Sturm12.at » Interview http://www.sturm12.at Fußballanalyse in schwarz-weiß Mon, 05 Jan 2015 10:16:59 +0000 de-DE hourly 1 Damir Canadi: “Sturm schöpft sein Potential jetzt viel besser aus” http://www.sturm12.at/2014/12/13/damir-canadi-sturm-schoepft-sein-potential-jetzt-viel-besser-aus/ http://www.sturm12.at/2014/12/13/damir-canadi-sturm-schoepft-sein-potential-jetzt-viel-besser-aus/#comments Sat, 13 Dec 2014 09:22:22 +0000 http://www.sturm12.at/?p=138369 SturmTifo.com

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Meisterschaftsauftakt zur Saison 2014/15. Zweitliga-Meister SCR Altach erwartet Sturm Graz im schmucken Schnabelholz-Stadion – das Ergebnis ist bekannt. Die Grazer unterlagen (damals noch unter Darko Milanic) mit 0:1. Am heutigen Samstag trachtet Damir Canadi mit seinen Jungs, wie er sagt, danach, den SK Sturm zum Jahresabschluss im Ländle mit einem ähnlichen Ergebnis in den Weihnachtsurlaub zu schicken.

Als Spieler ein eher unfreiwilliger Wandervogel hat Canadi als Trainer mit Altach nun ein Nest gefunden, in dem er sich gut aufgehoben fühlt und länger bleiben will. “Ich bin in meinem derzeitigen Entwicklungsstadium als Trainer beim SCR Altach sehr gut aufgehoben”, sagt er. Seit knapp zwei Jahren steht der 44-jährige Wiener an der Altacher Seitenlinie. Drei Transferperioden bastelte er gemeinsam mit Georg Zellhofer an einem Team, das immer mehr sein Gesicht trägt und sich im Aufstiegsjahr in der vorderen Tabellenregion festsetzte. Dort, wo mit einem Zähler Vorsprung auch der SK Sturm steht, bei dem sich seit dem Amtsantritt von Franco Foda laut Canadi “sehr viel zum Positiven hin gewendet hat.” Sturm12.at sprach mit Canadi während seiner mittwöchigen Autofahrt nach München, wo er beim Champions League-Spiel von Bayern München gegen ZSKA Moskau auf der Tribüne saß und sich zwei Teams in der Kragenweite anschaute, die auch ihm einmal passen soll.

Herr Canadi, „erfolgreich sein macht Spaß“, haben Sie einmal gesagt. Wie viel Spaß hatten Sie in den vergangenen Monaten?
Es ist natürlich immer schön, wenn wir uns in der Bundesliga so etablieren wie uns das bis jetzt gelungen ist. Vor wenigen Monaten wussten wir noch gar nicht, wo wir stehen, wie stark wir selbst sind und wie stark die Liga ist. Aber wir sind nicht nur zufrieden, sondern wir schauen schon, dass wir uns immer weiterentwickeln. Das, was war, interessiert keinen mehr. Wir müssen schauen, dass wir uns weiterhin verbessern. Und dabei haben wir derzeit auch sehr viel Spaß als Mannschaft, als Team. Es ist natürlich wesentlich leichter dem Team etwas beizubringen, wenn es gut läuft.

Die wahrscheinlich schon von Ihnen vermutete Standardfrage: Wie überraschend kommt es für Sie, dass Ihre Mannschaft eine Runde vor der Winterpause auf Platz vier liegt und sogar auf Platz drei überwintern könnte?
Ich war als Trainer noch nie in der obersten Spielklasse tätig und auch als Mannschaft haben wir jahrelang in der zweiten Liga gespielt. Wir haben keine Erfahrungswerte gehabt. Jetzt ist es schon so, dass wir in den 18 Spielen ganz einfach diesen Tabellenplatz eingenommen haben. Wir stehen ja nicht nur eine Woche in dieser Tabellenregion, sondern bereits einige Zeit. Das haben wir uns erarbeitet. Wir nehmen das an und werden versuchen, diesen Stand beizubehalten. Die Mannschaft hat Qualität, wir müssen uns nur weiterentwickeln und dann bin ich überzeugt, dass wir für solche Aufgaben auf jeden Fall bereit sind.

Ihre Spieler haben am Anfang Fotos von den großen Stadien gemacht. Für die meisten ist es das erste Mal in der Bundesliga. War am Anfang in manchen Spielphasen zu viel Respekt dabei? 
In den ersten neun Runden war es doch so, dass wir uns erst orientieren mussten. Unter anderem waren auch solche Dinge wie das Fotomachen dabei.

Mittlerweile scheinen Ihre Spieler gemerkt zu haben, dass sie sich nicht verstecken müssen.
Ja, wir haben in den letzten neun Runden schon gezeigt, dass wir den Respekt abgelegt haben. Dass wir auch gegen Topklubs sehr erfolgreich spielen können. Und dass wir doch stabiler geworden sind. Wir haben in den letzten neun Runden zwei Niederlagen hinnehmen müssen. Immer wieder ein paar Prozent mehr herauszukitzeln, das ist die Herausforderung.

Ist Ihr Team mittlerweile so eingespielt, wie Sie das gern hätten?
In vielen Teambereichen sind wir auf einem guten Level, aber es gibt natürlich überall ein paar Prozentpunkte zu verbessern. Im Defensivverhalten haben wir uns gefestigt, in der Offensive gibt es doch noch mehr Luft nach oben. Ich habe die Mannschaft seit Jänner 2013 zusammengestellt, habe drei Transferperioden Zeit gehabt. Ich denke, die Mannschaft hat jetzt das Gesicht, wie wir uns das beim SCR Altach in erster Linie einmal leisten können. Auf der anderen Seite haben wir aber auch die Spieler vom Charakter her bekommen, wie wir uns das vorgestellt haben.

Inwiefern haben Sie die gewünschten Spieler bekommen?
Wir haben uns mit Spielern verstärkt, die sehr lernwillig sind, die teilweise auch eine zweite Chance bekommen haben. Am Ende des Tages fragen wir uns: Was können wir mit diesem Verein realisieren? Und da haben wir jetzt eine Mannschaft, die sehr jung ausgerichtet ist und zwei, drei Jahre zusammenbleiben kann. Sie ist auf einem sehr, sehr guten Weg. Ich hatte auch das Glück, in Zusammenarbeit mit Georg Zellhofer die Mannschaft so zusammenstellen zu können, wie wir das für richtig halten.

