Sturm12.at http://www.sturm12.at Fußballanalyse in schwarz-weiß Fri, 09 Oct 2015 07:55:56 +0000 de-DE hourly 1 Epilog: Sturm12.at verabschiedet sich http://www.sturm12.at/2014/12/31/epilog-sturm12-at-verabschiedet-sich/ http://www.sturm12.at/2014/12/31/epilog-sturm12-at-verabschiedet-sich/#comments Wed, 31 Dec 2014 14:03:53 +0000 http://www.sturm12.at/?p=139079 Das neue Gewand.

© Sturm12.at

Nun ist es also soweit. Die Lichter gehen aus bei Sturm12.at. Fast sechs Jahre lang hat sich das Leben sehr vieler Menschen neben ihren Berufen, Studien oder sonstigen Verpflichtungen in sehr großem Maße darum gedreht, wie man diese eine Seite mit fundiertem Inhalt über den SK Sturm befüllen kann. Wie fundiert lässt sich vielleicht auch daran messen, dass mittlerweile eine sehr große Handvoll ehemaliger Sturm12.at-Mitarbeiter bei den unterschiedlichsten Medien dieses Landes als Redakteure werkt.

Ereignisarm war die Ära der Fußballanalyse in schwarz-weiß ohnehin nie. Wir durften einen Meistertitel und einen Cupsieg begleiten. Wir sind dieser Mannschaft zu türkischen Trainingslagern, isländischen Europacupspielen und dutzenden aberwitzigen Testspielen gefolgt. Sturm12.at-Redakteure hatten das Vergnügen sehr viele interessante Menschen im Umfeld dieses Vereins und dem Fußball insgesamt kennenzulernen. Erfahrungen, die in Erinnerung bleiben. Erlebnisse, die allen Redakteuren in unseren Reihen eine gute Schule waren und sein werden, für ihre zukünftigen Unternehmungen im Journalismus.

Wir mussten aber auch mit fortwährenden, nie ganz in den Hintergrund tretenden Hürden, Erschwernissen und am Ende sogar Blockaden bei unserer Arbeit fertig werden. Mit der Fülle und Dichte der Berichterstattung kam keine der wechselnden Vereinsführungen im Laufe der Jahre wirklich zurecht. Zu vermitteln, dass ein kritisches Fanmedium nicht nur Jubelberichterstattung macht, war ohnehin ein Kampf gegen Windmühlen. „Seid ihr jetzt für oder gegen Sturm?“ Wir haben aufgehört zu zählen, wie oft uns diese unsägliche Frage gestellt worden ist. Dass für Sturm zu sein manchmal heißt, gegen die Entscheidungen der Vereinsführung zu sein, konnte scheinbar nicht genug vermittelt werden.

So arbeiteten wir überhaupt mit allen Kollegen, die sich um qualitätsvollen, österreichischen Fußballjournalismus bemühen, in einem stets schwierigen Umfeld. Man verwehrt sich in Fußball-Österreich bisweilen recht erfolgreich gegen Gegenrede, echtes Hinterfragen, fundierte Kritik, ja letztlich ernsthafte Berichterstattung und versucht diese so gut es geht in Zaum zu halten. Dass man mit dieser Strategie womöglich oft Zeit und Ruhe gewinnt, aber am Ende Authentizität, Aufmerksamkeit und vor allem Fortschritt verliert, hat sich nur teilweise von den großen Fußballländern nach Österreich durchgesprochen. Und dass das gerade auch in Graz zutrifft, haben wir in den vergangenen Jahren erfahren.

Einige wenige aus dem Inneren des SK Sturm haben den Mehrwert dieser umfangreichen Berichterstattung immer erkannt. Zu einer Mehrheitsmeinung ist diese Sichtweise nie geworden. In den vergangenen Monaten wurde dann überhaupt allen Protagonisten im Klub das komplette Gegenteil als Handlungsanleitung verordnet. Ein Umstand, unter dem wir das Projekt noch weniger an eine blutjunge Generation übergeben können, als es ohnehin schon nur unter widrigsten Verhältnissen denkbar wäre – das Wasser, in das man die Nachfolger schmeißen würde, es wäre ein viel zu kaltes.

Nicht nur einmal haben wir von diversen Beobachtern den Satz gehört: „Diesen Verein könnt ihr nicht aus dem tiefen Provinzialismus herausholen.“ Wir haben es in einem Umfeld, in dem sich die großen Medien bis dato in treuer Ergebenheit nicht über das Niveau einer Hofberichterstattung hinaustrauen versucht. Und dieser Versuch hat unendlich viel Spaß gemacht. Nicht zuletzt wurde unsere Arbeit zwar vonseiten der Beschriebenen nie wertgeschätzt, von sehr vielen anderen Personen, Fans, Kollegen und einzelnen Vertretern des SK Sturm aber sehr wohl. All jenen wollen wir danken. Zum Abschied gilt es aber vor allem euch, die Leser unserer Seite, vor den Vorhang zu holen. Bis zuletzt haben wir über die Zugriffszahlen gestaunt. Es macht uns stolz, im Laufe der Jahre eine so treue Community an Stammlesern von Sturm12.at gehabt zu haben. Ohne euch alle hätte dieses Projekt nicht stattfinden können. Ein Danke ist nicht genug.

Hiermit überlassen wir den Verein in Graz wieder sich selbst und dem Biotop der „Kleinen Krone“. Wir stellen uns zurück hinter das Tor im Norden von Liebenau. Diejenigen, die der Gedanke an unser Fehlen fröhlich stimmt, sei diese Freude zum Jahresende gegönnt. Wir glauben, einige mehr werden uns vermissen. Es war uns ein Vergnügen, eine Ehre, eine Pflicht. Schlaf gut, Sturm12.at.

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12 Momente: Christopher, Didi und Jürgen http://www.sturm12.at/2014/12/30/12-momente-christopher-didi-und-juergen/ http://www.sturm12.at/2014/12/30/12-momente-christopher-didi-und-juergen/#comments Tue, 30 Dec 2014 18:30:28 +0000 http://www.sturm12.at/?p=139039 In sechs Jahren erlebt sich viel. Insbesondere in einem umtriebigen Projekt. Die Redakteure von Sturm12.at hatten in den vergangenen sechs Jahren hunderte Geschichten zu erzählen. Nicht jede davon erblickte das Displaylicht unserer User. Manche Geschichten behielten wir (teilweise) für uns. Weil sie in einem Medium mit Qualitätsanspruch bloß persönliche Randnotizen und persönliche Darstellungen nie das Ziel von Sturm12.at waren. An oberster Stelle stand immer der Informationswert für die User. Im Redaktionszirkel machten aber oft unveröffentlichte Geschichten den Umlauf. Weil sie dennoch der gemeinsamen Unterhaltung dienten, mit Redaktionsnostalgie verbunden sind oder wir sie uns schlichtweg ganz für den Schluss aufgehoben haben. Den krönenden Abschluss dieser “Abschlussserie” bilden heute drei Anekdoten von drei Protagonisten, die Sturm12.at wesentlich geprägt haben. Jürgen Pucher, Clemens Ticar und Christopher Houben erzählen ihre einprägsamen Momente.

 

Der Profi von Jürgen Pucher

Es war im November 2011. Sturm trat in der Europa League gegen Anderlecht in Brüssel an. Mein letztes Spiel gemeinsam mit Christopher Houben. Einige Wochen später wechselte er als wirtschaftlicher Geschäftsführer des SK Sturm nach Messendorf. Es sollte in mehrerlei Hinsicht eine Auswärtsfahrt werden, die in Erinnerung blieb.

Christopher und ich hatten vereinbart, uns einen Tag vor der Partie in Brüssel zu treffen. Ich war beruflich schon dort, er kam aus Deutschland. Von Anfang an, wie soll ich sagen, gab es einen gewissen Energieunterschied innerhalb dieser Matchcrew von Sturm12.at. Christopher war am Rande von überdreht und voller Tatendrang, ich war ein wenig ausgelaugt von anstrengenden Arbeitstagen davor. Am Matchtag gesellte sich noch ein befreundeter Kollege von laola1.at zu uns dazu und wir bildeten sozusagen eine Reisegruppe.

Erste Station Bahnhof und das Eintreffen der tausend Sturmfans beobachten, die im Sonderzug zu dieser Partie aus Graz angereist sind. Ein ziemliches Spektakel. Vor allem der folgende gemeinsame Marsch durch Brüssel, der für einiges Aufsehen gesorgt hat. Christopher war in seinem Element: Facebookpostings twittern und Fotografieren im Akkord.
Ich war bei diesem Match für den Spielbericht zuständig und habe tagsüber schon ein bisschen Bier getrunken. Erstens weil die ganze Action atmosphärisch sehr dazu eingeladen hat, zweitens weil ich seit jeher der Meinung war, dass ungefähr drei große Biere eine ziemlich gute Unterlage für einen sehr pointierten Spielbericht sind. Den ganzen Fußmarsch zum Constant Vanden Stock haben wir dann nicht mitgemacht, zu knapp vor Spielbeginn wären wir sonst eingetroffen. Also U-Bahn.
Als wäre alles nicht schon hektisch genug gewesen: Fahrscheinkontrolle. Christopher und der Kollege von laola1.at hatten keinen. Böse Zungen behaupten, ich sei ein wenig Mitschuld daran gewesen, weil ich darauf gedrängt habe, sich jetzt nicht extra beim Ticketautomaten anzustellen. Der Stimmung hat das nicht besonders gut getan, obwohl nach langer Diskussion und den nichtsahnenden ausländischen Journalisten mimen, der Kontrolleur ein Auge zugedrückt hat.

Dann endlich Stadion. Das Akkreditierungsprozedere war mühsam, die Arbeitsbedingungen eher dürftig. Christopher wurde langsam richtig mürrisch, die anderen zwei Drittel der Gruppe waren zunehmend amüsiert. Als dann der Sturmanhang eingetroffen ist und mit furioser Laustärke losgelegt hat – der Support gegen Anderlecht war, unterstützt durch die Spitzenakkustik des Constant Vanden Stock und trotz der 3:0-Niederlage der Grazer einer der besten, den ich persönlich miterleben durfte – verfasste Christopher einen Facebook-Eintrag mit den Worten: „Die über tausend ‚Schlachtenbummerl‘ aus Graz…“.
Das war natürlich unfreiwillig eher sehr komisch und der Schmäh rannte ein wenig. Auch die Kollegen aus Graz ließen sich zum einen oder anderen Kommentar hinreißen. Einer fand es nicht so witzig. Wir brachten das Spiel dann aber ganz sauber über die Bühne, die einen immer wieder kichernd, der andere eher reserviert. Als aber dann nach dem Match Franco Foda wieder einmal seine fünf Minuten hatte und sich weigerte, an der Pressekonferenz teilzunehmen, weil sich der Anderlecht-Coach vorgedrängt und nicht dem Gästetrainer wie üblich den Vortritt gelassen hatte, brachen bei Christopher die Dämme.

Alle seien unprofessionell, Foda und ich sowieso. Der ganze Heimweg zum Hotel war ein ausgewachsenes Schreiduell, der Kollege von laola1.at scheiterte beim Vermitteln nachhaltig. Christopher hatte natürlich nicht Unrecht, und ein bisschen plagte mich die Tage danach auch das schlechte Gewissen. Aber eine seiner vielen herausragenden Qualitäten war, dass er nie nachtragend war. Deshalb war die Geschichte zwischen uns auch bald wieder vergessen. Die Erinnerung an eine ziemlich außergewöhnliche Europa-League-Partie aber bleibt.

 

Als ich kurz der Didi war von Clemens Ticar

Oh, wie sehr vermisse ich die Transferzeiten. Das war etwas Besonderes. Den Gerüchten nachzugehen, quer durch Europa zu telefonieren und am Ende genau gleich viel und wenig zu wissen wie zuvor. Und dann von Transfers völlig überrascht zu werden. Transferzeit war bei Sturm12.at immer Chef-Angelegenheit. Die Transfer-Taskforce – ja, die hieß wirklich immer so – wurde in den Anfangszeiten von Christopher Houben geleitet.

Auch damals, im Sommer 2010. Wie immer, als Oliver Kreuzer Sportdirektor war, war Dieter Elsneg bei Sturm Graz im Gespräch. Damals war Elsneg noch bei Frosinone Calcio unter Vertrag. Ich war gerade in der Grazer Stadthalle in irgendein Projekt involviert, als mein Handy klingelte. Christopher, der sich um Elsneg “kümmern” wollte, war dran. „Clemens“, sagt er in seiner unglaublich liebevollen Aufgeregtheit. „Ich habe Didi Elsneg erreicht. Er hatte gerade keine Zeit. Ich darf mich in einer halben Stunde wieder melden. Das wird eine Geschichte“, schnaufte er ins Telefon. Ich – weil eben dieses Projekt in der Stadthalle habend – musste Christopher unterbrechen. „Tschuldige“, sagte ich, „ich hab’ keine Zeit. Ich melde mich am Abend.“

Ich dachte nicht weiter darüber nach. Etwa 30 Minuten später läutete wieder mein Handy. „Christopher Houben“, stand am Display. „Zefix“, dachte ich. „Warum sagt man ihm denn überhaupt, dass man keine Zeit habe?“ „Ja“, hob ich ab – mit forschem Ton. „Hallo. Christopher Houben von Sturm12.at“, schoss Christopher scharf ins Handy. „Waaaaaaaaaas?“, dachte ich mir und ließ ihn reden. „Wir sind ein unabhängiger Blog, der sich intensiv mit der Berichterstattung rund um Sturm Graz beschäftigt. Didi Elsneg, dein Name wird in Graz in letzter Zeit immer wieder genannt. Hast du mit Sturm Graz schon Kontakt gehabt?“, fragte Christopher. „WAAAAAAAS?“, dachte ich noch einmal – und bestätigte den Transfer. Sogar über mein Gehalt sprachen wir. (Ich weiß nicht mehr, wie viel ich als Didi Elsneg verdiente.) Einige Minuten dauerte das Spektakel. Ich jubilierte innerlich. Die einzige Angst: Hoffentlich twittert Christopher nicht live. HOFFENTLICH TWITTERT CHRISTOPHER NICHT LIVE!

Und dann fragte ich:
„Du, Christopher, mit wem redest du denn gerade?“
„Elsneg? Herr Elsneg? Didi Elsneg?“, kam die Antwort.
„Na, Christopher. Ich bin’s.“ Ein kurzer Augenblick der Stille.
„Fuck! Das darf niemals jemand erfahren”, meinte Christopher.
Dann legte er auf.

Bis zur ersten Weihnachtsfeier von Sturm12.at habe ich auch still gehalten. Seit damals darf ich jedes Mal, wenn eine Redakteurs-Gruppe bierschwanger beisammensitzt, diese Geschichte interpretieren. Das wird mir noch mehr fehlen, als mir die Transferzeit fehlt. Wobei – ganz privat treffen kann man sich ja trotzdem. Um über gute Zeiten zu reden. Und die vier Jahre, die ich bei Sturm12.at verbringen durfte. Die waren gut. Sehr gut.

