aber auch Rieds Harald Pichler hält bei satten zehn Stück.

Marco Djuricin ist der Topscorer bei Sturm Graz. Bei 18 Einsätzen erzielte er elf Treffer und liegt somit auch auf Platz drei der Torschützenwertung in der Bundesliga. Djuricin ist auch der beste aus Österreich stammende Stürmer der Liga.

– Anel Hadzic und Thorsten Schick lieferten jeweils fünf Assists im laufenden Bewerb.

– Von so einer Distanz hat wohl noch niemand getroffen: Gegen den WAC traf Daniel Offenbacher aus sage und schreibe 62 Metern Entfernung in das Tor von Alexander Kofler.

– Den ersten Treffer der Partie besorge allerdings Thorsten Schick. Insgesamt lagen beide Tore somit exakt 88 Minuten auseinander.

– In der aktuellen Saison absolvierte Franco Foda in seiner nunmehr dritten Ära bei Sturm sein 300. Spiel auf der Trainerbank der Blackys.

– Eine starke Auswärts-Bilanz lieferten die Grazer bislang. Insgesamt war man sieben Auswärtsspiele in Folge ungeschlagen, vier davon unter Franco Foda.

– Die bösen Buben aus Graz: Mit insgesamt 65 Karten (63 in gelb, zwei in gelb-rot) führen die Blackys die Kartenstatistik der Bundesliga klar an.

– In Runde 16 hat man mit einer Niederlage sogar einen Platz gewonnen, da Rapid in derselben Runde eine höhere Niederlage als der SK Sturm kassierte und somit die schlechtere Tordifferenz hatte.

– Mit einer Tordifferenz von 27:23 und 28 Punkten überwintert der SK Sturm auf Platz fünf der Tabelle. Noch im Vorjahr reichte ein Punkt mehr am Ende der Saison für Wacker Innsbruck nicht, um dem Abstieg zu entgehen.

– Im Schnitt erzielten die Blackys 1,42 Tore pro Spiel. Im Vergleich zu 288 Toren in 95 Bundesliga-Partien erscheinen 27 von Sturm Graz allerdings relativ wenig. Allerdings haben die Grazer mit 23 Gegentreffern dafür die zweitbeste Verteidigung der Liga.

– Die meisten Gegentore, elf an der Zahl, erhielten die Grazer in den 15 Minuten vor bzw. nach der Halbzeit. Die Aufzeichnung der letzten 15 Jahre aber belegt, dass die Schwarz-Weißen die meisten ihrer Gegentreffer in der Schlussviertelstunde erhalten. Insgesamt waren es 162 seit der Saison 1999/2000.

– Während Darko Milanic in neun Spielen mit seinem Team elf Punkte ergatterte, erreichte Franco Foda nach seiner Rückkehr in ebenso vielen Spielen sechzehn Punkte.

– Im Schnitt besuchten bislang 9.060 Zuseher die Heimspiele des SK Sturm. Ausverkauft war man seit dem letzten Spiel in der Meistersaison nie.

ÖFB-Cup

– Marco Djuricin erzielte in drei Cup-Partien satte sechs Treffer, jeweils drei gegen den SC Schwaz und Austria Salzburg.

– Erstmals seit der legendären Champions League-Saison 2000/01 stand beim Spiel gegen den SC Schwarz wieder ein Russe in der Startelf von Sturm Graz. Nachdem Ramiz Mamedow und Sergey Yuran (in der Ukraine geboren, diese gehörte 1969 allerdings noch zur Sowjetunion) im europäischen Geschäft groß aufspielten, wurde im Sommer Naim Sharifi verpflichtet, der an diesem Tiroler Sommertag zum ersten Mal in einem Pflichtspiel ran durfte.

– Nach dieser Cup-Saison hält der SK Sturm nun bei insgesamt 133 Siegen und 51 Niederlagen in der ÖFB-Cup-Historie.16 Mal stand es nach 90 Minuten noch Unentschieden. Vor allem aufgrund zahlreicher Kantersiege steht in der bisherigen Bilanz eine Tordifferenz 475:248 zu Buche.