Sind solche Ergebnisse wie am vergangenen Wochenende angesichts der jungen, unerfahrenen Mannschaft von Ihnen und Herrn Zellhofer eingeplant? Dass es einfach Wochenenden geben wird, wo es auch gegen vermeintlich schwächere Teams nicht funktioniert?
Natürlich, das gehört auch dazu. Das passiert ja nicht nur uns, das passiert auch den Großklubs wie Bayern oder Barcelona. Niederlagen gehören dazu. Womöglich lernt man aus Niederlagen sogar das meiste. Du schlägst Red Bull, auf der anderen Seite verlierst du gegen Wiener Neustadt, den Tabellenletzten. Das ist Fußball und wie jeder weiß: In der Zehnerliga kann jeder jeden schlagen. Wenn man nicht selbst die hundert Prozent erreicht, dann können Spiele auch so ausgehen wie das letzte.

Was hat gegen Wiener Neustadt nicht funktioniert?
Das waren mehrere Dinge. Wir haben uns an dem Tag leider mit den Gegebenheiten nicht gut auseinandergesetzt. Der Platz war sehr tief, es hat viel geregnet. Wir waren auch im technischen und taktischen Bereich nicht auf hundert Prozent. Wenn man diese Dinge nicht abruft, hat man im Kollektiv Probleme. Dann bekommt man das 0:1 aus einer Abseitsstellung und beim 0:2 macht unser Torhüter einen Fehler. Aber solche Spiele gehören zum Sport dazu, das akzeptiert man auch.

Paderborn-Trainer Andre Breitenreiter, der ähnlich wie Sie erfolgreich mit unterschiedlichen Formationen und Systemen agiert, hat erst unlängst gemeint: „Wir versuchen den Gegner vor Aufgaben zu stellen. Und mit einem Gedankenvorsprung ins Spiel zu gehen.“ Gilt das nicht auch für Altach?
Ja, das ist sehr ähnlich, das kann man durchaus sagen. Aber wir versuchen unseren eigenen Weg zu gehen, vergleichen uns da eher nicht mit Paderborn.

Aber Sie suchen doch in erster Linie nach Lösungen aufgrund von Schwächen des Gegners?
Ja, grundsätzlich suche ich natürlich immer nach Lösungen. Aber wir versuchen schon in erster Linie unser Spiel durchzudrücken, wir konzentrieren uns – sagen wir – zu 80 Prozent auf unser Spiel, auf unsere eigenen Stärken. 20 Prozent nimmt dann die Analyse des Gegners ein. Wenn es eine Schwäche im gegnerischen Team gibt, dann versuchen wir dort natürlich reinzustechen und die richtigen Mittel dafür zu finden.

Sturm spielt, seit Franco Foda wieder da ist, in jedem Spiel eine 4-2-3-1-Formation. Ist es leichter, sich auf einen Gegner einzustellen, wenn man weiß: Der wird sehr wahrscheinlich genau so auftreten?
Die Frage ist ja, ob es überhaupt ein 4-2-3-1 ist, das Franco Foda hier spielen lässt, oder ob es nicht vielleicht ein 4-4-2 mit Stankovic und Djuricin vorne drin ist? Ich finde das 4-2-3-1 von Sturm sehr flexibel. Die Mannschaft hat sich sehr zum Positiven hin verändert, hat eine gute Spieleröffnung, ein wirklich starkes Passspiel und sehr viel Kontrolle im Spiel. Natürlich hat Sturm auch ein gutes Spielermaterial, das muss man klar sagen. Sie haben in Einzelpositionen wirklich gute Spieler und dieses Potential schöpfen sie jetzt viel besser aus, als zuvor. Von daher wissen wir, welch’ schwere Aufgabe auf uns zukommt. Aber auch wir haben unsere Tugenden und unsere Qualitäten und werden versuchen, diese in die Waagschale zu werfen.

Haben Sie das Gefühl, dass bei Sturm derzeit die Balance in der Mannschaft stimmt?
Ich meine, die Ergebnisse sprechen sowieso dafür. Ich kenne dafür zu wenig Einzelheiten, bin 700 Kilometer entfernt. Ich denke aber schon, dass sie derzeit eine sehr gute Balance und ein tolles Klima in der Mannschaft haben. Und Trainer Franco Foda macht natürlich seinen Tee dazu. Wir wissen, wie schwierig es am Wochenende für uns wird, gegen Sturm zu bestehen.

Wie bereiten Sie Ihre Mannschaft auf dieses Spiel vor?
So wie vor jedem Spiel auch. Beginnend am Montag bereiten wir uns dann mit Analysen und Trainingsschwerpunkten unter der Woche vor. Da legen wir fest, wie wir defensiv spielen wollen, wir den Gegner bespielen wollen. Und auf der anderen Seite versuchen wir natürlich, unsere eigenen spielerischen Elemente umzusetzen.

Was sind für Sie schöne Fußballspiele?
Ich hoffe, dass heute am Abend Bayern München gegen ZSKA Moskau ein schönes Fußballspiel wird. Ich sitze im Stadion live vor Ort.

Wann ist SCR Altach gegen Sturm Graz ein schönes Fußballspiel?
Wenn beide Mannschaften zu hundert Prozent ihre Leistung abrufen. Es sind beide Mannschaften sehr ähnlich gepolt, spielen beide aus einer guten Organisation heraus und haben ein gutes Umschaltspiel. Ich denke, beide können auch ganz gut kombinieren.

Müssen Fußballspiele aus Ihrer Sicht erfolgreich sein, damit sie schön sind?
(Überlegt lange) Nein, ich habe meiner Mannschaft auch schon nach Niederlagen gratuliert und war genauso auch nach Siegen erzürnt. Das Ergebnis ist natürlich das wichtigste nach außen hin, aber nicht immer das, was zählt.

Sie haben Ihre Karriere mit Mentaltrainerin Sylvia Moser perfekt durchgeplant. 2004 haben Sie in einem Interview zu Ihren Plänen gesagt: „Vielleicht noch zwei Jahre Wiener Liga, dann drei Jahre als Co bei einem guten Verein. Anschließend vielleicht einen Regionalliga-Klub übernehmen und aufsteigen. Mit 40 möchte ich gerne als Bundesliga-Trainer tätig sein.“ Alles abgearbeitet – welcher Schritt soll als nächstes folgen?
Ja, wenn ich das wüsste. Ich denke, dass ich derzeit in Altach sehr gut aufgehoben bin in meiner sportlichen Entwicklung. Wohin der Weg geht, weiß ich nicht. Natürlich habe ich Ziele, als Trainer plant man auch so ein bisschen an seiner Karriere. Ich werde versuchen, diese Ziele zu realisieren.

Wie lauten diese Ziele?
Das sind ja meine persönlichen Ziele und nicht für die Öffentlichkeit bestimmt.