 

Sinkende Aktien von Christopher Houben

Es war der 27. Jänner 2012, an dem ich meinen letzten Artikel auf Sturm12.at, das ich 2009 zusammen mit Julia Wendl gegründet hatte, angelegt habe. Es war eine wenig bedeutende Liveticker-Nachlese zum Testspiel gegen Dila Gori. Wohl deutlich interessanter waren zwei Artikel zuvor. Neben der Erklärung zu den vereinsrechtlichen Abläufen der außerordentlichen Generalversammlung, versuchte ich mich ausgerechnet an einer Prognose, was die Machtübernahme durch den neuen Vereinspräsidenten Christian Jauk bedeuten könnte. Davon, dass ich selbst nur einen Monat später als neuer wirtschaftlicher Geschäftsführer von Sturm präsentiert werden und ich mich damit vollständig von Sturm12.at zurückziehen würde, hatte ich zum damaligen Zeitpunkt noch keinen Tau. Nachdem das Portal mit Jahresende 2014 seine Pforten schließt, kehre ich kurzzeitig zu Sturm12.at zurück, um einen kleinen Blick zurück in die Anfangszeit zu werfen.

Als wir im Februar 2009 unseren allerersten Artikel auf Sturm12.at veröffentlichten, war Julia und mir so gar nicht klar, wohin die Reise gehen sollte. Das einzige Ziel: Eine Story pro Woche – nicht mehr und nicht weniger. Gerade mal eine Woche lang sollte diese Vorgabe an uns selbst Bestand haben.

Den ersten internen Höhepunkt erlebte das neue Medium durch ein legendäres Treffen am 13. März 2009. Nachdem es zuvor nur Internet-Kontakt gegeben hatte, traf ich vor dem Heimspiel gegen die SV Ried zum ersten Mal auf die Herrschaften Markus Zottler, Jakob Traby, Clemens Ticar und Christoph Regger. Die vier interessierten sich nicht nur dafür, bei Sturm12.at mitzuarbeiten, sie ließen sich auch nicht durch eine in Schriftgröße vier auf einen A3-Bogen gepresste, mit mehr als 100 Unterpunkten versehene Mindmap abschrecken, die ich ihnen – so ganz ungeniert – gleich nach der Begrüßung vorlegte, um ihnen die Vision von Sturm12.at zu erklären. Dass die vier mich nicht gänzlich für verrückt erklärten und sich tatsächlich auf das Projekt einließen, erwies sich als absoluter Glücksfall – schließlich entwickelte sich daraus das erste Sturm12.at-Strategieteam, das in weiterer Folge alle wesentlichen Entscheidungen des Mediums diskutieren und treffen sollte.

Vor-Ort-Berichterstattung war von Anfang an einer der wesentlichen Eckpfeiler. Nach dem ersten Liveticker, den wir noch vom Wohnzimmersofa eines guten – mit Sky ausgestatteten – Freundes aus verfassten, waren wir am 4. April 2009 erstmals für ein Sturm-Auswärtsspiel akkreditiert. Angenehm zu erreichen, erwies sich das Spiel in Mattersburg ganz und gar nicht als einfacher Einstieg in die Auswärtsberichterstattung. Nach einer enttäuschenden Leistung der Schwarz-Weißen, die in einem 0:0 mündete, kam es vor den Toren des Pappelstadions zu einer Busblockade. Zahlreiche Fans der Grazer hinderten den Mannschaftsbus an der Abreise und forderten Coach Franco Foda zum Dialog auf. Voller Reporter-Eifer wollte ich das gerade erst erstandene Aufnahme-Gerät sogleich zum Einsatz bringen. Hätte ich damals die technischen Fähigkeiten besessen, es auch dementsprechend zu bedienen, gäbe es von der Aussprache zwischen Foda und den Fans auch ein entsprechendes Tondokument. Wirklich hitzig wurde es aber erst nach dem Spiel. Sturm12.at-Kolumnist Jürgen Pucher ließ es sich nicht nehmen, die Busblockade als Schwachsinn zu bezeichnen. Es war das erste, aber bestimmt nicht das letzte Mal, dass ein Kommentar von Jürgen für Aufruhr sorgen sollte. Die im Rahmen dieser Diskussion formulierte Wunsch des Users Philipp „Bleibt zu hoffen, dass Juergen Pucher hier weiterhin nur wenige Blaetter vor den Mund nehmen muss“ dürfte in weiterer Folge wohl in Erfüllung gegangen sein.

Ebenso, wie sich eine nur kurze Zeit später von Oliver Kreuzer getätigte Aussage bestätigte. In einem der ersten persönlich (und nicht über Telefon) geführten Interviews von Sturm12.at ließ der damalige Sportdirektor Clemens Ticar und mich in seinem unverkennbaren Akzent wissen: „Haris Bukva ist ne Aktie.“ Dass Aktien auch fallen können, das war ihm damals wohl nicht so bewusst.

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12 Momente: Gordon, Peter und Ivan http://www.sturm12.at/2014/12/30/12-momente-gordon-peter-und-ivan/ http://www.sturm12.at/2014/12/30/12-momente-gordon-peter-und-ivan/#comments Tue, 30 Dec 2014 09:19:14 +0000 http://www.sturm12.at/?p=139047 In sechs Jahren erlebt sich viel. Insbesondere in einem umtriebigen Projekt. Die Redakteure von Sturm12.at hatten in den vergangenen sechs Jahren hunderte Geschichten zu erzählen. Nicht jede davon erblickte das Displaylicht unserer User. Manche Geschichten behielten wir (teilweise) für uns. Weil sie in einem Medium mit Qualitätsanspruch bloß persönliche Randnotizen und persönliche Darstellungen nie das Ziel von Sturm12.at waren. An oberster Stelle stand immer der Informationswert für die User. Im Redaktionszirkel machten aber oft unveröffentlichte Geschichten den Umlauf. Weil sie dennoch der gemeinsamen Unterhaltung dienten, mit Redaktionsnostalgie verbunden sind oder wir sie uns schlichtweg ganz für den Schluss aufgehoben haben. In unserer Abschlussserie erzählen ehemalige und (noch) aktive Redakteure von ihren einprägsamsten Momenten während ihrer Zeit bei Sturm12.at.

Im dritten Teil dreht sich alles ums Kennenlernen. Fabian Zerché sah Gordon Schildenfeld auf die Beine, Adrian Engel traf auf Peter Hyballa und Lukas Matzinger hörte Ivan Osim zu. Alles zum ersten Mal.

 

Der Schildenfaild, noch immer ein bisserl peinlich von Fabian Zerché

An welchem Tag mich Christopher Houben über die Message-Funktion eines bekannten Fußballforums kontaktierte, kann ich nicht mehr genau sagen. Ihm gefielen offenbar meine Beiträge und er war auf der Suche nach weiteren Berichterstattern für sein Herzstück Sturm12.at. Überreden musste mich Christopher nicht und so saßen wir, zusammen mit Mitgründerin Julia Wendel, am 28. Juni 2009 im Auto Richtung St. Veit. Mein erster Tag – und er sollte mir auch heute noch ein wenig peinlich sein.

Sturm testete gegen ND Gorica. „Kein gewöhnliches Aufbauspiel“, erklärte mir Christopher während der Fahrt. Und er hatte Recht. Denn Sportdirektor Oliver Kreuzer hatte zwei Testkandidaten für die vakante Position im Abwehrzentrum eingeladen. Zum Vorspielen quasi. Die Namen? Velibor Vasilic und Gordon Schildenfeld. Klar war auch: Einen Vertrag würde es nur für einen geben. Beide durften sich je eine Halbzeit beweisen. Und darauf fokussierte sich auch das Interesse der Liveticker-LeserInnen.

Das Spiel selbst war ziemlich furchtbar. Ein Testspiel halt. Und ehrlich gesagt auch ein bisschen davon, was Sturm damals spielerisch auftischte. Etwa wie trockenes Brot mit Wasser. Halbwegs zweckerfüllend, aber wenig befriedigend. In der ersten Halbzeit bekam Vasilic seine Chance. Und er gefiel uns – sehr sogar. „Vasilic ist der Ruhepol in der Sturm-Verteidigung und gibt immer wieder Kommandos an seine Mitspieler“, war von uns damals im Ticker zu lesen. „Er ist Sturms stärkster Mann im defensiven Bereich und dirigiert die Abwehr mit energischen Kommandos.“

Testgegner Gorica spielte in Halbzeit eins deutlich besser, was Vasilic zugute kam. Für die zweiten 45 Minuten brachte Franco Foda Schildenfeld neben Ferdl Feldhofer. Sturm hatte sich gefangen, Gorica machte sich offensiv wenig bemerkbar. Darum konstatierten wir, dass „von Schildenfeld wenig zu sehen ist“. Aber: „Er wirkt ein wenig unbeweglich.“ Auf die Frage nach den besten Performern antworteten wir mit „Vasilic und Muratovic“. Dann schlich sich bei Schildenfeld ein katastrophaler Fehlpass ein – wir ließen ihn nicht unerwähnt. Am Ende fassten wir zusammen: „Schildenfeld wirkt oftmals unbeweglich und sperrig. Im Vergleich zu Vasilic zieht er eindeutig den Kürzeren.“

Was sich fünfeinhalb Jahre später kurios liest, empfanden wir damals so. Schildenfeld wirkte an diesem Tag unbeholfen und langsam. Und Vasilic? Souverän. Dazu Schildenfelds Vergangenheit. Reservistendasein, schwere Verletzungen, kuriose Transfers – da passte Vieles nicht ins Bild. Als sein Berater, der sich auch zum Spiel eingefunden hatte, mit seiner fetten SUV-Karosse aus dem beschaulichen St. Veit abrauschte, sagten wir uns: „Der wird wohl wo anders sein Glück versuchen müssen.“

Retrospektiv betrachtet muss ich mich am besten dreimal bekreuzigen, dass sich Kreuzer und Foda damals nicht blenden ließen. Denn was dann passierte, ist kein unwesentliches Stück Vereinsgeschichte. Sturm entschied sich für Schildenfeld. Und „Flash Gordon“ mauserte sich zum besten Sturm-Verteidiger der letzten zehn Jahre. Erst der Cup-Sieg, dann die Meisterschaft – ob dies auch mit Velibor Vasilic so passiert wäre? Schildenfeld wurde zur zentralen Rolle in Sturms zweckorientiertem Defensiv-Konzept. Vasilic verbrachte seine Zeit hingegen irgendwo zwischen vereinslos und Premijer Liga (Bosnien) – mittlerweile kickt er für TSV Hartberg II. Ja, TSV Hartberg II. Fünfeinhalb Jahre später kann ich peinlich berührt darüber schmunzeln.

 

Peter, ich und die Eitelkeit von Adrian Engel

Die Sträne präzise hinter das Ohr gegelt, die Bartstoppeln penibel zurechtgestutzt. An mir ging ein eitler Mann vorbei. „Gab es die Hose auch in deiner Größe?“, fragte mich Peter Hyballa, als er mit seinen Spielern den Trainingsplatz betrat. Auf Angriff war ich nicht vorbereitet – und mit meinen 19 Jahren wäre ich nicht einmal dann gewappnet gewesen. Ich sagte nichts und umgriff nervös meinen Notizblock für den Trainingsbericht.

Es war meine zweite Geschichte für Sturm12.at, die ich an diesem Tag schreiben sollte. Am Wochenende hatte Hyballa – nicht unbegründet – nach eine Niederlage gegen Rapid im Interview mit sky gesagt, dass die lokalen Medien gegen ihn anschreiben. “Das ist eine Hetzkampagne gegen mich. Egal ob wir gewinnen oder verlieren – es geht immer alles auf mich drauf.“ Hier bekam ich drauf. Hyballa war heute Zirkusdirektor, der Kunstrasen in Messendorf seine Manege – und ich sein Sidekick. „Skandal in Graz: Hyballa bewirft Journalisten mit Hütchen“, sagte er, als er nach dem Aufwärmen die gestapelten Jako-Plastikhütchen nahm und mir einzeln vor die Füße warf. „Hey, Sturm12! Nächste Schlagzeile: Kapitän Säumel versagt!“, schrie er mir lauthals zu, als Jürgen Säumel bei der Torabschlussübung danebenschoss. Hyballa nützte jede Übung für polemische Zwischenrufe. Die Anwesenheit eines Journalisten war das zentrale Element der Trainingseinheit.

„Du darfst das nicht ernst nehmen“, sagte mir der Sturm-Pressesprecher, der Schritt für Schritt hinter mir hertapste. Ging ich auf die andere Spielfeldseite, folgte er mir. Er wusste, wie impulsiv Hyballa sich gegenüber Journalisten verhielt und versuchte, der beschwichtigende Botschafter des Deutschen zu sein. Einen Print-Kollegen hat Hyballa angeblich einmal Zwerg genannt, einen anderen dick.

Doch am Feld brachte sich das direkte Gemüt etwas. Mit seiner eindringlichen Art konnte Hyballa begeistern. Er machte aus den Übungen einen Wettkampf. Vielen Spielern gefiel das. Ich sah Pascal Legat, der zum ersten Mal mittrainieren durfte, bis in die Haarspitzen angestachelt. Florian Kainz hatte Freude am Training, dass es eine ebensolche war, ihm dabei zuzusehen. Jürgen Säumel ging mit einem Elan in jede Aktion, als würde er in einem Bundesligaspiel am Platz stehen. Andere Spieler kamen mit der Impulsivität weniger gut zurecht – aber welche Mannschaft kann ein Trainer schon zu hundert Prozent homogen motivieren? Ich beobachtete also einen Trainer, der seine Mannschaft erfolgreich trainierte.
In Bewerbspielen hatte die Mannschaft nicht den angestrebten Erfolg. Vielleicht, weil Hyballa provozierte, aneckte, ein Exzentriker im gemütlichen Graz auf stark unfruchtbarem Boden werkte. Vielleicht aber auch, weil Hyballa ein eitler Mensch ist und wie beim Training an diesem Tag mit dem Fokus auf unwichtige Nebenschauplätze seinen Spielern die Sicht aufs Wesentliche trübte. Oder vielleicht sind Journalisten auch eitle Menschen.

Nach dem Training sagte Hyballa zu mir: „Wenn du einen Elfmeter verwertest, darfst du die Geschichte schreiben.“ Ich traf gegen Lukas Waltl. Es entstand dieser Bericht.

 

Der Tag, an dem ich Ivan Osim kennenlernte von Lukas Matzinger

An manchen Tag ist es mühselig, Teil von Sturm12.at zu sein. Viel zu wenige Redakteure haben viel zu wenig Zeit für viel zu viele Geschichten, in den Kommentaren und Foren werden wir regelrecht geprügelt und nach Altach kann auch wieder keiner fahren. Und dann gibt es Tage, die das alles wieder gut machen. Wie der Tag, an dem ich Ivan Osim kennenlernte.