– Während in Österreich bereits der Cup-Bewerb ausgetragen wurde, lief in Brasilien noch die Fußball-WM. Anel Hadzic war der erste Sturm-Spieler bei einer WM seit dem Jahr 1998 als mit Ivica Vastic, Mario Haas, Hannes Reinmayr, Roman Mählich und Markus Schopp fünf Sturm-Kicker im Kader der Nationalmannschaft Österreichs standen.

– Nach zwei hohen Siegen folgte die Ernüchterung im Ernst-Happel-Stadion gegen Rapid. Seit der Wiedereinführung des ÖFB-Cups in der Saison 1958/59 gab es fünf Aufeinandertreffen mit den Grün-Weißen. Im Jahr 1962 scheiterte man ebenfalls im Achtelfinale an den Wienern, 2:1 lautete der Endstand in Wien. Und neun Jahre später gab erneut im Achtelfinale ein bitteres Aus für die Blackys. Mit 6:1 wurde man in Wien vor nur 3.000 Zusehern vom Platz gefegt, den Ehrentreffer besorgte der Däne Kurt Stendal. Nichts zu holen gab es auch 1983 aus dem Hanappi-Stadion. Sturm ging durch einen Bozo-Bakota-Elfmeter in Führung, Rapid drehte die Partie in ein 3:1 und die Blackys kämpften sich durch Tore von Gernot Jurtin und Rudolf Schauss noch in die Verlängerung. Rapid gelang es aber, noch zwei Tore zu erzielen, ein gewisser Johann Krankl besorgte in Minute 111 den 5:3-Endstand. Auch Anlauf vier, im Viertelfinale der Cup-Saison 2000/01 brachte den Schwarz-Weißen kein Glück. Nach einem 2:2 vergaben Markus Schupp und Gilbert Prilasnig im Elfmeterschießen und der Sieger hieß erneut Rapid.

Sturm12.at

– Wir schrieben den 13. Februar 2009 als der erste Artikel von Sturm12.at, verfasst von Julia Wendl, online geht. Seitdem sind exakt 2143 Tage vergangen (Stand: 27. Dezember 2014). Seither wurden exakt 5.423 Artikel verfasst und 1.093 Kurzmeldungen veröffentlicht.

– Exakt 52 Teammitglieder hatte Sturm12.at in fast sechs Jahren zu verzeichnen. Darunter befanden sich nicht nur Redakteure, sondern auch Fotografen, Grafiker und Technikgurus. Zuletzt waren 26 ehrenamtliche Mitarbeiter für Sturm12.at tätig.

© SturmTifo.com
© SturmTifo.com

– Weit herumgekommen sind die Redakteure von Sturm12.at. Und das nicht nur zwischen Altach und Mattersburg, Klagenfurt und Ried. Insgesamt berichtete man – passend zum Namen des Mediums – aus zwölf Ländern. So gab es von legendären Besuchen bei einer alten Dame in Turin oder einem Mäzen in Charkiw zu erzählen, Geysire und heiße Quellen in Island wurden besucht, in Moskau bei Eiseskälte gefroren. In Griechenland bestieg man zweimal die Akropolis, mit Weißrussland besuchte man “die letzte Diktatur Europas”, während man noch im selben Jahr die Hauptstadt der EU in Belgien sehen durfte. Zudem besuchte man in zwei aufeinanderfolgenden Jahren die Heimat zwei georgischer Ex-Sturm-Spieler, mehrmals gastierte man in der Türkei, ob Trainingslager oder Europa League, es wurde wenig gescheut, um vom Sportklub Sturm zu berichten. So wohnte man auch einem Blitzturnier in Deutschland bei. Weitere Reisen im internationalen Geschäft führten in die Heimatländer von Samir Muratovic oder Nikola Vujadinovic. Aber auch den ehemaligen Ostblockstaaten Ungarn und Rumänien durfte man während erfolgreicher Europa League-Jahre einen Besuch abstatten.