Der Plan von 2004 wird öffentlich also noch nicht weitergedacht. Sie sagen nicht‚ wenn ich 50 Jahre alt bin will ich als Trainer in einer obersten Liga im Ausland arbeiten’?
Ich will mich weiterentwickeln und so hoch wie möglich trainieren. Natürlich, da ich jetzt in der obersten Spielklasse Österreichs als Trainer tätig bin, ist der nächste Step ein gut geführter Bundesligaklub, unabhängig ob in Österreich oder im Ausland, oder ob das dann sogar einmal ein Champions League Klub wird. Es gibt ja mehrere Sachen, die man im Fußballgeschäft anstreben könnte. Jetzt bin ich in Altach. Ich sehe, dass erst jetzt meine persönliche Fußballkarriere aus ist und meine Trainerkarriere auf professioneller Ebene beginnt, auch wenn ich schon lange im Trainergeschäft bin. Ich habe jetzt die Chance, mit dem Verein, mit meinen Jungs Erfolge zu feiern. Hat man Erfolge, dann wird der weitere Weg sowieso geebnet.

War das ein Mitgrund, warum Sie die Gespräche mit der Wiener Austria abgebrochen haben?
Ich habe kein Angebot von Austria Wien gehabt. Ich habe ein Gespräch mit gewissen Herren geführt, aber ich glaube nicht, dass es für mich der richtige Zeitpunkt gewesen wäre. Das habe ich auch diesen Leuten so gesagt. Aber ich habe nie ein Gespräch mit Alexander Krätschmer oder Thomas Parits gehabt. Ich habe mit anderen Herrschaften vom Verein gesprochen, die aber nicht unmittelbar für Verpflichtungen zuständig sind. Ich bin in meinem derzeitigen Entwicklungsstadium als Trainer beim SCR Altach sehr gut aufgehoben. Was in zwei, drei Jahren ist, wird man dann sehen.

Kommen wir abschließend zurück zum Wochenende. Die Winterpause steht bevor. Sind sie froh oder traurig, dass es in die lange Pause geht? Wie ist der körperliche Zustand der Mannschaft?
Für uns als Altach ist die Winterpause mit nur drei Wochen sehr kurz. Auch zuletzt im Sommer hatten wir wenig Pause, die Bundesliga war ja Anfang Mai fertig mit der Meisterschaft und die zweite Liga hat bis Ende Mai gespielt. Wir haben drei Wochen länger gespielt als die Bundesliga, hatten auch nur ein paar Tage Sommerurlaub. Jetzt ist es wieder ähnlich, wir werden versuchen, das optimal zu nützen.

Ist die Pause zu kurz?
Die Mannschaft hat 2014 tolles geleistet. Ich denke, wir haben mit einem positiven Druck sehr gut umgehen müssen. Natürlich würden wir uns eine Woche mehr Pause wünschen, damit die Mannschaft wirklich am Stück mal ausblasen kann. Aber so ist es eben, wir akzeptieren das.

Wie sehr brennt die Mannschaft darauf, gegen Sturm einen positiven Heimabschluss hinzulegen?
Das werde ich am Samstag nach dem Spiel beantworten können.

Sind Kaderverstärkungen im Winter geplant? Sind die finanziellen Mittel vorhanden?
Martin Harrer ist ein Spieler, den wir gerne haben möchten und wo auch er signalisiert hat, dass er gerne kommen möchte. Aber natürlich gibt es auch einen Verein, wo er noch Vertrag hat. Wir werden sehen, ob es uns gelingt, den einen oder anderen dazu zu bekommen.

Die Wettanbieter sehen Altach als Favoriten. Für einen Sturm-Sieg bekommt man das 2,8-fache, für Altach zirka das 2,4-fache. Nehmen Sie die Favoritenrolle an?
(Überlegt lange) Wir bereiten uns auf Sturm so vor, wie auf jedes andere Spiel. Mit Favoritenrollen beschäftigen wir uns eher weniger. Ich habe es bereits gesagt – in der Liga kann jeder jeden schlagen. Bei den Wettanbietern sind wir vermutlich aus dem Grund Favorit, weil wir gegen Red Bull und Rapid daheim gewonnen haben und zuhause doch bestätigt haben, dass wir guten Fußball spielen können. Aber ich denke, die beste Antwort gibt die Tabelle: Sturm Graz und Altach sind nach 18 Spielen einen Zähler auseinander. Es wird also ein sehr ausgeglichenes Spiel.

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“Sind als Mannschaft zusammengewachsen” http://www.sturm12.at/2014/12/06/sind-als-mannschaft-zusammengewachsen/ http://www.sturm12.at/2014/12/06/sind-als-mannschaft-zusammengewachsen/#comments Sat, 06 Dec 2014 09:00:06 +0000 http://www.sturm12.at/?p=138128 GEPA pictures / honorarfrei

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Die “Ösis” gelten mittlerweile als hochwertige Importware im Land des Weltmeisters. Legionäre wie David AlabaMartin Stranzl, Martin Harnik, Sebastian Prödl, Rubin Okotie, Lukas Hinterseer oder Kevin Stöger sind Leistungsträger in den Bundesligen in Deutschland. Umgekehrt sieht man Deutsche in Österreich immer seltener. Die SV Ried ist mit vier deutschen Legionären in der österreichischen Fußball-Bundesliga Spitzenreiter aber in dieser Wertung.   Denis Streker, Oliver Kragl, Thomas Gebauer und Denis Thomalla heißen die vier deutschen Herren, die üblicherweise für die Innviertler in der Startformation stehen. Letztgenannter stürmt erst seit der 8. Runde für die Oberösterreicher, erzielte in neun Einsätzen beachtliche vier Tore. Thomalla kam als Stürmer-Leihgabe von RasenBallsport Leipzig zur SV Ried und stand uns diesmal trotz des vorweihnachtlichen Alltagsstresses im Sturm12.at-Gegnerinterview zur Verfügung.

Wie geht es Dir in Ried, hast du dich schon gut eingelebt?
Mir geht es hervorragend, ich hab mich sehr schnell eingelebt. Es gibt keine Probleme, ich verstehe mich mit allen sehr gut.

Was ist der große Unterschied zu deinem alten Verein RB Leipzig?
Hmm, was ist der? (lacht). Die einen spielen in Deutschland Fußball, die anderen in Österreich. Ist im Grunde genommen kein großer Unterschied.

Du hast ja in Deutschland Fußball spielen gelernt, wieso jetzt Österreich, wieso die SV Ried?
Ich habe ja bei RB Leipzig im Herbst alle Spiele absolviert, der Verein hat mir dann mitgeteilt, dass Sie noch einen Stürmer holen werden. Ante Rebic von Florenz ist dann zu uns gekommen. Ich habe dann gemeint, so wie das jetzt aussieht, werde ich nicht so oft von Beginn an auflaufen, ich möchte mich auf den Weg machen  und verleihen lassen, denn ich will ja spielen und nicht nur immer von der Bank kommen. Nach einigem Hin und Her hab ich mich dann ausleihen lassen. Als junger Spieler ist es wichtig, dass man spielt.