Mit kleiner Verspätung betritt Ivan Osim am 11. September 2014 die Kantine des Trainingszentrums Messendorf. Der Mann, ohne den Sturm heute kein großer Verein wäre, kommt heute langsam, gebückt und von seiner Frau gestützt durch die Doppelglastür. Sein Haar ist schütter und seine Haut dünn geworden, doch seine Augen leuchten noch. Mir ist oben warm und unten kalt. Man steht nicht oft im Leben vor einer echten Legende.

Ivan Osim sieht einen nicht an, wenn er einem die Hand schüttelt. Eigentlich schüttelt er sie auch nicht, er legt seine kalte, trockene Hand einfach in die des Gegenübers. Danach bestellt er einen Kaffee und nimmt schließlich zwischen all den Pokalen, Schalen, Medaillen und Jubelbildern Platz, die ohne ihn hier nicht stehen würden. Die meisten der vorbereiteten Fragen wird er am Ende des Tages nicht beantwortet haben. Ivan Osim spricht, worüber er sprechen will. Er referiert über Edin Dzeko, den ersten Fußball seiner Kindheit, darüber, dass er kein Salz essen soll und immer wieder die Schrecken des Kriegs. Und wir hören. Man unterbricht Ivan Osim nicht.

Nach zwei Stunden ist das Gespräch beendet. Seine Frau wartet schon zu lange. Bescheiden verabschiedet sich der Größte und entschwindet langsam vom Trainingsgelände. Das ehrvolle Moment, das er hinterließ, werde ich noch lange spüren. Devot gehe ich an diesem Abend durch die Stadt. Tief berührt von einem Mann, der in jeder seiner Silben überlegen und in jeder seiner Gesten erhaben ist. Wie es nur Ivan Osim ist.

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Sechs Jahre Sturm12.at in Zahlen http://www.sturm12.at/2014/12/29/sechs-jahre-sturm12-at-in-zahlen/ http://www.sturm12.at/2014/12/29/sechs-jahre-sturm12-at-in-zahlen/#comments Mon, 29 Dec 2014 17:08:03 +0000 http://www.sturm12.at/?p=138919 Im Februar 2009 schlug die Geburtsstunde eines Mediums, welches sich ausschließlich mit dem steirischen Fußballverein SK Sturm Graz beschäftigen sollte. Es ist natürlich die Rede von dieser Seite. Seit diesem Tag sind fast sechs Jahre vergangen. Sturm12.at begleitete den Verein die ganze Zeit über, in Höhen wie in Tiefen. Wir haben für euch viele Werte und Daten, die seit Februar 2009 rund um den Verein SK Sturm Graz entstanden sind, gesammelt, analysiert und visualisiert. Als “09” wird die Rückrunde der Saison 2008/09 bezeichnet und “14” ist logischerweise die Hinrunde der Saison 2014/15. Ein Rückblick auf sechs Saisonen, die ganz im Zeichen des schwarz-weißen Fußballs standen.

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Sturm12.at (MM)

Nie war der Zuschauerzustrom in Graz während dieser sechs Jahre größer als in der Saison 2008/09. Ein Grund dafür war womöglich das hundertjährige Bestehen des Vereins sowie die attraktive Spielweise mit vielen jungen Eigenbauspielern. Am Ende dieser Saison standen die Grazer am vierten Tabellenplatz und waren somit an der Teilnahme zur Qualifikation zur Europa League berechtigt.

In der darauf folgenden Saison gab es einen Einbruch. 8,2 Prozent weniger Menschen fanden den Weg nach Liebenau. Als man sich 2010/11 die Meisterschaft sicherte, gab es wiederum einen Zuwachs an Zuschauern. Entscheidend dafür waren auch die letzten paar Runden, als der mögliche Gewinn der Meisterschaft immer mehr sichtbar wurde. Die letzten paar Heimspiele waren sowie restlos ausverkauft.

Enttäuschung bei vielen Zuschauern folgte, als man in der darauffolgenden Saison nur mäßig spielte und den Einzug in die Champions League verpasste. Die Zuschauerzahlen gingen dementsprechend zurück. 2012/13 folgte das Experiment Peter Hyballa. Die Zuschauerzahlen gingen in dieser Saison um nur 1,27% zurück. Eine attraktive Spielweise, die Hyballa praktizierte, sowie eine gewisse Aufbruchsstimmung bei „Sturm Graz Neu“ waren wohl nicht das schlechteste Gegenmittel. Dennoch folgte in der Saison 2013/14 der absolute Tiefpunkt in der Sturm12.at-Ära. Man scheiterte bereits in der ersten Runde in der Qualifikation zur Europa League am isländischen Verein Breiðablik Kópavogur. Auch der neue Trainer, Darko Milanic, konnte mit seiner wenig spektakulären Art Fußball zu praktizieren nicht die Massen nach Liebenau locken – man verzeichnete einen gewaltigen Rückgang um fast ein Drittel. Erstmals in vier Saisonen kam man öfters unter die 10.000er Marke. Mit Franco Foda kamen im ersten Halbjahr 2014 auch wieder die Zuschauer zurück. 19% mehr Stadiongänger wohnte der neuen Ära Franco Foda bisher bei. Der Foda-Effekt.

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Sturm12.at (MM)

Die Grafik spricht eigentlich für sich. Interessant ist, dass Peter Hyballa in 29 Spielen einen gleichen Punkteschnitt hat wie Franco Foda durchschnittlich in seiner ersten Ära holte. Natürliche holte Foda dabei über einen viel längeren Zeitpunkt konstant diese Punkte. Der Trainer mit dem schlechtesten Punkteschnitt in sechs Jahren Sturm12.at war Markus Schopp. Dieser übernahm damals die “nicht intakte” Mannschaft Peter Hyballas für sechs Spiele als Interimstrainer. Die meisten Punkte pro Spiel mit 1,60 verzeichnet Franco Foda in seiner zweiten Amtszeit als Trainer.

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Erfreulich ist, dass in fast sechs Jahren Sturm12.at der SK Sturm Graz in der Bundesliga nie eine richtige Packung kassierte. Vier Gegentore waren dabei das höchste aller unerfreulichen Ergebnisse. Den höchsten Sieg feierte man gegen den SV Grödig. Sechs Tore schossen damals die Recken vom damaligen Trainer Darko Milanic im Frühjahr in der Saison 2013/14 – es war gleichzeitig der höchste Sturm-Auswärtssieg der Geschichte. Auch bewundernswert ist, dass man in der Saison 2009/10 als höchste Niederlage ein 0:2 gegen Red Bull Salzburg zu Buche stehen hat.

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Sturm12.at (MM)

Der höchste Sieg, den die Blackys gegen einen anderen europäischen Klub feiern durften, war ein 5:0 gegen den montenegrinischen Fußballverein OFK Petrovac in der 3. Runde zur Qualifikation für die UEFA Europa League in der Saison 2009/10. Ein “humanes” 0:3 gegen den RSC Anderlecht war die höchste Niederlage des SK Sturm Graz in einem europäischen Wettbewerb in sechs Jahren. Als Redakteure erlebten wir natürlich auch den Gewinn des Pokals 2010 sowie den Gewinn der Meisterschaft 2011. Das letzte europäische Spiel, welches ausverkauft war, war das Qualifikationsspiel zur UEFA Champions League 2011/12. Konnte man im Hinspiel noch ein Auswärtstor erzielen und ein Remis erreichen, endete der Traum von der sportlichen Königsklasse inklusive erfrischendem Geldregen im Rückspiel in Liebenau eh. Glücklich, aber nicht unverdient, sichert  sich der weißrussische Verein BATE Borisov  mit einem 2:0-Erfolg in Graz die Teilnahme an der Champions League.

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Sturm12.at (MM)

Die Torjägerkanone in sechs Jahren Sturm12.at geht an Roman Kienast. Der jetzige Austria Wien-Stürmer mit dem Tribünenabo kam auf 36 Tore für Sturm. Er trug damals einen großen Teil zum Gewinn der Meisterschaft bei. Sein damaliger Sturmpartner Imre Szabics, welcher 24 Tore in der Zeit von Sturm12.at schoss, bildete mit ihm ein kongeniales Duo. Die besten Torschützen, die momentan noch bei Sturm unter Vertrag sind, heißen Daniel Beichler und Marco Djuricin. Ganze 75 Tore fielen in der Saison 2009/10, die damit als die torreichste in die Sturm12.at-Geschichtsbücher eingeht. Toptorjäger damals war der zuletzt im Leserzeugnis abgestrafte Daniel Beichler mit 16 Treffern. Die Saison 2013/14 unter Hyballa und Schopp war die Saison mit den durchschnittlich wenigsten Treffern für den SK Sturm in sechs Jahren. Insgesamt bejubelten wir 397 Tore in unserer Zeit als Berichterstatter.

Sturm12.at (MM)

Zum Abschluss gibt’s die große Sechsjahres-Tabelle der österreichischen Bundesliga. Die klare Nummer eins ist nicht verwunderlich Ligakrösus RB Salzburg. Um Platz zwei duellierten sich der FK Austria Wien und der SK Rapid Wien. Knapp aber doch ging dieser Tabellenplatz an die Veilchen aus Favoriten. Sturm Graz belegt in dieser Wertung den soliden vierten Platz.

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12 Momente: Julia, Peter und Andreas http://www.sturm12.at/2014/12/29/12-momente-julia-peter-und-andreas/ http://www.sturm12.at/2014/12/29/12-momente-julia-peter-und-andreas/#comments Mon, 29 Dec 2014 10:31:53 +0000 http://www.sturm12.at/?p=139031 In sechs Jahren erlebt sich viel. Insbesondere in einem umtriebigen Projekt. Die Redakteure von Sturm12.at hatten in den vergangenen sechs Jahren hunderte Geschichten zu erzählen. Nicht jede davon erblickte das Displaylicht unserer User. Manche Geschichten behielten wir (teilweise) für uns. Weil sie in einem Medium mit Qualitätsanspruch bloß persönliche Randnotizen und persönliche Darstellungen nie das Ziel von Sturm12.at waren. An oberster Stelle stand immer der Informationswert für die User. Im Redaktionszirkel machten aber oft unveröffentlichte Geschichten den Umlauf. Weil sie dennoch der gemeinsamen Unterhaltung dienten, mit Redaktionsnostalgie verbunden sind oder wir sie uns schlichtweg ganz für den Schluss aufgehoben haben. In unserer Abschlussserie erzählen ehemalige und (noch) aktive Redakteure von ihren einprägsamsten Momenten während ihrer Zeit bei Sturm12.at. Teil 2 machen heute das Duo Katharina Siuka und Julia Wendl, Alois Lipp und Lukas Lattinger.

 

Ried, Frauentoiletten und Süßes von Katharina Siuka und Julia Wendl

Sturm12.at war von Anfang an keine reine Männersache, sondern voll weiblichem Touch. Mit dem Einstieg von Katharina Siuka im Herbst 2011 musste Gründerin Julia Wendl auch nicht mehr alleine für feminine Intuition im Lager der “12er” sorgen. Und so kam das Unvermeidbare: Zwei Ladies coverten dank Oberösterreichbezug zwei Auswärtswärtsspiele bei der SV Ried – ohne männliche Unterstützung vor Ort. “Das erste Mal, dass zwei Frauen tickern?”, wollte der erstaunte User zuggi68 via unveröffentlichtem Liveticker-Kommentar wissen. War es! Und zwar am 17. Dezember 2011. User Guest war sich ob dieser Sensation sogar sicher: “Frauenpower am Ticker, das kann doch nur noch ein Sieg heute werden? :D” Mit dieser Vermutung sollte er leider nur bis zur 93. Minute Recht behalten, als Rieds Spanier Ivan Carril nach einem Pürcher-Foul per Freistoß zum 1:1 ausglich. Aber nicht alle Sturm12.at-Leser konnten sich derartiges vorstellen: “Frauen? ich hoffe das wird was……….”, gab sich User superdad superskeptisch. Wir nahmen’s gelassen und klopften erst recht in die Laptoptasten.

Dass wir allerdings kein einziges Mal etwas zu essen bekamen, schlug uns schon deutlich mehr auf den Magen. In Ried bekommen nämlich nur ausgewählte “Gäste”-Journalisten Zutritt in den VIP-Klub und somit zu Essen und Getränken. Von diesen VIP-Akkreditierungen besitzt jeder Gastverein ein bestimmtes Kontingent und vergibt es – tat Sturm Graz nur nie an uns. Ein befreundeter Journalist, der in diesen Genuss kam, schmuggelte uns bei Eiseskälte Tee hinaus. Ja, hinaus. Einen Presseraum mit Heizung gab es nämlich nur für Fotografen. Kein Zutritt also für durchgefrorene Schreiberlinge. Aus diesem Grund finalisierten wir den Spielbericht und die Fotogalerie nach Schlusspfiff auf der beheizten Damentoilette. Dort gab es immerhin Steckdosen und breite Waschbeckenamaturen, um die Laptops aufzustellen. Zwei spanisch sprechende Spielerfrauen, die das stille Örtchen aufsuchten, zeigten ihre Verwunderung über unser Treiben, störten uns aber nicht im Geringsten. Ob uns die Arbeit für Sturm12.at auf einer Toilette in Ried peinlich war? Vielleicht ein bisschen. Dafür hatten wir es warm.

Die Fotografen in ihrem Fotografenraum bekommen übrigens warme Leberkässemmeln serviert. Getarnt als Besuch bei den Kollegen von SturmTifo.com wollten wir uns hier natürlich beteiligen. Bloß erwischten uns die Rieder. “De san net fi eich!”, lehrte man uns in feinstem Oberösterreichisch. Hoppla. “Soll’ mas zrucklegen?”, wollten wir wissen. Man verneinte: “Dats des nie wieder!” Taten wir auch nicht, ehrlich. Am 1. September 2012 hatten wir nämlich eine neue Taktik vorbereitet: Mit dem schon etwas betagten Türsteher des VIP-Klubs flirten. Flirten hieß in diesem Fall Mitleid erregen und äußerst ausgehungert wirken. Klappte. Den netten Securitymann brauchten wir nicht zwei Mal fragen, ob er uns denn eine Kleinigkeit aus dem VIP-Klub holen könne. Er entwendete im Handumdrehen zwei Knoblauchstangen, welche er uns voller Mitleid zusteckte. Was lernten wir daraus: Nicht alle Rieder wollen uns verhungern lassen.