– Seit der Gründung von Sturm12.at wechselte Sturm insgesamt sechsmal den Trainer. Auf die Ära Foda II folge Thomas Kristl, danach mit Peter Hyballa der nächste Deutsche. Nach einem kurzen Intermezzo durch Markus Schopp wurde Ex-Blacky Darko Milanic zum Sturm-Trainer erkoren, nach dessen Abgang zu Leeds United wiederum durfte Günther Neukirchner für zwei Spiele auf der Trainerbank nachfolgen, ehe Franco Foda zum dritten Mal als Chefcoach verpflichtet wurde.

– Aber auch die Präsidenten wechselten einander ab. Feierte 2010 noch Hans Rinner als Sturm-Präsident den vierten Cup-Titel der Vereinshistorie, so war es ein Jahr später bereits Gerald Stockenhuber, der die Meisterschale stemmen dürfte. Dieser wiederum wurde bereits ein Jahr darauf von Christian Jauk beerbt.

– Seit der Gründung von Sturm12.at gab es nur einen einzigen Spieler, der im Zeitraum von Februar 2009 bis Dezember 2014 immer im Kader stand und zudem auch in diesen fünf Jahren pro Saison für zumindest ein Spiel eingesetzt wurde: Christian Gratzei.

Sturmologen-Highlights

– Nach 163 Ausgaben des Sturmologen ist nun Schluss. Den Rekord an den Statistik-Artikeln hält Benjamin Sikora mit insgesamt 106 verfassten Ausgaben.Der aktuelle Autor, Patrick Weißenbacher, verfasste bis zum heutigen Tag 46 Sturmologen. Jan Michael Marchart brachte es auf auf neun Stück, Christopher Houben immerhin auf zwei. Abschließend sei ein Blick auf die schönsten Statistiken und Anekdoten aus allen Ausgaben geworfen:

– Zum zehnten und letzten Mal gibt es einen (Halb-)Saison-Sturmologen. Drei weitere Sturmologen setzten sich zuvor mit Spezial-Themen auseinander.

– Der erste Sturmologe, verfasst von Christopher Houben, ging am 16. März 2010 online. Er beschäftigte sich mit einem mauen 0:0 beim SC Wiener Neustadt.

Die besonderen Kuriositäten aus 162 Ausgaben:

– So gut wie niemand im Bullenstall: Darko Milanic gelang es als bisher einzigen Bundestrainer der Bundesligageschichte zweimal in Folge in Wals-Siezenheim zu gewinnen. Einige Vereine konnten nicht ein einziges Mal in Salzburg gewinnen. Weder Juventus Turin, Paris St. Germain oder Ajax Amsterdam war dies bislang gegönnt.

– So schlecht wie nie zuvor: Am 07.04.2013 ging man in der Bullen-Arena nicht nur sang- und klanglos unter, sondern gab auch erstmals, seit es Datenaufzeichnungen gibt, keinen einzigen Torschuss ab.

– Während der Spielzeit 2012/13 wurde Ivica Osim von Franz Lederer als am längsten bei einem Bundesliga-Verein unter Vertrag stehendem Trainer abgelöst.

– In selbiger Saison gelang es dem SK Sturm erstmals, durch ein Eigentor ein Spiel zu gewinnen. So geschehen beim 1:0-Auswärtssieg im September 2012 in Ried.

© SturmTifo.com
© SturmTifo.com

– Die Saison 2012/13 brachte auch einen großen Abschied mit sich: Vereinslegende Mario Haas beendete eine Vorzeigekarriere nach 547 Pflichtspielen und 180 Toren für seinen SK Sturm. Zur Verdeutlichung, wie lange der Einstieg des Mario Haas in die Profikarriere zurückliegt: Als er begann, gab es die Rückpassregel und das Bosman-Urteil noch nicht, dafür aber die Zwei-Punkte-Regel. Außerdem gibt es keinen einzigen Vereinstitel, den der SK Sturm ohne den “Bomber” holte. Zudem ist der Grazer der letzte Torschütze eines Grazer Derbys.