Ried ist eigentlich sehr schlecht in die Saison gestartet, mittlerweile läuft es besser. Wieso?
Ich war ja noch die ersten sieben Spiele in Deutschland, ich bin erst im achten Ligaspiel zur Mannschaft gestoßen. Was davor war, weiß ich nicht, aber was ich jetzt sagen kann: Wir haben uns sehr gut entwickelt. Wir sind eine enge Mannschaft geworden, sind zusammengewachsen. Zu Beginn der Saison sind schon viele neue Spieler, vorallem junge Spieler nach Ried gekommen, das muss sich erst formen und in die richtige Richtung bewegen.

Wie sehr hat Trainer Oliver Glasner dabei eine Rolle gespielt? Er war ja nicht immer unumstritten.
Es war sicher nicht leicht für ihn mit so vielen neuen Spielern eine kompakte Mannschaft zu formen und mit ihr zu arbeiten. Aber er hat diese Situation gemeistert und die Mannschaft hat sich nach dem schlechten Start aus diesem Tal hinausgekämpft. Oliver Glasner ist ein super Trainer, für mich, als auch für andere. Wir sind auf einem guten Weg.

Man merkt, es ist ein Ruck durch die Mannschaft gegangen, in den letzten Partien hat die Formkurve ja steil nach oben gezeigt. Ausschlaggebend dafür waren auch die späten Tore wie zuletzt gegen Altach oder die Austria. Gibt es bei Ried den unbedingten Willen noch einen Punkt zu holen oder zu gewinnen?
Auch in den Spielen davor, wo wir eigentlich immer knapp verloren haben, war das Glück nie auf unserer Seite. Auch dort hätten wir Punkte machen können. Jetzt haben wir uns das etwas erarbeitet und erkämpft, und jetzt ist das Glück halt auf unserer Seite. Es kommt alles zurück in einer Spielzeit.

Zu Saisonbeginn ist man taktisch auch noch anders aufgetreten, jetzt wird ein für den heutigen Fußball eher unkonventionelles 3-4-3 gespielt. Wie findest du die taktische Ausrichtung von Oliver Glasner und in welcher Rolle siehst Du dich?
Ich finde die Formation sehr sehr offensiv, gegen den Ball aber auch defensiv. Sie ist einfach sehr variabel, weil die Spieler oft in anderen Positionen an den Ball kommen, aber auch aushelfen müssen. Die Außenverteidiger spielen auch eine große Rolle, für mich ist es auch einfacher die Bälle zu verteilen, wenn ich auf der Seite zwei Spieler an meiner Seite habe.

Sturm Graz hat die letzten vier Heimspiele gegen Ried gewonnen.  Generell kann man Sturm als Angstgegner der Rieder bezeichnen. Mit welcher Erwartungshaltung geht man in das Spiel am Samstag.
Wir sind auf einem guten Weg. Wir haben gegen die Mannschaften, die oben stehen (Ann. Austria, Altach, WAC) gepunktet, das hätte sich so niemand gedacht.
Wir gehen mit sehr viel Selbstbewusstsein in das Spiel und wollen auf alle Fälle etwas Zählbares mit nach Hause nehmen.

Ried ist, genau wie Sturm, am aufsteigenden Ast. Vorallem in der Defensive funktioniert es bei beiden Teams. Welche Maßnahmen setzt ihr, um die Sturm-Abwehr auszuhebeln? Versucht ihr möglicherweise sogar etwas Neues?
Nein, wir bleiben dabei. Wir werden versuchen unser Spiel aufzuziehen und haben einen konkreten Plan, wie wir die Grazer knacken können.

Bei Standards ist die SV Ried stark, aber auch außergewöhnlich anfällig. Hat man sich auf gezielt auf die ruhenden Bälle der Grazer vorbereitet?
Es gibt jeden Tag Dinge, die wir verbessern müssen, die Verteidigung bei Ecken und Freistößen gehört dazu. Ganz spezifisch haben wir das nicht trainiert. Nicht so, dass es auffällig wäre, nur das zu trainieren. Ich glaube, es ist auch eine Frage der Überzeugung, wie man in so einen Zweikampf reingeht, wenn der Ball kommt. Die Einstellung gegen den Ball zu wirken muss bei uns allen vorhanden sein.

Gibt es Zukunftsvisionen für Dich, welche Ziele hast Du im Fußball? Soll es wieder in die Deutsche Bundesliga zurückgehen, wo Du ja bereits Erfahrungen sammeln konntest?
Nein, nicht wirklich. Ich schaue immer von Spiel zu Spiel, oder besser gesagt von Halbsaison zu Halbsaison. Ich mach mir da keinen Druck. Ich geb’ mein Bestes auf dem Platz und freue mich einfach, spielen zu dürfen und der Mannschaft helfen zu können. Ich denke, der Rest kommt allein, wenn man am Rasen seine Leistung bringt.

Deine Leistung im Rieder Dress ist mit bisher vier Treffern ja durchaus solide.
Das stimmt, aber sie ist immer ausbaufähig.

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“Schön, wieder am Platz zu stehen” http://www.sturm12.at/2014/11/29/schoen-wieder-am-platz-zu-stehen/ http://www.sturm12.at/2014/11/29/schoen-wieder-am-platz-zu-stehen/#comments Sat, 29 Nov 2014 09:15:20 +0000 http://www.sturm12.at/?p=137877 SturmTifo.com

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Über ein Jahr ist es mittlerweile schon her, dass Jörg Siebenhandl seine Mannschaft, den SC Wiener Neustadt, öffentlich kritisierte. Aber bis vor kurzem hatte er noch immer unter Konsequenzen zu leiden. Erst ging es beim SCWN auf das Abstellgleis, dann fand das Tormanntalent, dessen Einberufung ins Nationalteam Monate zuvor nur eine Frage der Zeit zu sein schien, keinen neuen Klub. Nun, wo die Saison schon fast zur Hälfte geschlagen ist, steht Jörg Siebenhandl aber doch wieder in einem Tor der österreichischen Bundesliga – und zwar in jenem der Admira. Dabei profitierte er einerseits davon, dass ein anderer junger Tormann, nämlich Andreas Leitner, Unstimmigkeiten mit seinem Klub hat und andererseits davon, dass er ohnehin bereits in der Südstadt trainierte. Nach dem freitäglichen Abschlusstraining der Admira erreichten wir 24-Jährigen und befragten ihn zu seiner vereinslosen Zeit, zur Causa Leitner, zur Causa Almer und freilich auch zum morgigen Spiel gegen den SK Sturm.