Beim Starten des Livetickers wurden wir erneut überrascht: “Grüß Gott die Damen”, schrieb ein Liveticker-Gast. Man kannte uns also bereits und man schien uns nicht übel gesinnt. Oder doch? Unseren glamourösen Auftritt fast ein Jahr zuvor hatte User Letschi nämlich wohl verschlafen und fragte: “Das erste Mal, dass 2 Mädls das Tickern übernehmen? :o)” Und auch der damalige Couch Peter Hyballa schien mit so viel Weiblichkeit leicht überfordert. Julia, bewaffnet mit dem Audiogerät, bat ihn um ein Statement zum glücklichen 1:0-Sieg (Thomas Reifeltshammer sorgte per Eigentor dafür) und bekam als Antwort: “Ich muss jetzt zur Pressekonferenz. Aber komm nur mit, Süße.” Es war das Ende eines erneuten Ausflugs in den hohen Norden. Oder doch nicht? “Ich liebe euch, Kathi Siuka und Julia Wendl !!!”, sendete uns Userin Jessi nach Ried. Wir euch, liebe Leserinnen und Leser, auch. Und dich, Sturm12.at ebenso. Danke für diese unvergesslichen Momente. Wir werden das alles schon ein bisschen vermissen.

 

Hyballa, das Handy und eine Entführung von Alois Lipp

Nach dem Meistertitel 2011 bewarb ich mich für Sturm12.at. Beim ersten Gespräch in einem Kaffeehaus nahe dem Stadion Liebenau traf ich mich mit Markus Zottler und Clemens Ticar. Obwohl ich zu diesem Zeitpunkt eher als Fotograf tätig war, konnten mich die zwei sofort überzeugen auch redaktionell etwas zum Projekt Sturm12.at beizutragen. Dadurch konnte ich eine Reihe von (wieder) aktuellen und ehemaligen Protagonisten rund um Sturm Graz etwas näher kennen lernen, etwa Franco Foda, Paul Gludovatz und Peter Hyballa. Nicht immer war der Umgang mit uns Journalisten ein einfacher. Und einige Episoden bleiben mir besonders in Erinnerung.

Etwa der Tag als Paul Gludovatz als Sportdirektor vorgestellt wurde. Nach getaner Arbeit war ich bereits am Heimweg, als ich einen Anruf erhielt, mit der Bitte doch wieder nach Messendorf zu fahren. Was mich dort erwartete, war wohl einer der unrühmlichsten Abgänge eines Trainers in Österreich. Im Schatten des Klub-Hauses schlich Foda von dannen, während der am Vormittag neu bestellte Sportdirektor auf der anderen Seite das von Co-Trainer Thomas Kristl geleitete Training im Sonnenschein beobachtete.

Einige Wochen später durfte ich auch der Präsentation des Nachfolge-Trainers Peter Hyballa beiwohnen. Bereits bei dieser Veranstaltung konnte man erahnen, dass dieser Mensch mit Journalisten kann. „Kurzes Hy, schnelles Balla“,waren die Worte, die in Erinnerung bleiben. Doch nicht immer war die Stimmung gut. Lief es sportlich nicht erfolgreich und war das auch in den Medien so zu lesen, kam es vor, dass der Deutsche ohne einen Spieler zum wöchentlichen Mediabriefing kam und dieses eher wortkarg wieder verließ.

Weniger wortkarg war Hyballa am 14. März 2013: Sturm Graz lud zum üblichen Mediabriefing. Diesmal nahm neben Hyballa Mittelfeldspieler Florian Kainz Platz. Wie immer zeichnete ich die Pressekonferenz mit meinem Handy auf. Nur diesmal kam es anders als erwartet. Das Briefing war bereits im Gange, als mein Handy am Tisch vor Hyballa vibrierte. Der Trainer nahm ab und meldete sich artig mit seinem Namen. Das brachte Stimmung in den eher spärlich besuchten Raum. Meine Mutter war dran und Hyballa in seinem Element. Da ihr mit dem Namen Peter Hyballa niemand bekannt war, ging sie im ersten Schreck von einer Entführung (!) aus und veranlasste meinen Bruder mich anzurufen. Hyballa nahm auch diesen Anruf entgegen. Mein Bruder kannte ihn und konnte Entwarnung geben. Mittlerweile weiß meine Mutter, wer Peter Hyballa ist und ich, dass man Sprachmemos nur im Flugzeugmodus aufzeichnen sollte.

 

Ein magischer Abend von Lukas Lattinger

Alles wie immer. Kupplung, fünfter Gang. Südautobahn Richtung Graz. Schönes Wetter. Alles wie immer, am Ende dieser langen Saison, die für mich in Tiflis begonnen hatte und nun in Liebenau gegen Wacker Innsbruck enden sollte. Alles wie immer: Spielbericht für Sturm12.at schreiben. Routinearbeit, immerhin ist es mein 23. Spiel in dieser Saison. Und doch ist alles anders. Es ist der 25. Mai 2011. Es wartet kein Spiel wie jedes andere. Seit Tagen fiebert Graz, die ganze Steiermark diesem Match entgegen. Auf der Fahrt nach Liebenau kommen sie hoch, die Erinnerungen an den Cupsieg aus dem Vorjahr. An das volle Klagenfurter Stadion, dem die Grazer den „Verstand genommen“ hatten. Diese Stimmung war einzigartig. Gänsehautfeeling.

Das kommt auch auf, als ich beim Stadion vorbeifahre. Tausende Fans sind schon da, Stunden vor dem Anpfiff. Ein schwarz-weißes Meer an lachenden Gesichtern. Keiner hier glaubt, dass der Titel noch verloren gehen könnte. Dennoch schwankt der Gemütszustand der Masse zwischen Nervosität und zuversichtlichem Jubel. Jeder weiß: Es steht ein großer Abend bevor. Das merkt man auch auf der Pressetribüne, die so gut gefüllt ist, wie selten zuvor. Auch das Sturm12.at-Team ist von der Atmosphäre enthusiasmiert. Der Live-Ticker ist ein schriftliches Zeugnis davon. Ein Hohefest der Adjektive und Superlative.

Das Stadion ist ausverkauft und die Stimmung der schwarz-weißen Anhänger ist bereits vor dem Anpfiff dermaßen gut, dass sogar das erfolgreiche Leiberl-Anziehen von Mario Haas frenetisch beklatscht wird. Der Jubel ist zu diesem Zeitpunkt da, aber er ist verhalten. Noch. Es dominiert die Angst, dass man sich zu früh freuen könnte. Nach den Jahren des Konkurses und Existenzängsten wirkt es trotz der guten Ergebnisse der Vorwochen surreal, dass Sturm plötzlich Meister werden kann. Aus eigener Kraft. Das für unmöglich gehaltene Ziel ist mit einem Mal greifbar.

Von Matchbeginn an steht das ganze Stadion, die Stimmung gleicht einem Druckkochtopf und wartet nur auf den erlösenden Moment, ab dem der Jubel grenzenlos sein kann. „Eine Stadt brennt auf den Titel“, schreiben die Fans. In Minute 14 wird die Hitze zu groß, der Kochtopf Liebenau explodiert nach dem Führungstor von Andreas Hölzl. Was dann passiert, ist unbeschreiblich. Eine Welle der Euphorie erfasst die Ränge, die wohl selbst den kritischsten Sturm12.at-Kolumnisten mitreißt. Minutenlang hüpft das ganze Stadion, alle „sind verrückt“.

Das folgende Gegentor ist egal, die Zwischenergebnisse aus Wien weniger. Austria Wien gegen Red Bull Salzburg mutiert bei einem Remis in Graz zum Hauptschauplatz des Titelkampfes. Nach einer violetten Zwischenführung gehen die Bullen in Führung, Sturm ist Meister. Das Ergebnis spricht sich in Smartphone-Zeiten in sekundenschnelle in Liebenau herum. Was folgt, ist der lauteste Jubel für ein Bullen-Tor, den man jemals in einem Stadion gehört hat. Der Dezibelzähler wird beim Schlusspfiff noch mehr überlastet. Der Rest ist Geschichte. Am nächsten Tag steige ich nach der Meisterfeier wieder ins Auto. Autobahnauffahrt Richtung Wien. Alles wie immer – und doch alles anders.

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12 Momente: Lukas, Werner und Daniel http://www.sturm12.at/2014/12/28/12-momente-lukas-werner-und-daniel/ http://www.sturm12.at/2014/12/28/12-momente-lukas-werner-und-daniel/#comments Sun, 28 Dec 2014 13:27:03 +0000 http://www.sturm12.at/?p=139019 In sechs Jahren erlebt sich viel. Insbesondere in einem umtriebigen Projekt. Die Redakteure von Sturm12.at hatten in den vergangenen sechs Jahren hunderte von Geschichte zu erzählen. Nicht jede davon erblickte das Displaylicht unserer User. Manche Geschichten behielten wir (teilweise) für uns. Weil sie in einem Medium mit Qualitätsanspruch bloß persönliche Randnotizen waren. Und persönliche Darstellungen nie das Ziel von Sturm12.at waren. An oberster Stelle stand immer der Informationswert für die User. Im Redaktionszirkel machten aber oft unveröffentlichte Geschichten den Umlauf. Weil sie dennoch der gemeinsamen Unterhaltung dienten, mit Redaktionsnostalgie verbunden sind oder wir sie uns schlichtweg ganz für den Schluss aufgehoben haben. In unserer Abschlussserie erzählen ehemalige und (noch) aktive Redakteure von ihren einprägsamsten Momenten während ihrer Zeit bei Sturm12.at. Den Anfang machen Peter Troissler, Andreas Terler und Markus Zottler.

 

Under Great White Northern Lights von Peter “Präsident” Troissler 

Juli 2013. Schiedsrichter Ognjen Valjic aus Bosnien beendet das Fußballspiel zwischen Breidablik Kopavogur und Sturm Graz. Ich sitze und schwitze in einer Altbauwohnung in der Grazer Radetzkystraße. Nicht weil das Spiel besonders spannend war und auch nicht, weil der Sommer außergewöhnlich heiß ist. Nein, ich schwitze, weil dieses heutige Sturm-Spiel etwas besonderes war.

An diesem 18. Juli treffen die Schwarzen aus Graz in der Qualifikation zur Europa League in Kopavogur, einem Vorort von Reykjakvik, auf die isländischen Außenseiter.  Das Spiel ist für Sturm12.at kein Spiel wie jedes andere: Durch die tatkräftige finanzielle Unterstützung der Sturm12.at-Leserinnen und Leser konnten wir uns die sehr teure Reise für einen Redakteur überhaupt erst leisten. Gleichzeitig stand uns ein, aller Voraussicht nach, sehr gut “klickender” Liveticker bevor, da das Spiel weder in den verschiedenen “Internets” via Livestream, noch im Fernsehen gezeigt wurde. Im Nachhinein betrachtet sollte es sogar der meistgelesene Ticker aller Zeiten sein. Und das wichtigste Detail am Rande der Partie: Mit der späteren Ticker-Legende Lukas Matzinger schickten wir damals einen absoluten Frischling und Liveticker-Neuling in den hohen Norden. Diese Tatsache sorgte durchaus für ein bisschen Bauchweh (entschuldige, Lukas!) bei den Verantwortlichen, vor allem auch deswegen, weil die Spielberichterstattung auf Sturm12.at prinzipiell aus dem Liveticker, einem Spielbericht, Audiofiles, also den Stimmen zum Spiel, und einer Fotogalerie bestand. Lukas sollte also quasi zeitgleich vier Geschichten schreiben. Da sich diese Aufgabe in der Planung als unlösbar herausstellte, mussten wir improvisieren.

Am Tag vor dem Spiel kutschierte ich Lukas zum Flughafen Graz, wo die Spieler des SK Sturm gerade eincheckten. Lukas nahm seinen Koffer, drehte sich zu mir um und sagte: “Wird scho hinhauen, Peda!” Natürlich würde es hinhauen. Knapp eine Stunde vor Anpfiff öffneten Clemens Ticar, damals noch Chefredakteur und QWERTZ-Bomber vom Dienst, Markus Zottler und ich unsere Notebooks und bereiteten uns auf DIE Spielberichterstattung vor. Via Skype starteten wir eine Konferenz mit Lukas in Island und Jürgen Pucher in Wien. Letzterer bekam die undankbare Aufgabe zugetragen, den Spielbericht zu dieser Partie zu verfassen, ohne eine einzige Sekunde davon gesehen zu haben. Lukas tippte abwechselnd in den Liveticker und in den Skypechat. “Um etwaigen Fragen vorzubeugen: Ja es ist wirklich sehr kalt. Und nein, es wird wirklich nicht finster”, war da etwa im Ticker zu lesen. “I GSPIA MEINE FINGER NET MEHR UND ES WOR NO NET AMOI ANPFIFF!”, stand zeitgleich auf Skype. Lukas hielt durch. Clemens, Markus und ich schmückten die knappen Erzählungen Lukas’ für Facebook- und Twitter-Postings blumig aus. Als die maue Partie beim Spielstand von 0:0 in die Zielgerade einbog, tippte Lukas noch ein paar Facts zum Spielverlauf in den Skypechat, nahm danach das Aufnahmegerät in die Hand und lief in die Mixed-Zone, um Stimmen der Spieler einzufangen. Clemens, Markus und ich schmückten wieder ein wenig aus und beendeten den Ticker von Graz aus, ohne auch nur eine einzige der beschriebenen Szenen gesehen zu haben. Ebenso wie Jürgen, der einen fabelhaften Spielbericht fabrizierte. Hätte Sturm in Minute 93 getroffen, wir hätten es nicht gewusst. Sturm traf – aus damaliger Sicht muss man trotz schwarz-weißer Brille “Gott sei dank” sagen  – nicht mehr. Auch ein paar Tage später war die Neuner-Kette der Isländer nicht zu überwinden und die Grazer verabschiedeten sich mit einer peinlichen Heimniederlage aus der Qualifikation.

Über 9.000 Leser waren bis Schlusspfiff bei diesem Liveticker aus Island dabei. Das war Rekord. Ist es auch heute noch. Als Obmann des Vereins Sturm12.at möchte ich mich dafür und vor allem auch für die Kritik, das Feedback und die vielseitige Unterstützung in den letzten knapp sechs Jahren nochmal herzlich bedanken. Ihr alle wart für dieses Projekt überlebenswichtig, ein unverzichtbarer Teil davon. Wir alle waren Sturm12. Es war mir eine Ehre mit und für euch zu schreiben.

 

Fünf Mal „Oarsch“ in 45 Sekunden  von Andreas Terler

Nach verdienten Meisterehren stolperte der SK Sturm in der Saison 2011/12 über mehrere Hochzeiten. Der Herbst als Titelverteidiger war dicht und von Inkonstanz und mühsamen Spielen geprägt. So wie jenem am 6. November.