– Zum ersten Mal überhaupt stand am 04. Dezember 2013 eine Sturm-Elf am Spielfeld, bei der kein Akteur eine Trikot mit einer einstelligen Rückennummer trug.

– Sage und schreibe 4.287 Tage oder umgerechnet etwas weniger als zwölf Jahre war Sturm sieglos in Salzburg. In dieser Zeit hätte man nach Jule Vernes Roman “In achtzig Tagen um die Welt” 53 Mal die Erde umrunden können. Im 150. Aufeinandertreffen der beiden Vereine in der Meisterschaft gelang Sturm dann aber doch der historische Erfolg. Man schrieb den April 2014. Als man zuvor den letzten Sieg in Salzburg erlangen konnte, spielte man noch im Lehener Stadion unter Trainer Ivica Osim, Heinz Weber stand im Tor, Hannes Kartnig war noch Kaiser am Präsidiums-Thron, der Euro erst seit wenigen Monaten offizielles Zahlungsmittel und Sven Hannawald legendärer Sieger der Vier-Schanzen-Tournee.

– Ein einziger Elfer wurde in der Zeit von 2009 bis 2014 von einem Sturm-Goalie pariert. Benedikt Pliquett gelang dies im November 2013 auswärts in Salzburg. Zuvor war dieses Kunststück Christian Gratzei im Frühjahr 2008 bei Wacker Innsbruck gelungen.

– Der Sturmologe hat sich auch die ORF-Live-Partien der Blackys angesehen, die ja im negativen Sinne etwas ganz Besonderes darstellen: Seit der Saison 2007/08 gab es inklusive der Pleite am vergangenen Sonntag in 59 ORF-Live-Partien 26 Niederlagen und 20 Remis. In der Herbstsaison 2014 konnten die Blackys von den bislang vier dieser im ORF übertragenen Partien keine einzige gewinnen.

– Im Dezember 2013 gelang es Marc-Andre Schmerböck im Spiel gegen Rapid Wien mit seinem ersten Torschuss in der Bundesliga sogleich seinen ersten Treffer zu erzielen.

– Im selben Spiel kam es im insgesamt 183. Aufeinandertreffen mit den Hütteldorfern zum ersten Mal vor, dass die Grün-Weißen ein Eigentor erzielten.

– Einen kuriosen Abstiegskampf gab es im Frühjahr 2013. 27 verschiedene Szenarien gab es vor dem letzten Saisonspiel, um einen Absteiger zu finden. Nur ein einziges davon sah den SV Mattersburg für Liga zwei vor. Und genauso kam es auch.

– Im Mai desselben Jahres gab es eine kuriose Begebenheit in einem Spiel gegen Ried. Je zweimal wurde gegen einen Innviertler die Ampelkarte gezeigt. Ampel gibt es in Ried allerdings weniger, nämlich eine einzige.

© Sturm12.at
© Sturm12.at

– Drei Spielabsagen gab es während der Zeit von Sturm12.at. Schiedsrichter Markus Hameter befand im November 2013 den Rasen in Graz-Liebenau im Vorfeld der Partie Sturm gegen Ried für unbespielbar. Es war nach den Absagen vor den Spielen gegen Real Madrid (1998 und erstes Championsleaguespiel, das verschoben wurde) und den GAK (2005) erst die dritte Absage in Liebenau-neu überhaupt. Der aller erste Artikel von Sturm12.at handelte von eben so einer Spielabsage. Nachdem die Partie gegen Austria Kärnten in Klagenfurt bereits im November 2008 abgesagt wurde, wurde auch der Ersatztermin vom 17. Februar 2009 verschoben. Die dritte und letzte Absage im Bunde gab es im Februar des selben Jahres. Denn auch in Wien-Favoriten konnte man wegen Schneefalls nicht spielen.