Du bist seit Ende der Vorsaison vertragslos gewesen. Wie hast du dich in der Zwischenzeit fit gehalten?
Zuerst war ich im Camp vom AMS. Das hat mir sehr geholfen, weil ich dort mit anderen Spielern, die in der selben Situation waren, trainieren konnte. Danach habe ich selbst bei der Admira angefragt, ob ich in der zweiten Mannschaft mittrainieren darf. Dort hat man mir in den letzten zwei Monaten die Möglichkeit gegeben, mich fit zu halten und jetzt hat es eben mit dem Vertrag geklappt.

Du hast das AMS-Team von Paul Gludovatz angesprochen. Welche Erfahrungen hast du dort gemacht? Würdest du sagen, dass das ein Projekt mit Zukunft ist?
Das hat jetzt in der Übertrittszeit sehr gut gepasst, ob es dauerhaft oder vielleicht in der Winterpause Sinn machen würde, weiß ich nicht. Aber im Sommer ist das wirklich eine gute Sache, weil man den vertragslosen Spielern die Chance gibt, sich in einem geregelten Umfeld fit zu halten. Das war für mich vor allem für den Kopf wichtig, dass ich ganz normal mit anderen wie im Verein trainieren und mich auch austauschen konnte. In Österreich, wo immer mehr Spieler auf den Markt kommen, ist es sicher eine tolle Sache, wenn es das auch weiterhin gibt.

In Wiener Neustadt hattest du lange Zeit einen Stammplatz. Bist dann aber durch öffentliche Kritik deinerseits aufs Abstellgleis geraten. Zurückblickend, würdest du jetzt vielleicht anders handeln?
Ja, ich würde es nicht mehr so vor der Kamera machen. Der Weg war sicher der falsche, aber was ich gesagt habe, war meine Meinung und dazu stehe ich. Ich würde jetzt auch nicht sagen, dass ich einen Riesenfehler gemacht habe. Auch der Verein war mir gegenüber dann nicht ganz fair. Jetzt ist das aber ohnehin Schnee von gestern und interessiert mich nicht mehr wirklich.

Gab es in der Zwischenzeit auch andere Angebote oder war die Admira der erste Verein, der auf dich zukam?
Ich war schon mit anderen Leuten in Kontakt, aber wenn etwas nicht das ist, was ich mir vorstelle, dann kann ich es auch nicht machen. Das Angebot von der Admira, die Möglichkeit gleich in der ersten Liga unterzukommen, war dann eine super Sache.

Du ja schon vorher mit der Admira trainiert. Für die Öffentlichkeit wirkte es so, als wärst du sehr kurzfristig als Ersatz für den aussortierten Andreas Leitner geholt worden. Wie kam das Engagement bei der Admira zustande? 
Ich habe erst einfach nur in der zweiten Mannschaft mittrainiert, um mich fit zu halten und dann ist die Situation mit dem Andi (Anm.: Andreas Leitner) so entstanden. So ist es dann doch sehr schnell gegangen. Es war von mir überhaupt nicht geplant, jetzt irgendwie in den Kader der Admira zu rutschen oder so.

Leitner saß zuletzt nicht auf der Bank. Trainiert er noch mit der Mannschaft? Könnte er den Klub vielleicht schon im Winter verlassen? Immerhin ist es ja auch für die Admira eine Belastung, drei Tormänner auf Bundesliga-Niveau zu bezahlen.
Er trainiert noch ganz normal mit uns. Mehr kann ich eigentlich nicht sagen, das wissen nur der Andi und die Vereinsführung. Mir ist das auch relativ egal, ich muss mich auf das Spielen konzentrieren.

Wiki-User "Steindy" - CC BY-SA 3.0

Wiki-User “Steindy” – CC BY-SA 3.0

Dann zurück zu dir. Im ersten Spiel gegen die Austria setzte es gleich vier Gegentreffer. Es war also wahrlich kein Auftakt nach Maß. Wie fühlte sich dein erstes Bundesligaspiel seit Anfang Mai an?
Es war schön, wieder am Platz zu stehen. Ich habe von Anfang an gewusst, dass es auch schlecht laufen kann und es ist auch nicht so gelaufen, wie ich mir das vorstelle. Das passiert einfach. Man hat sicher auch gesehen, dass einige Dinge noch nicht ganz funktioniert haben. Für mich ist es wichtig, mich ranzuhalten, mich zu verbessern, damit es in den nächsten Partien wieder besser geht.

Da gibt es noch eine Frage, die ganz Fußballösterreich beschäftigt, zu der du jetzt sicher auch eine fundierte Meinung hast. Robert Almer ist im Nationalteam gesetzt, obwohl er bei seinem Klub kaum Einsatzzeiten hat. Du kannst jetzt aus eigener Erfahrung sprechen: Kann ein Tormann ohne Spielpraxis sofort hundert Prozent abrufen?
Es kommt immer auf verschiedene Dinge an. Dadurch, dass er jetzt mit dem Nationalteam doch mehrere Spiele gehabt hat, kann das schon funktionieren. Ich glaube aber, dass es nicht der Usus sein sollte, dass im Nationalteam jemand gesetzt ist, der sonst nicht zum Spielen kommt. Im Grunde müssen der Spieler und der Trainer wissen, was er kann und dann entscheiden. Für mich war es jetzt sicher schwierig, wieder reinzukommen und das habe ich auch gewusst. Wenn es bei anderen anders ist, ist es eben anders.

Du bist aus deiner Zeit in Wiener Neustadt schon erprobt, was den Abstiegskampf angeht. Derzeit sieht es auch für die Admira nicht so rosig aus. Denkst du, dass du der Mannschaft auch mit deiner Erfahrung weiterhelfen kannst, um die Klasse zu halten?
Ja, ich kann sicher etwas einbringen. Es ist für mich aber zu früh, um über den Abstiegskampf zu reden. Wiener Neustadt ist jetzt nähergekommen, aber wir werden sicher unsere Punkte bis Weihnachten machen und dann wollen wir in die andere Richtung schauen. Für uns soll es nicht nach unten, sondern nach oben gehen. Daran müssen wir uns orientieren. Was hinter uns ist, muss uns egal sein.

Du hast jetzt bis 2017 bei der Admira unterschrieben. Von diesem langfristigen Vertrag waren doch einige überrascht. Siehst du die Admira eher als Sprungbrett oder soll daraus tatsächlich eine so langfristige Beziehung werden?
Wir haben vereinbart, dass es eine längere Beziehung sein soll. Die Admira hat aber immer den Anspruch, junge Spieler auszubilden und Kapital daraus zu schlagen. Es war in den letzten Jahren der Weg des Klubs, dass man Spieler gewinnbringend verkauft hat. Deswegen kann es auch bei mir anders laufen. Das ganze ist eigentlich in beide Richtungen ausgelegt. Entweder es passt alles zusammen und der Verein kann mich auch weiterverkaufen oder ich bleibe bis zum Ende des Vertrages.