Vor der 14. Runde hieß der Tabellenführer Admira und Sturm war – zehn Runden nachdem man das Schlusslicht darstellte – auf Platz sechs angelangt. Das Duell mit dem SV Kapfenberg – seit dessen Aufstieg und dem Verschwinden des GAK zum Derby hochstilisiert – lockte an diesem trüben Sonntag, trotz ORF-Liveübertragung, 12.000 Fans nach Liebenau. Sturm führte eine tragische Komödie auf, die einer Kurzfassung der Herbstsaison gleichkam. Hauptdarsteller Darko Bodul versetzte seinen Trainer und den Anhang mit einer Mischung aus Überheblichkeit und Unvermögen mehrmals in Rage, ehe er in Minute 96 mithilfe des Hinterns von Michal Ordos doch noch das Siegtor produzierte.

Wie üblich hatte ich zu diesem Zeitpunkt schon meinen Platz auf der Pressetribüne geräumt, um mich auf den Weg in die Mixed-Zone zu begeben, wo ich mich einmal mehr auf die Mammutaufgabe einstellte: Verbitterten Grazern Sätze aus der kalten und enttäuschten Nase zu ziehen. Die Schlusssekunden einer verdächtig langen Nachspielzeit liefen noch auf einem Fernseher vor meinen Augen im Presseraum ab. Dort, wo sich auch einmal ein selbsternannter Volks Rock nRoller vor seinem Auftritt mit nervöser Hand das eine oder andere Bier einverleibt hatte, prasselte tobender Jubel wie stürmischer Regen auf mich herab.

Die Gedanken neu ordnend, stellte ich mich an das Ende des Spielertunnels. „Das war heute Krieg bis zum Ende“, hielt Silvije Čavlina fest. „Das sind die schönsten Momente“, fand Franco Foda. „Spannende Interpretationsunterschiede“, dachte ich mir. Doch erst als David Sencar ein angebliches Foulspiel vor dem Siegtor zu erklären versuchte, nahm dieser Nachmittag eine unterhaltsame Wende. Gästetrainer Werner Gregoritsch – Fußballösterreich seit jeher als homophobes Rumpelstilzchen bekannt – drehte am Ventil für seine angestauten Aggressionen und machte einen Schiedsrichterassistenten in gewohnt ungehobelter Manier auf seine Fehler aufmerksam. Dabei war er so in Rage, dass er sogar ein paar Sekunden benötigte, bis ihm das Wort „Einwurf“ einfiel. Als ihn dann ein Securitymitarbeiter darum bat, doch bitte in die Kabine zu verschwinden, war es um den Berufscholeriker geschehen. Medienvertreter wandten ihre Blicke von den Spielern ab, die sich nach der Reihe umdrehten, um ein original steirisches Naturschauspiel zu verfolgen.

Geh weg, sonst schlog‘ i dir ane eini. Schleich di, du Oarsch, du. Geh weg vo mir! Du Oarsch, du. I kann da stehen was i will do. Schleich di do. Schleich di do jetzt. Schleich di von do vo mir auf an halben Meter du Oarsch du. Waßt selber, dass i an‘zunden bin und foahrst zu mir zuwi. Wos is mit dir? Was willst vo mir? Du Oarsch du. Da ist die Coachingzone, da kann i reden, was willst du zu mir sagen i sull eini gehen? Halt die Pfeifn, du Oarsch du. G’schissener du. Du weißt genau wie’s mir geht. Sowas hab i no nie erlebt. Was blast du di auf, du Volltrottel du?“

Als sich der offizielle Werner danach freiwillig vor die Mikrofone stellte und meinte, dem Schiedsrichter einen Vorwurf zu machen, wäre nicht in Ordnung, musste ich mir ein Grinsen verkneifen. Wenige Stunden später unterhielt Sturm12.at mit dem Audiofile des steirischen Wüterichs ein ganzes Land und konnte seine Bekanntheit wieder um ein Stück steigern. Zwei Fakten muss ich mir jedes Mal, wenn ich mir dieses Stück jüngerer Bundesligageschichte anhöre, von neuem vor Augen führen. Erstens: Dieser Mann zeichnet für Österreichs U-21-Nationalteam verantwortlich. Und zweitens: Er ist gelernter Hauptschullehrer.

 

Brothers in Arms von Markus Zottler

Es war eine Zeit, als Franco Foda zum ersten Mal intensiver mit dem 1. FC Kaiserslautern flirtete und ein Sturm12.at-Interview mit Walter Hörmann für viel Aufregung sorgte. Der ehemalige Sportdirektor hatte in seiner unnachahmlich konkreten Art Sturm-Präsident Hans Rinner fehlende Kompetenzen vorgeworfen – sportlich wie ökonomisch und überhaupt. Die Quintessenz: “Es war mit einem Hans Rinner nicht möglich zu arbeiten”. Das Interview, ein rhetorischer Rundumschlag der emotionalen Sonderklasse. Ein paar Tage später feuerte der Präsident via Sturm12.at zurück: Hörmann habe vieles nicht verstanden und könne ja  selbst nicht einmal zwischen einer Personengesellschaft und einer Kapitalgesellschaft unterscheiden. Außerdem habe er, Rinner, nie gesagt, dass Hörmann bei Sturm gute Arbeitet geleistet habe. Na bumm.

Auch sportlich stand der Sommer 2009 unter frechen Vorzeichen, personifiziert vom damals 20-jährigen Daniel Beichler. In der Saison davor hatte den Youngster ein 137-Minuten-Schnitt pro Tor zum effizientesten Spieler der Schwarz-Weißen gemacht, die Sturm12.at-Leser honorierten das mit dem Sieg beim Leserzeugnis und einer Rekordbewertung von 1,28. Wir nahmen das zum Anlass, um mit Beichler einen Interview-Termin auszumachen. Das Ganze sollte während des Trainingslagers in Bad Radkersburg stattfinden, telefonisch hatten wir uns mit dem offensiven Mittelfeldspieler geeinigt. Damals, als es noch keine vom Verein gesteuerte und inhaltlich hochglanzpolierte Kommunikation gab. Beim Hotel der Grazer angekommen, noch ein schneller Anruf. “Ja, kommt’s einfach rauf ins Zimmer. Dann machen wir das”.

Es war eine Zeit, als wir journalistisch unbekümmert und gleichzeitig mit hochprofessioneller Attitüde tollpatschig arbeiteten. Learning by doing im ureigensten Sinne, aber stets ambitioniert und mit viel Freude. So sitzen wir plötzlich in diesem chaotischen, völlig unaufgeräumten Zimmer; hören, dass Franco Foda davon besser nie erfahren darf, und sprechen mit Beichler über sein Verständnis von Sturm Graz, unterschiedlichste Fußballertypen und die aufstrebende Marke Marko Arnautovic. “Wenn jemand frech ist, ist das auch in Ordnung”, sagt der 20-Jährige in diesem Zusammenhang. Wir nehmen es als Titel des Interview – auch weil es den quirligen und keinesfalls auf den Mund gefallenen Grazer selbst ideal beschreibt.

Zimmergenosse Jakob Jantscher nimmt all das seelenruhig auf dem Bett liegend zur Kenntnis. Die “Turbo-Twins”, wie Medien in diesen Zeiten gerne über die beiden Jung-Nationalspieler schreiben. “Brothers in Arms” – gedankliche Waffenbrüder, sportlich sozialisiert in der Gruabn, später Teile der Fankurve und selbst Sturm-Spieler. Authentizität, Unbekümmertheit und Vereinsverbundenheit machten die beiden zu Publikumslieblingen und beschrieben dadurch ein besonderes Kapitel Sturm-Geschichte.

“Wer mich kennt weiß, dass ich in der Öffentlichkeit entweder die Wahrheit sage, oder das Thema gänzlich unkommentiert lasse”, sagte Daniel Beichler in einem anderen Sturm12.at-Interview. In Berlin soll dem Grazer bei Hertha BSC Ersteres auf den Kopf fallen und in weiterer Folge einer Rückkehr zu Sturm den Weg ebnen. Dort lernt Beichler die kurze Halbwertszeit von Zuneigung am Fußballplatz kennen. Beim aktuellsten Leserzeugnis landet der heute 26-Jährige mit 4,32 als Durchschnittsnote am letzten Platz.

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Sturm12.at geht, die Statistik bleibt http://www.sturm12.at/2014/12/27/sturm12-at-geht-die-statistik-bleibt/ http://www.sturm12.at/2014/12/27/sturm12-at-geht-die-statistik-bleibt/#comments Sat, 27 Dec 2014 18:15:01 +0000 http://www.sturm12.at/?p=137766 Mit Silvester geht nicht nur das Jahr 2014 zu Ende, sondern auch ein Sturm12.at-Format, das Tradition hat. Ein allerletztes Mal blickt der Sturmologe auf den Sportklub Sturm, die Österreichische Bundesliga und jede Menge an Statistiken. Einen abschließenden Blick wirft er auch auf die Historie des Mediums selbst.  Zuvor aber wird der Sturm12.at-Statistiker noch ein paar Zeilen einer Herbstsaison von Sturm Graz widmen.

Herbstsaison 2014

Noch einmal gibt es einen Blick auf die vergangenen 19 Runden der Bundesliga und die drei ÖFB-Cup-Runden, die es zu absolvieren galt, bevor man sang und klanglos gegen Rapid Wien ausschied. Zwei besondere Größen der Sturm-Historie haben die Sturm-Familie im Laufe der Herbstsaison verlassen: Helmut L- Kronjäger, einstiger Sturm Graz-Spieler, ehemaliges Mitglied im Trainerstab von Ivica Osim, Ex-Sportdirektor des Steirischen Fußballverbandes und Trainer der SV Ried, verlor seinen langwierigen Kampf gegen den Lymphknotenkrebs. Er war der erste Trainer, der mit den Riedern im Jahr 2001 auf Grazer Boden gewinnen konnte. Da staunte selbst ein zum damaligen Zeitpunkt bereits dreifach Champions League erprobter Ivica Osim. Zudem trauert die Sturm-Familie um Blackys-Urgestein Otto Mühlbauer. Der ehemalige Stürmer, der in 150 Spielen 61 Tore für die Schwarz-Weißen erzielte und zudem auch als Jugendleiter und Trainer tätig war, verstarb im Dezember im Alter von 90 Jahren.

Bundesliga

– Zum vierten Mal in Folge gelang es den Blackys nicht, den Bundesliga-Auftakt zu gewinnen.

– Nachdem zumindest jeder Kaderspieler ein Spiel in dieser Saison aufgrund Verletzungen oder Sperren versäumt hat, gibt es keinen Spieler, der alle 36 Saison-Partien absolvieren wird.

– In Runde zehn erzielte Daniel Beichler gegen den SCR Altach ein Tor nach exakt 19:09 Minuten.

– Kein einziger Sturm-Spieler stand über die volle Distanz von 19 Spielen am Spielfeld. Michael Madl, Christian Klem, Marco Djuricin und Marko Stankovic schafften es auf jeweils 18 Einsätze.

© SturmTifo.com

© SturmTifo.com

– Mit 16 Jahren, 4 Monaten und 20 Tagen bei seinem ersten Einsatz am 17. August im Heimspiel gegen die Wiener Austria ist Sandi Lovric der jüngste Spieler, der jemals für Sturm Graz in einem Pflichtspiel zum Einsatz kam.

Anel Hadzic ist jener Spieler, der mit zehn gelben Karten die meisten Verwarnungen aller Bundesliga-Spieler bekam. Aber auch Rieds Harald Pichler hält bei satten zehn Stück.

Marco Djuricin ist der Topscorer bei Sturm Graz. Bei 18 Einsätzen erzielte er elf Treffer und liegt somit auch auf Platz drei der Torschützenwertung in der Bundesliga. Djuricin ist auch der beste aus Österreich stammende Stürmer der Liga.

– Anel Hadzic und Thorsten Schick lieferten jeweils fünf Assists im laufenden Bewerb.

– Von so einer Distanz hat wohl noch niemand getroffen: Gegen den WAC traf Daniel Offenbacher aus sage und schreibe 62 Metern Entfernung in das Tor von Alexander Kofler.

– Den ersten Treffer der Partie besorge allerdings Thorsten Schick. Insgesamt lagen beide Tore somit exakt 88 Minuten auseinander.

– In der aktuellen Saison absolvierte Franco Foda in seiner nunmehr dritten Ära bei Sturm sein 300. Spiel auf der Trainerbank der Blackys.

– Eine starke Auswärts-Bilanz lieferten die Grazer bislang. Insgesamt war man sieben Auswärtsspiele in Folge ungeschlagen, vier davon unter Franco Foda.

– Die bösen Buben aus Graz: Mit insgesamt 65 Karten (63 in gelb, zwei in gelb-rot) führen die Blackys die Kartenstatistik der Bundesliga klar an.

– In Runde 16 hat man mit einer Niederlage sogar einen Platz gewonnen, da Rapid in derselben Runde eine höhere Niederlage als der SK Sturm kassierte und somit die schlechtere Tordifferenz hatte.

– Mit einer Tordifferenz von 27:23 und 28 Punkten überwintert der SK Sturm auf Platz fünf der Tabelle. Noch im Vorjahr reichte ein Punkt mehr am Ende der Saison für Wacker Innsbruck nicht, um dem Abstieg zu entgehen.

– Im Schnitt erzielten die Blackys 1,42 Tore pro Spiel. Im Vergleich zu 288 Toren in 95 Bundesliga-Partien erscheinen 27 von Sturm Graz allerdings relativ wenig. Allerdings haben die Grazer mit 23 Gegentreffern dafür die zweitbeste Verteidigung der Liga.

– Die meisten Gegentore, elf an der Zahl, erhielten die Grazer in den 15 Minuten vor bzw. nach der Halbzeit. Die Aufzeichnung der letzten 15 Jahre aber belegt, dass die Schwarz-Weißen die meisten ihrer Gegentreffer in der Schlussviertelstunde erhalten. Insgesamt waren es 162 seit der Saison 1999/2000.

– Während Darko Milanic in neun Spielen mit seinem Team elf Punkte ergatterte, erreichte Franco Foda nach seiner Rückkehr in ebenso vielen Spielen sechzehn Punkte.

– Im Schnitt besuchten bislang 9.060 Zuseher die Heimspiele des SK Sturm. Ausverkauft war man seit dem letzten Spiel in der Meistersaison nie.

ÖFB-Cup

– Marco Djuricin erzielte in drei Cup-Partien satte sechs Treffer, jeweils drei gegen den SC Schwaz und Austria Salzburg.

– Erstmals seit der legendären Champions League-Saison 2000/01 stand beim Spiel gegen den SC Schwarz wieder ein Russe in der Startelf von Sturm Graz. Nachdem Ramiz Mamedow und Sergey Yuran (in der Ukraine geboren, diese gehörte 1969 allerdings noch zur Sowjetunion) im europäischen Geschäft groß aufspielten, wurde im Sommer Naim Sharifi verpflichtet, der an diesem Tiroler Sommertag zum ersten Mal in einem Pflichtspiel ran durfte.