– Aber auch Spielabbrüche gab es zu verzeichnen: Einen im November 2012 auswärts bei Wacker Innsbruck wegen Wurfgeschossen, einen weiteren nach “starken Regenfällen” in Wolfsberg beim Spielstand 1:1 nach exakt 62 Minuten und 27 Sekunden. Auch das Wiederholungsspiel endete 1:1 – gespielt wurde in Klagenfurt.

– Faszinierendes aus der Meistersaison 2010/11: 17 Mal spielten die Blackys zu null, erzielten 66 Tore und schafften es sechs Mal, das Stadion bis auf den letzten Platz zu füllen.

– Ein Jahr nach dem Titel gelang es der Foda-Elf in der Saison 2011/12 sechs Spiele lang nicht, ein Tor zu erzielen.

29 Schüsse gaben die Hausherren zum Trainer-Debüt von Peter Hyballa ab. So viele waren es in keinem einzigen Spiel der letzten zehn Jahre. Zuletzt gelang dies unter Ivica Osim im Juli 2002 beim 3:0 über SW Bregenz. Dennoch ging die Partie gegen die Salzburger Bullen mit 0:2 verloren.

– Oktober 2013, Sturm gegen Rapid, Gerhard-Hanappi-Stadion: Zum ersten Mal seit Einführung der Bundesliga in der Saison 1974/75 wurden gegen Sturm zwei Elfmeter verhängt. Umgekehrt wurden den Schwarz-weißen in der Champions League-Qualifikation gegen Feyenoord Rotterdam (2000) und in der Liga gegen denLASK (2010) je zwei Elfer zugesprochen. Allesamt wurden sie verwandelt.

Rubin Okotie erzielte sein erstes Pflichtspieltor im Sturm-Dress in Liebenau. Er traf ins eigene Tor.

– Die Krux mit dem Nationalteam: Graz war nach Linz im Jahr 1970 erst die zweite Stadt, die ein Länderspiel des ÖFB außerhalb der Bundeshauptstadt austragen durfte. 0:1 war damals das Ergebnis gegen Jugoslawien im Alten Liebenauer Stadion. Es folgten noch zwei weitere Partien im Süden von Graz. Seit Neueröffnung des Liebenauer Stadions wurden dort zwölf Länderspiele ausgetragen. Der Grazer Rasen erwies sich dabei als durchaus guter Boden für Rot-Weiß-Rot: Nur zwei Niederlagen musste man in Liebenau hinnehmen – eine gegen Ungarn, die andere gegen Schweden. Zuletzt gab es im Juni 2012 ein Länderspiel in Graz.

– Nur vier Sturm-Tormänner durften in der über 100-jährigen Geschichte des ÖFB bis jetzt das Tor von Österreich hüten: Günter Paulitsch, Otto Konrad, Thomas Mandl und Christian Gratzei.

– Der erste Sturmspieler, der für das Nationalteam auflaufen durfte, war Helmut Senekowitsch. Am 25.09.1957 gab er sein Debüt im Auswärtsspiel gegen die Niederlande in der Qualifikation für die WM 1958 in Schweden. Der blonde „Seki“ trug damals die Nummer acht. Bereits vier Tage später erzielte er seinen ersten Treffer für Österreich – im Spiel gegen Luxemburg.

Mit diesen Fakten bedankt sich der Sturmologe herzlich bei denen, die es möglich machten: Bei den Spielern, die Bälle aus dem Stadion schossen und Trainern, die die Coachingzone verließen. Ein Dank an die Schiedsrichter, die sich als erfahrene Kartenspieler bewiesen oder mutige Entscheidungen trafen. Gedankt sei auch dem Wettergott und dem stets verlässlichen Zufall. Eine Aufwertung erlangte das Format durch den stetigen Input in den Kommentaren der stets aufmerksamen User. Der Sturmologe sagt beim Abschied leise: Sturm Graz!