Abschließend kommen wir zum morgigen Spiel. Wird es ein arbeitsreicher Tag für dich?
Wenn wir so spielen, wie bis zum Ausschluss von Windbichler gegen die Austria, wird es vielleicht gar nicht so arbeitsreich. Wenn wir hinten sicher stehen, werden wir vorne unsere Chancen haben und sie hoffentlich auch nützen. Dann kann es auf der anderen Seite ein arbeitsreicher Tag werden. Das ist auch unser Ziel. Wenn wir unsere Leistung bringen, können wir auf jeden Fall punkten.

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“Drei Punkte sind immer Standardziel” http://www.sturm12.at/2014/11/23/drei-punkte-sind-immer-standardziel/ http://www.sturm12.at/2014/11/23/drei-punkte-sind-immer-standardziel/#comments Sun, 23 Nov 2014 10:10:24 +0000 http://www.sturm12.at/?p=137262

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Vor dem Länderspiel gegen Russland vergangene Woche bereitete vor allem der verletzungsbedingte Ausfall von FC Bayern München-Legionär David Alaba Fußball-Österreich Sorgenfalten. Marcel Kollers Wahl für den Ersatz von Alaba fiel auf Christoph Leitgeb, der das durch den Ausfall entstandene Loch im Mittelfeld füllen sollte. Dies gelang ihm auch. Der Salzburger Spielmacher punktete mit Zweikampfstärke und Ruhe im Aufbauspiel, zog sich aber im Zuge eines Zweikampfes eine Knieverletzung zu, die ihn dazu zwang, im Länderspiel gegen Brasilien zu pausieren. Die Rückkehr an die alte Wirkungsstätte am Sonntag ist aber nicht in Gefahr.

2007 wechselte der junge Grazer Marke Eigenbau vom SK Sturm zum amtierenden Meister Red Bull Salzburg - und das für ein hübsches Sümmchen von 1,75 Millionen Euro. Heute ist Christoph Leitgeb nicht mehr aus dem Salzburger Kollektiv wegzudenken, und ginge es nach dem Mittelfeld-Akteur, könnte das auch in den kommenden Jahren so bleiben. Daran kann auch ein Ruf aus Leipzig nichts ändern. Was die Zukunft nach Salzburg bringen mag, lässt er offen, Schwarz-Weiß dürfte diese aber nicht gefärbt sein.

Erste und wichtigste Frage: Wie geht‘s dem Knie?
Dem Knie geht es gut. Ich habe gegen Russland einen Schlag abbekommen. Es war zuerst geschwollen, aber jetzt geht es wieder.

Also bist du am Sonntag wieder fit.
Ja, geht sich aus.

Sehr gut. Jetzt, wo wir bei den Russen sind, Gratulation zu deiner Leistung am Samstag!
Danke!

Wie schwer ist es, einen David Alaba, den Sportler des Jahres, auf seiner Position zu ersetzen?
David kann man natürlich nicht eins zu eins ersetzen, aber die Mannschaft hat seinen und Julians (Anm.: Baumgartlinger) Ausfall gut weggesteckt. Das Ziel war, die drei Punkte zu holen und das ist uns dann auch gelungen.

Ist das nicht ein besonderer Druck, der da auf einem lastet?
Nein, besonderen Druck hatte ich eigentlich keinen.

Mit Ilsanker und Hinteregger waren diese Woche zwei Spieler für das österreichische Nationalteam im Einsatz, dazu kommt noch beispielsweise ein Kevin Kampl für Slowenien. Ist das ein Nachteil für das Ligaspiel gegen den SK Sturm?
Nein, nachdem wir auch immer wieder Ligaspiele unter der Woche bestreiten, ist das kein Nachteil. Außerdem war nur eine kleine Gruppe von uns im Länderspieleinsatz.

Kannst du dich eigentlich noch an dein letztes Tor für Sturm Graz erinnern?
Mein letztes Tor … Puh … Nein.

War ein schönes Weitschusstor gegen Salzburg.
Ah ja, jetzt weiß ich (lacht).

Was hältst du als Salzburger Urgestein von Ralf Rangnicks Plan, Salzburgs Topspieler nach Leipzig zu holen?
Das ist seine Angelegenheit und ich will jetzt nicht viel darüber reden, aber wenn unsere besten Spieler sich dazu entschließen, einen neuen Schritt in ihrer Karriere zu machen und Leipzig sich anbietet, warum nicht?

Wäre Leipzig für dich auch ein Thema?
Nein, eher nicht.

Bei wie vielen absolvierten Spielen verlängert sich dein Vertrag?
Puh, keine Ahnung, wir führen im Moment sowieso Gespräche über eine Verlängerung.

Du spielst schon seit 2007 für Salzburg – zieht es dich gar nicht mehr in die Steiermark?
Doch, jetzt im Dezember bin ich drei Wochen zuhause auf Urlaub.

Christian Gratzei ist einer der heutigen Sturm-Spieler, mit denen du damals in Graz zusammengespielt hast. Habt ihr noch Kontakt?
Ja, schon. Ab und zu sehen wir uns noch.

Und wie ist es mit den anderen alten Teamkollegen aus?
Am ehesten noch mit Sali (Anm.: Salmutter). Den habe ich das letzte Mal zufällig am Flughafen in Dubai getroffen.

Wie sehen deine Zukunftspläne aus? Werden wir Christoph Leitgeb noch in einem anderem Dress als in jenem von Red Bull Salzburg sehen?
Die nächsten ein bis zwei Jahre will ich noch für Salzburg spielen und danach … schauen wir mal.

Kannst du dir vorstellen, jemals wieder zum SK Sturm zurückzukehren?
Aktuell mache ich mir darüber keine Gedanken. Solange ich so fit und in Form bin wie jetzt, denke ich nicht groß über einen möglichen Wechsel nach.

Wie findest du die Rückkehr von Franco Foda zu Sturm Graz?
Ich finde es gescheit. Ich habe Franco auch per SMS gratuliert. Ich denke, dass das für Sturm die beste Entscheidung ist.

Also hast du noch ein gutes Verhältnis zu deinem ehemaligen Trainer?
Wir haben ein sehr gutes Verhältnis. Wir telefonieren oft und hören uns regelmäßig.

Kommen wir zum Spiel am Sonntag. Wie hat das Team die Niederlage gegen Altach verkraftet? Gegen den Aufsteiger zu verlieren, kann doch nicht der Anspruch von Red Bull Salzburg sein.
Nein kann es nicht, aber wir hatten in derselben Woche schon ein schweres Spiel gegen Zagreb, waren vielleicht nicht zu hundert Prozent auf der Höhe und haben auch ein bisschen nachgelassen. Es kann dann schon sein, dass da so ein Spiel rauskommt. Altach war zuhause topmotiviert und uns ist nach sieben Spielen in 20 Tagen ein Fehler passiert. Das ist Fußball. Außerdem stehen die Vorarlberger auf Platz drei der Tabelle, das heißt, sie verfügen schon über entsprechende Qualität, sind nicht irgendwer.