– Nach dieser Cup-Saison hält der SK Sturm nun bei insgesamt 133 Siegen und 51 Niederlagen in der ÖFB-Cup-Historie.16 Mal stand es nach 90 Minuten noch Unentschieden. Vor allem aufgrund zahlreicher Kantersiege steht in der bisherigen Bilanz eine Tordifferenz 475:248 zu Buche.

– Während in Österreich bereits der Cup-Bewerb ausgetragen wurde, lief in Brasilien noch die Fußball-WM. Anel Hadzic war der erste Sturm-Spieler bei einer WM seit dem Jahr 1998 als mit Ivica Vastic, Mario Haas, Hannes Reinmayr, Roman Mählich und Markus Schopp fünf Sturm-Kicker im Kader der Nationalmannschaft Österreichs standen.

– Nach zwei hohen Siegen folgte die Ernüchterung im Ernst-Happel-Stadion gegen Rapid. Seit der Wiedereinführung des ÖFB-Cups in der Saison 1958/59 gab es fünf Aufeinandertreffen mit den Grün-Weißen. Im Jahr 1962 scheiterte man ebenfalls im Achtelfinale an den Wienern, 2:1 lautete der Endstand in Wien. Und neun Jahre später gab erneut im Achtelfinale ein bitteres Aus für die Blackys. Mit 6:1 wurde man in Wien vor nur 3.000 Zusehern vom Platz gefegt, den Ehrentreffer besorgte der Däne Kurt Stendal. Nichts zu holen gab es auch 1983 aus dem Hanappi-Stadion. Sturm ging durch einen Bozo-Bakota-Elfmeter in Führung, Rapid drehte die Partie in ein 3:1 und die Blackys kämpften sich durch Tore von Gernot Jurtin und Rudolf Schauss noch in die Verlängerung. Rapid gelang es aber, noch zwei Tore zu erzielen, ein gewisser Johann Krankl besorgte in Minute 111 den 5:3-Endstand. Auch Anlauf vier, im Viertelfinale der Cup-Saison 2000/01 brachte den Schwarz-Weißen kein Glück. Nach einem 2:2 vergaben Markus Schupp und Gilbert Prilasnig im Elfmeterschießen und der Sieger hieß erneut Rapid.

Sturm12.at

– Wir schrieben den 13. Februar 2009 als der erste Artikel von Sturm12.at, verfasst von Julia Wendl, online geht. Seitdem sind exakt 2143 Tage vergangen (Stand: 27. Dezember 2014). Seither wurden exakt 5.423 Artikel verfasst und 1.093 Kurzmeldungen veröffentlicht.

– Exakt 52 Teammitglieder hatte Sturm12.at in fast sechs Jahren zu verzeichnen. Darunter befanden sich nicht nur Redakteure, sondern auch Fotografen, Grafiker und Technikgurus. Zuletzt waren 26 ehrenamtliche Mitarbeiter für Sturm12.at tätig.

© SturmTifo.com

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– Weit herumgekommen sind die Redakteure von Sturm12.at. Und das nicht nur zwischen Altach und Mattersburg, Klagenfurt und Ried. Insgesamt berichtete man – passend zum Namen des Mediums – aus zwölf Ländern. So gab es von legendären Besuchen bei einer alten Dame in Turin oder einem Mäzen in Charkiw zu erzählen, Geysire und heiße Quellen in Island wurden besucht, in Moskau bei Eiseskälte gefroren. In Griechenland bestieg man zweimal die Akropolis, mit Weißrussland besuchte man “die letzte Diktatur Europas”, während man noch im selben Jahr die Hauptstadt der EU in Belgien sehen durfte. Zudem besuchte man in zwei aufeinanderfolgenden Jahren die Heimat zwei georgischer Ex-Sturm-Spieler, mehrmals gastierte man in der Türkei, ob Trainingslager oder Europa League, es wurde wenig gescheut, um vom Sportklub Sturm zu berichten. So wohnte man auch einem Blitzturnier in Deutschland bei. Weitere Reisen im internationalen Geschäft führten in die Heimatländer von Samir Muratovic oder Nikola Vujadinovic. Aber auch den ehemaligen Ostblockstaaten Ungarn und Rumänien durfte man während erfolgreicher Europa League-Jahre einen Besuch abstatten.

– Seit der Gründung von Sturm12.at wechselte Sturm insgesamt sechsmal den Trainer. Auf die Ära Foda II folge Thomas Kristl, danach mit Peter Hyballa der nächste Deutsche. Nach einem kurzen Intermezzo durch Markus Schopp wurde Ex-Blacky Darko Milanic zum Sturm-Trainer erkoren, nach dessen Abgang zu Leeds United wiederum durfte Günther Neukirchner für zwei Spiele auf der Trainerbank nachfolgen, ehe Franco Foda zum dritten Mal als Chefcoach verpflichtet wurde.

– Aber auch die Präsidenten wechselten einander ab. Feierte 2010 noch Hans Rinner als Sturm-Präsident den vierten Cup-Titel der Vereinshistorie, so war es ein Jahr später bereits Gerald Stockenhuber, der die Meisterschale stemmen dürfte. Dieser wiederum wurde bereits ein Jahr darauf von Christian Jauk beerbt.

– Seit der Gründung von Sturm12.at gab es nur einen einzigen Spieler, der im Zeitraum von Februar 2009 bis Dezember 2014 immer im Kader stand und zudem auch in diesen fünf Jahren pro Saison für zumindest ein Spiel eingesetzt wurde: Christian Gratzei.

Sturmologen-Highlights

– Nach 163 Ausgaben des Sturmologen ist nun Schluss. Den Rekord an den Statistik-Artikeln hält Benjamin Sikora mit insgesamt 106 verfassten Ausgaben.Der aktuelle Autor, Patrick Weißenbacher, verfasste bis zum heutigen Tag 46 Sturmologen. Jan Michael Marchart brachte es auf auf neun Stück, Christopher Houben immerhin auf zwei. Abschließend sei ein Blick auf die schönsten Statistiken und Anekdoten aus allen Ausgaben geworfen:

– Zum zehnten und letzten Mal gibt es einen (Halb-)Saison-Sturmologen. Drei weitere Sturmologen setzten sich zuvor mit Spezial-Themen auseinander.

– Der erste Sturmologe, verfasst von Christopher Houben, ging am 16. März 2010 online. Er beschäftigte sich mit einem mauen 0:0 beim SC Wiener Neustadt.

Die besonderen Kuriositäten aus 162 Ausgaben:

– So gut wie niemand im Bullenstall: Darko Milanic gelang es als bisher einzigen Bundestrainer der Bundesligageschichte zweimal in Folge in Wals-Siezenheim zu gewinnen. Einige Vereine konnten nicht ein einziges Mal in Salzburg gewinnen. Weder Juventus Turin, Paris St. Germain oder Ajax Amsterdam war dies bislang gegönnt.

– So schlecht wie nie zuvor: Am 07.04.2013 ging man in der Bullen-Arena nicht nur sang- und klanglos unter, sondern gab auch erstmals, seit es Datenaufzeichnungen gibt, keinen einzigen Torschuss ab.

– Während der Spielzeit 2012/13 wurde Ivica Osim von Franz Lederer als am längsten bei einem Bundesliga-Verein unter Vertrag stehendem Trainer abgelöst.

– In selbiger Saison gelang es dem SK Sturm erstmals, durch ein Eigentor ein Spiel zu gewinnen. So geschehen beim 1:0-Auswärtssieg im September 2012 in Ried.

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– Die Saison 2012/13 brachte auch einen großen Abschied mit sich: Vereinslegende Mario Haas beendete eine Vorzeigekarriere nach 547 Pflichtspielen und 180 Toren für seinen SK Sturm. Zur Verdeutlichung, wie lange der Einstieg des Mario Haas in die Profikarriere zurückliegt: Als er begann, gab es die Rückpassregel und das Bosman-Urteil noch nicht, dafür aber die Zwei-Punkte-Regel. Außerdem gibt es keinen einzigen Vereinstitel, den der SK Sturm ohne den “Bomber” holte. Zudem ist der Grazer der letzte Torschütze eines Grazer Derbys.

– Zum ersten Mal überhaupt stand am 04. Dezember 2013 eine Sturm-Elf am Spielfeld, bei der kein Akteur eine Trikot mit einer einstelligen Rückennummer trug.

– Sage und schreibe 4.287 Tage oder umgerechnet etwas weniger als zwölf Jahre war Sturm sieglos in Salzburg. In dieser Zeit hätte man nach Jule Vernes Roman “In achtzig Tagen um die Welt” 53 Mal die Erde umrunden können. Im 150. Aufeinandertreffen der beiden Vereine in der Meisterschaft gelang Sturm dann aber doch der historische Erfolg. Man schrieb den April 2014. Als man zuvor den letzten Sieg in Salzburg erlangen konnte, spielte man noch im Lehener Stadion unter Trainer Ivica Osim, Heinz Weber stand im Tor, Hannes Kartnig war noch Kaiser am Präsidiums-Thron, der Euro erst seit wenigen Monaten offizielles Zahlungsmittel und Sven Hannawald legendärer Sieger der Vier-Schanzen-Tournee.

– Ein einziger Elfer wurde in der Zeit von 2009 bis 2014 von einem Sturm-Goalie pariert. Benedikt Pliquett gelang dies im November 2013 auswärts in Salzburg. Zuvor war dieses Kunststück Christian Gratzei im Frühjahr 2008 bei Wacker Innsbruck gelungen.

– Der Sturmologe hat sich auch die ORF-Live-Partien der Blackys angesehen, die ja im negativen Sinne etwas ganz Besonderes darstellen: Seit der Saison 2007/08 gab es inklusive der Pleite am vergangenen Sonntag in 59 ORF-Live-Partien 26 Niederlagen und 20 Remis. In der Herbstsaison 2014 konnten die Blackys von den bislang vier dieser im ORF übertragenen Partien keine einzige gewinnen.

– Im Dezember 2013 gelang es Marc-Andre Schmerböck im Spiel gegen Rapid Wien mit seinem ersten Torschuss in der Bundesliga sogleich seinen ersten Treffer zu erzielen.

– Im selben Spiel kam es im insgesamt 183. Aufeinandertreffen mit den Hütteldorfern zum ersten Mal vor, dass die Grün-Weißen ein Eigentor erzielten.

– Einen kuriosen Abstiegskampf gab es im Frühjahr 2013. 27 verschiedene Szenarien gab es vor dem letzten Saisonspiel, um einen Absteiger zu finden. Nur ein einziges davon sah den SV Mattersburg für Liga zwei vor. Und genauso kam es auch.

– Im Mai desselben Jahres gab es eine kuriose Begebenheit in einem Spiel gegen Ried. Je zweimal wurde gegen einen Innviertler die Ampelkarte gezeigt. Ampel gibt es in Ried allerdings weniger, nämlich eine einzige.

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– Drei Spielabsagen gab es während der Zeit von Sturm12.at. Schiedsrichter Markus Hameter befand im November 2013 den Rasen in Graz-Liebenau im Vorfeld der Partie Sturm gegen Ried für unbespielbar. Es war nach den Absagen vor den Spielen gegen Real Madrid (1998 und erstes Championsleaguespiel, das verschoben wurde) und den GAK (2005) erst die dritte Absage in Liebenau-neu überhaupt. Der aller erste Artikel von Sturm12.at handelte von eben so einer Spielabsage. Nachdem die Partie gegen Austria Kärnten in Klagenfurt bereits im November 2008 abgesagt wurde, wurde auch der Ersatztermin vom 17. Februar 2009 verschoben. Die dritte und letzte Absage im Bunde gab es im Februar des selben Jahres. Denn auch in Wien-Favoriten konnte man wegen Schneefalls nicht spielen.

– Aber auch Spielabbrüche gab es zu verzeichnen: Einen im November 2012 auswärts bei Wacker Innsbruck wegen Wurfgeschossen, einen weiteren nach “starken Regenfällen” in Wolfsberg beim Spielstand 1:1 nach exakt 62 Minuten und 27 Sekunden. Auch das Wiederholungsspiel endete 1:1 – gespielt wurde in Klagenfurt.

– Faszinierendes aus der Meistersaison 2010/11: 17 Mal spielten die Blackys zu null, erzielten 66 Tore und schafften es sechs Mal, das Stadion bis auf den letzten Platz zu füllen.

– Ein Jahr nach dem Titel gelang es der Foda-Elf in der Saison 2011/12 sechs Spiele lang nicht, ein Tor zu erzielen.

29 Schüsse gaben die Hausherren zum Trainer-Debüt von Peter Hyballa ab. So viele waren es in keinem einzigen Spiel der letzten zehn Jahre. Zuletzt gelang dies unter Ivica Osim im Juli 2002 beim 3:0 über SW Bregenz. Dennoch ging die Partie gegen die Salzburger Bullen mit 0:2 verloren.

– Oktober 2013, Sturm gegen Rapid, Gerhard-Hanappi-Stadion: Zum ersten Mal seit Einführung der Bundesliga in der Saison 1974/75 wurden gegen Sturm zwei Elfmeter verhängt. Umgekehrt wurden den Schwarz-weißen in der Champions League-Qualifikation gegen Feyenoord Rotterdam (2000) und in der Liga gegen denLASK (2010) je zwei Elfer zugesprochen. Allesamt wurden sie verwandelt.

Rubin Okotie erzielte sein erstes Pflichtspieltor im Sturm-Dress in Liebenau. Er traf ins eigene Tor.

– Die Krux mit dem Nationalteam: Graz war nach Linz im Jahr 1970 erst die zweite Stadt, die ein Länderspiel des ÖFB außerhalb der Bundeshauptstadt austragen durfte. 0:1 war damals das Ergebnis gegen Jugoslawien im Alten Liebenauer Stadion. Es folgten noch zwei weitere Partien im Süden von Graz. Seit Neueröffnung des Liebenauer Stadions wurden dort zwölf Länderspiele ausgetragen. Der Grazer Rasen erwies sich dabei als durchaus guter Boden für Rot-Weiß-Rot: Nur zwei Niederlagen musste man in Liebenau hinnehmen – eine gegen Ungarn, die andere gegen Schweden. Zuletzt gab es im Juni 2012 ein Länderspiel in Graz.

– Nur vier Sturm-Tormänner durften in der über 100-jährigen Geschichte des ÖFB bis jetzt das Tor von Österreich hüten: Günter Paulitsch, Otto Konrad, Thomas Mandl und Christian Gratzei.

– Der erste Sturmspieler, der für das Nationalteam auflaufen durfte, war Helmut Senekowitsch. Am 25.09.1957 gab er sein Debüt im Auswärtsspiel gegen die Niederlande in der Qualifikation für die WM 1958 in Schweden. Der blonde „Seki“ trug damals die Nummer acht. Bereits vier Tage später erzielte er seinen ersten Treffer für Österreich – im Spiel gegen Luxemburg.