Was hättest du gesagt, hätte man dir vor einem Jahr erzählt, dass der WAC in dieser Saison euer stärkster Konkurrent sein wird?
Es war von Anfang an klar, dass sie eine starke Mannschaft sind, aber dass sie so weit oben mitspielen, hätte ich mir nicht gedacht. Ich denke, das hat sich niemand gedacht. Der gute Tabellenplatz ist verdient und die Mannschaft passt. Sie stehen zurzeit sehr gut da.

Die letzten zwei Spiele gegen Sturm Graz gingen verloren. Wie soll eine erneute Niederlage verhindert werden?
Die letzte Niederlage war direkt nach dem Malmö-Spiel. Aber jetzt haben die meisten zwei Wochen Pause gehabt und wir diese Woche ein Erfolgserlebnis. Wir werden versuchen, so aufzutreten wie in den Spielen vor Altach, dann werden wir auch Sturm schlagen.

Ziel sind also drei Punkte.
Drei Punkte sind immer das Standardziel.

Das Interview führte Markus Eichberger.

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Hoy Austria, Mañana España http://www.sturm12.at/2014/11/08/hoy-austria-manana-espana/ http://www.sturm12.at/2014/11/08/hoy-austria-manana-espana/#comments Sat, 08 Nov 2014 10:37:32 +0000 http://www.sturm12.at/?p=136706 ᴉHola! Somos de Sturm12.at. ¿Que tal?” Als Antwort bekommen wir ein Lachen aus dem Telefon zu hören. Es ist nicht oft vorgekommen, dass man mit Jacobo ein spanisches Interview führt, ließ uns der Wolfsberger Pressesprecher im Vorhinein wissen. Und es scheint alles bien zu sein beim 30-jährigen Madrilenen, auch wenn es seinem Heimatland momentan wirtschaftlich nicht gut geht. Nach seiner Jugend stand der Mittelfeldspieler beim amtierenden spanischen Meister Atlético Madrid unter Vertrag. Das dürfte auch die bekannteste der Stationen im Leben des Jacobo gewesen sein, bevor er in Österreich landete. Heute hat er bereits 111 Einsätze für den Wolfsberger AC absolviert, in der Stammelf von Didi Kühbauer ist er fix gesetzt. Trotz allem scheint auch ein wenig Melancholie zu sprechen, wenn das Heimatland Thema ist. Denn zurück nach Hause möchte der gebürtige Spanier, dessen ist er sich sicher.

© SturmTifo.com

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Ganz anders als seine Landsleute ist er jedoch kein Mann der vielen Worte. Seine Antworten fallen oft les- und hörbar kurz aus. Aber er ist einer, der sich stets hilfsbereit zeigte in unserem zweisprachigen Interview der etwas anderen Art.

¿Gibt es jemanden in deiner Mannschaft, der auch Spanisch spricht?
Solo el entrenador (Anm.: Didi Kühbauer). Und Silvio!

Du kommst aus Madrid. ¿Wie ist es da in einem Dorf wie Wolfsberg?
Ich spiele zwar in Wolfsberg, aber ich lebe in Klagenfurt.

Das ist verglichen mit Madrid aber auch ziemlich klein.
Ja, aber es ist trotzdem schön. Es ist eine ruhige Stadt.

¿Was gefällt dir an Österreich am meisten? Wie findest du den Wörthersee?
Der Wörthersee ist nett.

In Österreich ist neben dem Fußball auch das Schifahren populär. ¿Kannst du Schifahren?
Si! Ich fahre sehr gerne Schi. Ich fahre hier zwar wenig Schi, aber ja, me gusta mucho.

¿Was vermisst du am meisten an Spanien?
Meine Familie und Freunde.

Ich finde, dass der Sangria in Österreich schrecklich schmeckt.
Den habe ich hier noch nie probiert (lacht).

¿Magst du die österreichischen Fernsehkommentatoren?
Ja. Zwischen Spanien und Österreich gibt es da zwar schon einen Unterschied, aber es ist beides gut.

Die Spanier sind ein temperamentvolles Volk. ¿Fehlt den Österreichern manchmal die Leidenschaft?
Das kann ich so nicht sagen.

¿Sieht man das auch an der Art, wie österreichische Fußballmannschaften spielen?
Nein, das ist ziemlich gleich.

Du hast bei Atlético Madrid gespielt. Die Mannschaft hat in der vergangenen Spielzeit die spanische Meisterschaft gewonnen. ¿Hast du noch Kontakt zu den Spielern?
Mit manchen schon.

¿Was bewegt einen spanischen Fußballer dazu, nach Österreich zu wechseln?
Das sind einige verschiedene Gründe. Etwa, das Land zu wechseln. In Spanien ist die Situation nicht so gut.

Du hast ein Angebot der Vertragsverlängerug en la segunda division B (Anm.: dritthöchste spanische Spielklasse) abgelehnt. ¿Hast du diese Entscheidung also getroffen, weil du in unserem Land spielen wolltest?
Ja. Ich habe auch abgelehnt, weil es dem Land wirtschaftlich nicht gut geht. Man wird manchmal schlecht oder gar nicht bezahlt.

Jetzt spielst du seit drei Jahren in Wolfsberg. ¿Wie kommt es, dass ihr diese Saison so unschlagbar seid?
Ich weiß es nicht. Das Team ist einfach sehr angenehm und konzentriert.

¿Wie hat es sich angefühlt, gegen Red Bull Salzburg zu gewinnen?
Muy bonito!

¿Willst du in Österreich bleiben, wenn deine Fußballkarriere zu Ende ist?
Nein, ich werde wieder zurück nach Spanien gehen.

¿Wie wird die Partie am Samstag?
Es wird ein sehr schwieriges Spiel für beide, für Sturm und für uns. Aber ich hoffe, dass wir ein gutes Spiel machen und gewinnen.

¿Was möchtest du in deiner Karriere noch erreichen?
In diesem Jahr, bueno… Ein Ziel wäre, uns für Europa qualifizieren zu können. Dass wir die Europa-League-Qualifikation erreichen, aber das wird schwierig.

Letzte Frage, ultima pregunta: ¿Schnitzel o Paella?

 

Das Interview führten Elisabeth Pranter und Alexandra Polič.