Mit diesen Fakten bedankt sich der Sturmologe herzlich bei denen, die es möglich machten: Bei den Spielern, die Bälle aus dem Stadion schossen und Trainern, die die Coachingzone verließen. Ein Dank an die Schiedsrichter, die sich als erfahrene Kartenspieler bewiesen oder mutige Entscheidungen trafen. Gedankt sei auch dem Wettergott und dem stets verlässlichen Zufall. Eine Aufwertung erlangte das Format durch den stetigen Input in den Kommentaren der stets aufmerksamen User. Der Sturmologe sagt beim Abschied leise: Sturm Graz!

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12 legendäre Liveticker http://www.sturm12.at/2014/12/26/12-legendaere-liveticker/ http://www.sturm12.at/2014/12/26/12-legendaere-liveticker/#comments Fri, 26 Dec 2014 13:53:05 +0000 http://www.sturm12.at/?p=138688 30. Juni 2009: Gegen den FC Gratkorn testet Sturm in Bad Radkersburg 120 Minuten lang. Am Ende wird es dem jungen Daniel Beichler etwas fad – und er übernimmt den Ticker.

114. Min: Der Tag in Radkersburg neigt sich dem Ende zu. Das Spiel auch.
115. Min: Daniel Beichler hat sich zu uns gesellt und lässt die Fans herzlich grüßen. Er bedankt sich für die Wahl zum Spieler der Saison.
sturmfan09: hallo beichi!!! wünsch dir alles gute und viel glück in der neuen saison! mfg christian aus naarn
Sturm09: Was sagt der Beichi zu den neuen Dressen?
Net so schlecht. Brav kaufen.
Grüni: ja echt voll barca…..auch die heimdressen mit diesen 2 breiten streifen
Ja ja. Is ganz ok. Like Barca. Jetzt müss ma nur mehr so spielen.
Sturmmani: Viel Glück Beichi für die kommende Saison!
Danke Sturmmani. Machs gut.
SturmGraz29: find ich toll von dir, dass du dich mit den fans unterhaltest…
Ja mach ich gern. Immer wieder. Wenn Sturm12 ruft, bin i da.
Danke ans Sturm12.at-Team für die tolle Berichterstattung. Ich hoffe auch die vielen Fans erkennen des an. (der ganze Ticker)

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12. September 2009: Sturm führt zuhause gegen den LASK sicher mit 3:0. Keiner zweifelt am Sieg – auch nicht Christopher Houben und Julia Wendl am Liveticker. So kann man sich täuschen (PS: “Marc Reiter” basiert auf einem in Sturm12.at-Kreisen legendären Verhörer – natürlich heißt der Torschütze Georg Margreitter.)

77. Min: Sturm spielt in den letzten Minuten nicht mehr mit dem letzten Elan und konzentriert sich darauf, die Führung zu verwalten.
Tor für den LASK
79. Min: Prager trifft nach einem Querpass von rechts.
Das Tor war eher ein Resultat von kollektiver Unachtsamkeit nach den ganzen Wechseln. (…)
Es ist heute denkbar unangebracht, sich über einen Gegentreffer aufzuregen. Sturm dominiert die Partie nach Belieben.
Rene1980: was soll die negative stimmung auf einmal, es steht 3:1 (…)
90. Min: Die offizielle Nachspielzeit beträgt 5 Minuten.
90. Min: Tor für den LASK. Wieder ist es eine Unachtsamkeit in der Grazer Abwehr – Saurer trifft nach einem Querpass von rechts
Raphi (krank): Was isn jetzt los?
Das ist jetzt wirklich unnötig. Anstatt konsequent die Partie zu Ende zu spielen, bekommt Sturm zwei Gegentore.
sturm1909: boah, bin ich jz nervös!! (…)
95. Min: Wallner legt sich den Ball zurecht
95. Min: Tor für LASK
95. Min: Gratzei kann den Freistoß von Wallner nicht festhalten und wehrt ihn nach vorne ab. Mark Reiter haut den Ball ins Netz. 3:3.
Steffi00151: nnnnnneeeeeiiiiiiiiiiiiiiiinnnnnnnnnnnnnnnnn!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Das Spiel ist aus.
Wir sind gerade selber ziemlich erstaunt. (der ganze Ticker)

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2. Februar 2010: Die Trainingslager in Belek sind für unsere Redakteure stets eine Herausforderung. Besonders schlimm trifft es Christopher Houben und Jakob Dohr bei einem Spiel gegen Spartak Moskau im Jahr 2010.

7. Min: Unglaubliche Bedingungen hier am Cornelia Sportcomplex, es stürmt wild. (…)
23. Min: Sogar den Laptop-Bildschirm drückt der Wind regelmäßig nach vorne. (…)
42. Min: Nun beginnt es leicht zu regnen. Wind und Regen sind wirklich eine unglaublich blöde Kombination für einen Liveticker. (…)
46. Min: Liebe Leute. Die zweite Halbzeit hat begonnen und das Sturm12-Team bekommt kurz Unterstützung aus der Heimat.
Wir stehen in telefonischem Kontakt. Allerdings ist es kaum möglich, ein Wort zu verstehen, da der Wind den Redakteuren in der Türkei buchstäblich um die Ohren bläst.
Die zweite Halbzeit wird weiterhin von Mittelfeldgeplänkel bestimmt. Mittlerweile nimmt der Regen interessante Ausmaße an: “Es regnet horizontal”, wurde mir aus Belek mitgeteilt. (…)
Wir sind wieder live aus Belek. Es schüttet mittlerweile aus sämtlichen Eimern. (…)
Liebe Leute. Der Ticker nimmt fast schon “komische” Zustände an. Hier ist wieder Graz und ich darf mitteilen, dass unsere Redakteure, wie auch sämtliche Spieler vom Spielfeld geflüchtet sind. Der Grund: Belek versinkt im Hagel!
Philipp: Danke, einer der besten Ticker hier ever. Wunderbare Unterhaltung! (…)
Der Hagelschauer ist vorüber, die Spieler kommen wieder langsam auf das Feld.
Unsere Redakteure hat anscheinend der Mut verlassen. “Der Laptop bleibt erstmal zu”, kam gerade aus der Türkei. (der ganze Ticker)

© 2010 Sturm12.at

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16. Mai 2010: Seit 1999 warten die Sturm-Fans auf einen Titel. Doch dann gibt es diesen einen unvergesslichen Mai-Nachmittag in Klagenfurt. Da dürfen auch die Sturm12.at-Redakteure kurz die Etikette vergessen.

78. Min: Haas kommt für Jakob Jantscher ins Spiel.
80. Min: Haas gleich zum Einstand mit einer tollen Aktion – Pass auf Muratovic, der den Ball gefährlich zur Mitte bringt – Neustadt klärt mit Mühe zur Ecke.
TOOOOOR!
1.0 für Sturm Graz
81. Min: Haas leitet den Treffer über die linke Seite ein – Muratovic mit der Flanke – Lavric dann per Kopf zum 1:0
Die Stimmung kocht hier jetzt im Wörthersee Stadion!!!!!!!!!!!!!!
scheli06: konzentrieren Burschen, KONZENTRIEREN!!!
Unglaubliche Szenen im Stadion. fast alle sind auf den Beinen und singen “oh wie ist das schön” (…)
DAS SPIEL IST AUS! STURM GRAZ IST CUPSIEGERRRRRRRRRRRRRRRR
mindpoker: ENDLICH WIEDER EIN TITEL FÜR DIE SCHÖNSTE STADT DER WELT!!!!!!!!
Wir selbst wissen gar nicht mehr so recht, was wir schrieben sollen …
scheno: entspannts euch einfach :) die Bilder sprechen für sich!
Auf Wiedersehen – wir feiern jetzt! (der ganze Ticker)

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19. August 2010: In der Europa-League-Qualifikation beehrt Juventus Turin Liebenau. Die alte Dame ist – in einem Bewerbsspiel – der prominenteste Besuch in Liebenau, über den Sturm12.at berichtet. Das Spiel geht 1:2 verloren, doch kurz dürfen alle träumen.

81. Min: Vorher aber noch Wechsel bei den Grazern. Für Kapitän Kienzl kommt Samir Muratovic.
TOOOOOOOOOOOOOOORRR!!!
SCHILDENFELD!
Super Kopfball des Kroaten!!!
Liebenau kocht!
Auf der Längsseite tanzt jeder. JEDER!
Und es geht gleich weiter.
Szabics mit einer guten Möglichkeit.
84. Min: Jetzt versucht’s Klem!
85. Min: Und jetzt Weber. Ein Schuss nach dem anderen prasselt auf Storari ein.
Sowas hat’s bisher nur in Klagenfurt gegeben!
14000 Menschen springen. (der ganze Ticker)

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22. Mai 2011: Der Meistertitel ist zum Greifen nahe. Doch in der vorletzten Runde tut sich Sturm in Wiener Neustadt sehr schwer. Bis Edin Salkic seine Hand in die Höhe streckt.

1:1 hier in Wiener Neustadt.
Jetzt muss Sturm beweisen, dass man Meisterkaliber hat.
14 Minuten noch auf der Uhr – jetzt geht es um alles. (…)
Jetzt wackelt Sturm gewaltig.
flocke: beissen, kratzen, zwicken. da muss noch was gehen!
83. Min: Hektisch wirkt das alles, um nicht zu sagen chaotisch. (…)
Elfer! Handspiel von Magna, Mura schießt
So wie einst Prilasnig – Handspiel von Salkic
Lightning: GEMMA MURA!!!
Nervenzerfetzend
TOOOOOOOOOOOOOR
2:1 durch Mura
Was für ein Geschenk!
Erste Sturm-Fans wollen aufs Feld, aufpassen.
Ein Flitzer am Spielfeld, jetzt wird er niedergerungen.
Napoleone: Edin Salkic….wer sonst…na bumm, das schaut gar net schön aus (der ganze Ticker)

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25. Mai 2011: Drei Tage später steigt die große Party. Doch auch gegen Innsbruck heißt es fast bis zum Schluss zittern. Dann helfen die Bullen mit drei Toren gegen die Austria sowie in Liebenau wieder einmal Samir Muratovic.

1909: AUSGLEICH SALZBURG!!
Haas kommt für Youngster Kainz ins Spiel. Alle stehen und applaudieren wie verrückt! GÄNSEHAUT PUR
Guest: kruzifix nomol, da geht noch was
Es werden im Stadion keine Ergebnisse gezeigt, aber dank Internet am Handy wissen es alle hier.
Guest: 3:2 Salzburg!!!!!!!!!!!!!!!!!
78. Min: Noch nie hat sich das Grazer Stadion so über einen Treffer der Salzburger gefreut.
80. Min: Das Spiel plätschert dahin, auf dem Rasen herrscht Mittelfeldgeplänkel.
Romana: 4:2 Salzburg.. ohhhh wie ich sie liebe
So laut wurde es heute nur beim Tor – 4:2 für Red Bull!
Peter: STURM IST MEISTER!!!
Ausgelassene Stimmung in Liebenau!
Tiroler: Mir stehen die Tränen in den Augen, Wahnsinn!!!!!! (…)
TOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOR
Unglaublich – Mann und Maus sind hier auf den Beinen und beklatschen den immer realistischer werdenden Meisttitel für STURM.
So etwas hat man hier noch nie gesehen: HEXENKESSEL LIEBENAU!!!!!!!!
84. Min: Muratovic sorgt für die 2:1-Führung – hier gibt es kein Halten mehr, das ganze Stadion steht.
Tom: Haare ab!!! (der ganze Ticker)

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7. April 2013: Zwei Jahre später ein Tiefpunkt: Unter Trainer Peter Hyballa gelingt in Salzburg 90 Minuten lang kein einziger Torschuss. Clemens Ticar und Jürgen Pucher nehmen das Trauerspiel mit Galgenhumor.

80. Min: Offensiv ist das heute zu wenig. Viel zu wenig. Nicht weil Sturm die Chancen nicht nützt wie gegen Wiener Neustadt. Sondern weil es solche ganz einfach nicht gibt.
Tor für Salzburg. Mané. Super Treffer vom besten Mann am Platz.
jose: jetzt reichts dann aber. peinlich!
Marantana, das kann hier noch bitter werden. Zehn Minuten geht es noch. Vielleicht geht sich ein Torschuss aus. (…)
83. Min: Sukuta-Pasu probiert es alleine. Offensichtlich ist er auch noch am Platz.
Herr Pucher sprach unlängst gegen die Färöer Inseln von einem Abschuss ab vier Toren Unterschied. Also noch ist Sturm save…
mindpoker: das war heute eine Bankrotterklärung! (…)
WAR DAS EIN TORSCHUSS?
Ehrenreich schupft den Ball Richtung Walke. Zählt das? ZÄHLT DAS?
Ihr Name: Hätte rein gehen können, wenn das Tor leer gewesen wäre…
Ich glaube, das wäre daneben gewesen – aber mit ein bissl Glück Innenstange und so… (der ganze Ticker)

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18. Juli 2013: Der Rekord-Liveticker: Mehr als 9000 Leser verfolgen auf Sturm12.at das Auswärtsmatch in Breidablik – es gibt schlicht und einfach keine TV-Übertragung und keine Streams. Lukas Matzinger wird übrigens ins kalte Wassser geschmissen: sein erster Ticker überhaupt. Im Rückblick zu optimistisch spricht er von einer beginnenden Reise.

Zum ersten Mal seit dem 14. Dezember 2011 (der 1:3-Heimniederlage gegen AEK Athen) trägt Sturm also heute wieder ein internationales Pflichtspiel aus.
Breidablik, der Verein, der vor allem für seine erfolgreiche Damenmannschaft bekannt ist, gilt als große Unbekannte. Eine realistische Einschätzung über die tatsächliche Stärke der Gastgeber ist schwer bis unmöglich. Während die einen an einen klaren Sieg à la Wiener Linien glauben, würden die anderen einen 1:0-Auswärtssieg mit Handkuss nehmen. Die Wahrheit liegt wohl dazwischen. Man wird sehen.
Man weiß, dass wieder Europacup ist, wenn man mangels der Sprachkenntnisse des Platzsprechers auch von den Sturm-Spielern keinen einzigen Namen versteht.
Um etwaigen Fragen vorzubeugen: Ja, es ist wirklich sehr kalt. Und nein, es wird wirklich nicht finster.
Bei House-Music füllt sich die Tribüne nun doch langsam mit dick angezogenen Menschen.
Die Mannschaften kommen aufs Feld. Soundtrack: AC/DC – Hells Bells
“Wo immer wir auch spielen, sind alle mit dabei” erklingt. Das gilt auch 3000 Kilometer entfernt von zu Hause.
Los geht’s. Die Reise beginnt. Anstoß für FC Breidablik. (der ganze Ticker)

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4. Mai 2014: Lukas Matzinger entwickelte sich zum originellsten Sturm12.at-Livetickerer. Besonders “on fire” war er heuer im Mai beim 1:2 zuhause gegen Wiener Neustadt, wenige Tage vor dem blamablen Cup-Halbfinal-Aus gegen St. Pölten. Hier einige Bonmonts.

5. Minute: Manuel Weber grätscht in der Zwischenzeit David Witteveen in einer Art und Weise ab, dass dessen Eltern und Arnold Schwarzenegger zuhause vor den TV-Geräten in Tränen ausbrechen. Die einen aus Angst um ihren Sohn, der andere weil er sich an seine wahre Berufung erinnert fühlt. (…)
19. Minute: Nach sehr schwachem Defensivverhalten – einem verheerend verlorenem Kopfballduell – von Christian Klem und sehr zögerlichem Verhalten von Benedikt Pliquett springt der Ball IRGENDWIE zu Herbert Rauter, der einschiebt. Ich kann mir vorstellen, dass die Bundesliga das als Assist für den Grazer Rasen wertet. (…)
42. Minute: Nach einer sehr wunderbaren Aktion (über die Nummer 14) gibt er glatt Abseits, obwohl sich Manuel Weber so bemüht hat, nicht ins Spiel einzugreifen. Sehr schade. (…)
Jetzt ist erstmals Halbzeit – die bunten Utensilien für den Pausenspaß werden aufs Spielfeld getragen. Gemeinsam mit einigen glücklichen Zusehern befinden sich jetzt zwei überdimensionale Bienen am Platz und passen einander relativ ungenau einen gelben Fußball zu. Die glücklichen Zuseher dürfen dann Elfmeter schießen. Gegen niemand geringeren als Pascal Legat. Man kann die Luft beißen vor lauter Spannung. (…)
Während die Grazer gerade mit ein bisschen Krampf versuchen den Ball einigermaßen in den eigenen Reihen zu halten, blättert Kollege Gerald “Tom Selleck” Saubach vom Österreichischen Rundfunk angeregt in seinem Clipboard und runzelt die Stirn. Optimismus sieht anders aus. (…)
80. Minute: Wiener Neustadt hat seit neun Spielen nicht mehr gewonnen. Ich brauche Ihnen angesichts des recht einfach zu durchschauenden Spielplans der österreichischen Bundesliga nicht sagen, gegen wen sie da gespielt haben, vor neun Runden. (der ganze Ticker)

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11. Juli 2014: Und noch einmal Lukas Matzinger. Auch beim 4:1-Cup-Erstrundensieg in Schwarz ließ er sich bei den Kalauern nicht lumpen. Die leichte Hochnächsigkeit gegenüber dem Tiroler Provinz-Klub sei ihm verziehen.

Wo der Bürgermeister noch Schnauzbart trägt und nach dem Fußballspiel das Platzkonzert der Knappenmusikkapelle startet, da ist volle Cup-Glückseligkeit.
Die Frau, die hier die Presse-Akkreditierungen ausgibt, heißt übrigens Wilma. Eine liebe Person, aber mit fragwürdigem Haupthaar. Ich warte noch auf die Expertenmeinung von Laborchef Dr. Klenk.
Für Freunde der gepflegten Kalauer jetzt gleich eine Enttäuschung: Auf “Schwaz”-Wortspiele werde ich heute zur Gänze verzichten. Interessiert ja auch keinen Schwaz. (…)
14. Minute: Kurzfazit nach einer Viertelstunde: Sturm mit sehr vielen Kontakten, aber kaum Lohn. Erinnert mich ja an meine Zeit im Callcenter. (…)
79. Minute: Dieser Bicer sticht gegen Naim Sharifi keine einzige Karte im Tiroler Bauernschnapsen. Lichtblick. (…)
90. Minute: Bei mir daheim gibt es in solchen Situationen ja ein einfaches Mittel um die Spannung wieder zu beleben. „Letztes Tor gewinnt“, ganz einfach. (der ganze Ticker)

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13. Dezember 2014: Ein bitteres 0:2 in Altach ist der letzte Sturm12.at-Liveticker. Die Leser wissen zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass intern die Entscheidung vor kurzem gefallen ist. Unsere Match-Crew kündigt den Abschied zart an, offiziell geben wir das Ende erst einen Tag später bekannt.

90. Minute: Ende. Manuel Schüttengruber pfeift dreimal. Das Spiel ist vorbei.
Die Spieler klatschen einander ab. Für Sturm gäb’s nicht viel zu klatschen, wenn mich wer fragt.
bozo bazooka: i bin´s, die realität.
Nach einer überlegenen ersten Halbzeit und dem späten, überraschenden Gegentreffer vor der Halbzeit weiß Sturm gar nichts mehr.
Gegen zehn Altacher findet man 45 Minuten lang kein Mittel – alles prallt spätestens an der dichten Fünferkette ab. Im Gegenzug finden die Altacher immer wieder attraktive Konter vor. Aus einem dieser entsteht ein Elfmeter. Sturm Graz verliert 2:0.
Mit einem (oder besser ohne einen) sehr abschlussschwachen Marco Djuricin, der obendrein einen Elfmeter vergibt, geht heute an vorderster Front so rein gar nichts. Trotz 2:7 Torschüssen haben die Altacher diesen Sieg verdient, geplant, erkämpft.
Frühjahrsauftakt ist für Sturm Graz übriges am 14. Februar in Grödig.
Die Damen, die Herren, ich bedanke mich.
Es war schön mit euch. (der ganze Ticker)

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12 legendäre Fotos http://www.sturm12.at/2014/12/25/12-legendaere-fotos/ http://www.sturm12.at/2014/12/25/12-legendaere-fotos/#comments Thu, 25 Dec 2014 09:12:32 +0000 http://www.sturm12.at/?p=138659 2009_Kharkiv

27. August 2009: Metalist Charkiv heißt Sturms Gegner im Europa-League-Play-Off. Unsexy, aber sauschwer. Daniel Beichler macht es letztlich möglich: Er trifft sowohl zuhause als auch auswärts und sorgt für beinahe südländische Begeisterung bei Spielern und Fans in der Ostukraine.

2010_Cupfinale

16. Mai 2010: Sturm auf Klagenfurt: Etwa 25.000 schwarz-weiße Fans reisen über die Pack zur ersten Cupfinale-Teilnahme seit acht Jahren. Das riesige Potenzial an positiver Energie rund um diesen Verein ist an diesem Sonntagnachmittag spürbar. Mit Gänsehaut erinnern sich die Anwesenden heute noch zurück. Das Spiel gegen Wiener Neustadt ist mies, doch Klemen Lavric köpft zum Titel ein.

2010_Turinfans

26. August 2010: Juve, la vecchia signora! Sturm darf sich gegen einen ganz Großen messen. Obwohl es am Ende nicht reicht, liefert man den Italienern 180 Minuten lang einen tollen Fight. Würdig auch der Auftritt der schwarz-weißen Fans mit einem beeindruckenden Corteo durch Turin.

2011_a_Elfer_Neustadt

22. Mai 2011: Der Moment, als alle in der Sturm-Familie den Atem anhalten. Muratovic gegen Razenböck, das Duell, das im Rückblick entscheidend ist für den Meisteritel 2011. Der Bosnier bleibt cool, 7000 Sturm-Fans drehen durch. Die Hand Salkic’ löst einen Shitstorm gegen Sturm aus.

2011_b_StockenhuberRinner

22. Mai 2011: Das große Glück ist für Sturm zum Greifen nah. Nach dem Zittersieg gegen Wiener Neustadt steht nur noch Wacker Innsbruck im Weg. Gerhard Stockenhuber bleibt trotz allem cool, Hans Fedl packt gewohnt hemdsärmlig zu.

2011_c_Meisterchoreo

25. Mai 2011: “Eine Stadt brennt auf den Titel”: Die Meisterschaftsentscheidung fällt an einem Mittwochabend. Den ganzen Tag über herrscht in der Stadt eine ganz besondere Stimmung, voller Nervosität und Vorfreude. Kurz vor Anpfiff brennt das Feuer endgültig in allen Sturm-Fans.

2011_d_Meistertitel

25. Mai 2011: Es ist vollbracht. Ohne Glanz besiegt Sturm die Innsbrucker 2:1 und sichert sich den dritten Meistertitel seiner Geschichte. Nach dem Schlusspfiff brechen alle Dämme: Autorennen am Feld, spontane Frisör-Einlagen, der obligatorische Konfettiregen. Unvergesslich.

2011_e_Zestafoni_Regen

3. August 2011: Nichts für Warmdurscher: Während des Heimspiels gegen den FC Zestafoni öffnet der Himmel über Graz seine Schleusen. Im sintflutartigen Regen siegt Sturm mit 1:0 und darf weiter von der Champions League träumen. Drei Wochen später gegen Bate Borisow landet man wieder in der Realität.

2013_b_Haas2

1. Dezember 2012: Die erste Kerze brennt. “E7ntausch oder Sp7ielabbruch” fordert die Kurve schon vor dem Anpiff. Peter Hyballa folgt brav. Ein Tor ist der Legende Mario Haas an diesem Abend nicht mehr vergönnt, das Bild mit dem brennenden Bengalo vor der Kurve ist aber schon jetzt schwarz-weißer Kult.

2012_aa_Hyballa

Februar 2013: Sturm Graz und Peter Hyballa, das wohl größte Missverständnis, über das Sturm12.at berichten darf. Der Deutsche verschließt seine Augen vor der provinziellen Realität des Vereins und beweist im Umgang mit Mitmenschen – nun ja – gewisse Schwächen. Nach nicht einmal einem Jahr ist das Experiment gescheitert. (© Peter Troissler)

2014_a_Salzburg

12. April 2014: Zwölf lange Jahre muss Sturm warten, im April 2014 ist es soweit: Endlich wieder ein Sieg in Salzburg! Nikola Vujadinovic brüllt dem Goldtorschützen Florian Kainz seine Freude entgegen. Nur wenige Monate später ist Kainz eine “persona non grata” in Liebenau, “Sauschädel-Affäre” inklusive.

2014_c_Milanic

20. September 2014: Ob er weiß, was ihn in Leeds erwartet? Darko Milanic kann als Trainer von Sturm die hochgesteckten Erwartungen nie erfüllen. Nachdenklich präsentiert er sich bei seinem letzten Spiel in Ried. Die Mannschaft beweist Stil und schenkt dem Slowenen zum Abschied einen glücklichen 1:0-Erfolg.

In eigener Sache: Elf der zwölf Bilder stammen von unserem Kooperationspartner SturmTifo.com. Ohne die professionelle und freundschaftliche Unterstützung des Teams rund um Alex Stangl hätte das Projekt Sturm12.at nie so erfolgreich sein können. Egal bei welchem Wetter, egal bei welchem Testspiel: Immer war SturmTifo vor Ort und hat alle unsere Fotowünsche erfüllt. Wir möchten uns dafür ganz herzlich bedanken. Hands down, ihr seid großartig!

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Torfabrik-Bonus http://www.sturm12.at/2014/12/24/torfabrik-bonus/ http://www.sturm12.at/2014/12/24/torfabrik-bonus/#comments Wed, 24 Dec 2014 13:39:05 +0000 http://www.sturm12.at/?p=138879 Im Schisport sind es manchmal Hundertstel. Im Weitsprung kann ein Zentimeter den Unterschied machen. Und im Sturm12.at-Leserzeugnis kann es auch die zweite Dezimalstelle sein, die den Gewinner bestimmt. So knapp wie beim diesmaligen Voting zum besten Spieler der Halbsaison war es jedoch noch nie. Zarte, dünne und rekordverdächtige 0,01 Notenpunkte setzen den Erstplatzierten vom Silberpodest ab.

The winner is…
Marco Djuricin. Sturms Lebensversicherung, Torfabrik, Techniker und Henker wurde von den Sturm12.at-Lesern mit einer Durchschnittsnote von 1,54 auf Platz eins gehievt. Zwischen ihm und dem Zweitplatzierten passt nur das Haupthaar von Gerhard Goldbrich: Die Inter-Mailand-Leihgabe Lukas Spendlhofer steigt mit einer Benotung von 1,55 seinem Stürmerkollegen beinahe auf die Ferse. Eine weitere Neuerwerbung wurde durchschnittlich mit 1,7 bewertet und holt sich damit Bronze: Thorsten Schick.

Die Leserzeugnis-Noten im Detail

© Sturm12.at

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Der steigende Leistungspfeil der Mannschaft spiegelt sich in den Benotungen wider. Insgesamt erhielten fünf Akteure eine Benotung unter 2,0. Dazu war erstmals seit der Herbstsaison 2012 gesamte Mannschaft (2,56) offensichtlich mehr als nur “Befriedigend”. Selbst Neo-Trainer Franco Foda erhielt mit 1,75 eine durchschnittlich hohe Bewertung – nur nach dem Meistertitel 2011 (Franco Foda, 1,39) wurde in der Geschichte des Leserzeugnisses ein Trainer besser bewertet. Interessant ist weiters, dass Sturms gesetzter Torwart, Christian Gratzei, schlechter bewertet wurde als die deutsche Nummer zwei, Benedikt Pliquett. Mit Ausnahme der Torhüter wurden Spieler, die zuletzt auf der Ersatzbank saßen, schlechter bewertet als deren gesetzte Kontrahenten.

Der Vergleich zum letzten Leserzeugnis macht einen Anstieg der Noten deutlich. Sturms Goleador Djuricin verbesserte seine Note um 0,5 im Vergleich zum Frühjahr 2014. Die markantesten Sprünge vollbrachten Michael Madl (Differenz: 1 Notenpunkt), Christian Gratzei und Daniel Offenbacher (jeweils 0,9 Notenpunkte) sowie die gesamte Mannschaft (1,3 Notenpunkte).

© Sturm12.at

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Die bisherigen Leserzeugnis-Gewinner:

Frühjahr 2009: Daniel Beichler (1,28)
Herbst 2009: Gordon Schildenfeld (1,38)
Frühjahr 2010: Christian Gratzei (1,32)
Herbst 2010: Christian Gratzei (1,41)
Frühjahr 2011: Christian Gratzei (1,24)
Herbst 2011: Imre Szabics (1,54)
Frühjahr 2012: Florian Kainz (1,63)
Herbst 2012: Richard Sukuta-Pasu (1,48)
Frühjahr 2013: Nikola Vujadinovic (1,98)
Herbst 2013: Nikola Vujadinovic (1,81)
Frühjahr 2014: Florian Kainz (1,84)
Herbst 2014: Marco Djuricin (1,54)

Die beste Sturm-Elf:

                       Djuricin (1,54)

     Gruber (2,81)     Stankovic (2,77)       Schick (1,7)

             Hadzic (2,2)         Offenbacher (2,34)

  Klem (2,42)    Madl (1,93)    Spendlhofer (1,55)   Ehrenreich (2,78)

                     Pliquett (2,98)

 

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