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Sascha Horvath: “Von der Austria wird verlangt, dass sie siegt” http://www.sturm12.at/2014/11/01/sascha-horvath-von-der-austria-wird-verlangt-dass-sie-siegt/ http://www.sturm12.at/2014/11/01/sascha-horvath-von-der-austria-wird-verlangt-dass-sie-siegt/#comments Sat, 01 Nov 2014 09:05:30 +0000 http://www.sturm12.at/?p=136399 Er gilt als eines der größten Fußballtalente, das das Fußballland Österreich momentan zu bieten hat: Sascha Horvath. Seit gerade einmal zwei Monaten kann sich der Austria Wien-Spieler als volljährig bezeichnen, bereits davor durfte er aber Bundesliga-Luft einatmen. Und zwar gar nicht wenig. Begonnen hat es mit regelmäßig unregelmäßigen Einsätzen unter Ex-Veilchen Nenad Bjelica. Als dann Herbert Gager das Trainerzepter übernahm, fuhr die Spielminutenanzeige aber in die Höhe. In den letzten sieben Spielen der Bundesligasaison 2013/14 spielte er fünf Mal durch, zwei Mal wurde der Wirbelwind eingewechselt.

© FK Austria Wien

© FK Austria Wien

In der heurigen Saison wartet er noch auf seinen ersten Einsatz. Dies sei durchaus dem schlechten Start der Austria geschuldet, wie Sascha Horvath im Gespräch erzählt. “Wir haben die Erfahrung der Spieler gebraucht“, sagt er, und fügt im selben Atemzug aber hinzu, dass er noch jung sei und sich keinen Druck mache. Er wirkt durchaus gelassen, der Bursche, der im U19-Nationalteam und bei den Austria Amateuren längst die Spielmacher-Rolle eingenommen hat. Und der schon Zenit St. Petersburgs junge Auswahl einmal blöd aussehen ließ.

Sascha, gegen Ende der letzten Saison hast du für die Austria recht häufig von Beginn an spielen dürfen. Heuer hat es noch nicht gereicht. Wann rechnest du wieder mit einem Einsatz?
Ich versuche im Training und bei den Spielen für die Amateure den Trainer zu überzeugen. Derzeit ist es auch schwer, weil wir einen schlechten Start hatten, da hat der Trainer die Erfahrung der Spieler gebraucht.

Könnte eine schlecht Phase nicht auch ein Vorteil sein für jene Spieler sein, die nicht automatisch gesetzt sind?
Ein Vorteil weniger. Wir haben die Erfahrung der Spieler gebraucht, weil wir von Medien und Fans großen Druck hatten. Von der Austria wird verlangt, dass sie siegt. Ich bin ein junger Spieler. Jetzt sieht es wieder besser aus, und ich hoffe, dass ich wieder ein paar Minuten bekommen werde.

Wie geht es dir bei den Amateuren? Dort hast du ja längst eine Spielmacher-Rolle inne.
Ja, bei den Amateuren wird natürlich mehr verlangt von mir, weil ich von der Kampfmannschaft komme. Ich spiele aber so wie immer, mache mir dort keinen Druck. Ich kenne alle Spieler, bin gut befreundet mit ihnen. Da tut man sich dann auch leichter.

Du bist in der Austria-Jugend groß geworden. Worauf wird dort hingearbeitet?
Dort werden Sachen trainiert, die man von der Austria gewohnt ist: Kurzpassspiel, viel Technik. Am körperlichen wird auch gearbeitet. Wir haben auch sehr gute Trainer, das muss ich dazusagen. Man sieht auch manchmal, wenn wir gegen andere Teams spielen, dass bei uns auf Technik und Passspiel viel Wert gelegt wird.

Man sieht es auch im U19-Nationalteam. Neben dir gibt es dort vier weitere Spieler von der Austria.
Ja. Auch beim 97er-Jahrgang gibt es viele Spieler von der Austria. Wir trainieren jeden Tag. Es gibt spezielles Training für Technik. Als ich bei der U18 war, hatten wir Andi Ogris als Trainer, der mit uns zum Beispiel spezielles Abschlusstraining durchführte. Das bringt dich schon sehr weit, wenn du jeden Tag an deinen Fähigkeiten arbeitest.

Du nimmst im U19-Nationalteam mit einem Marktwert von 800.000 Euro mehr als die Hälfte des Marktwerts der gesamten Mannschaft (1,58 Mio) ein. Bist du dir dessen bewusst?
Das hab ich noch gar nicht gewusst. Ich weiß gar nicht wie so ein Marktwert eigentlich zustande kommt (lacht). Das macht einen stolz, aber ich bin noch jung und denke nicht viel darüber nach.

Zuletzt habt ihr Deutschland in der EM-Qualifikation mit 5:1 besiegt. Kann Österreichs Nationalteam in fünf, sechs Jahren wieder mit großen Nationen mithalten?
Ich glaube, dass wir auf einem guten Weg sind. Wir haben schon sehr gute Spieler, wie David Alaba und Marko Arnautovic. Jetzt kommen, denke ich, wieder gute Spieler nach. Wir haben auch genug Stars, kann man fast sagen, die auch international spielen. Ich hoffe, dass die Arbeit so weitergeführt wird wie bisher, dann kann man hoffentlich wieder den großen Mannschaften mithalten.

Wie viele Menschen haben dir eigentlich zu deinem Treffer gegen die Jugend von Zenit St. Petersburg gratuliert?
Puh, das ist eine gute Frage (lacht).

Nun hast du einen Gratulanten mehr. Was möchstest du in deiner Karriere unbedingt erreichen?
Ich möchte unbedingt einmal in der Champions League spielen und für mein Land im A-Nationalteam auflaufen. Jetzt möchte ich aber bei der Austria Einsatzzeiten bekommen, über andere Dinge denke ich nicht zu sehr nach.

Insgesamt 34 Minuten war der SK Sturm am Feld dein Gegner. Wie schätzt du die Mannschaft ein, auch im Hinblick auf die jüngsten Spiele zwischen Sturm und Rapid?
Sturm wird topmotiviert sein gegen uns. Wir trainierten am Freitag und machten eine Videoanalyse. Wir werden uns auf Sturm einstellen. Für uns hoffe ich, dass wir unseren positiven Lauf fortführen können.

Sturm Graz hat sich gegen Rapid sehr schwergetan, in das Spiel zu kommen, weil Rapid eine spielstarke Mannschaft war und gut harmonierte. Sieht die Austria darin einen Vorteil?
Vielleicht, ja. Wir haben viele gute Einzelspieler. In den letzten Partien haben wir gesehen, dass es wieder funktionieren kann, das mit dem Toreschießen. Wir haben in einen Lauf gefunden, ich hoffe, dass wir dort weitermachen. Wir müssen nur noch konzentrierter beim letzten Pass und beim Abschluss sein. Wenn wir das sind, können wir jedem Gegner Probleme bereiten.

 

 

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Stefan Stangl: “Rapid ist in Österreich das Maß aller Dinge” http://www.sturm12.at/2014/10/25/stefan-stangl-rapid-ist-in-oesterreich-das-mass-aller-dinge/ http://www.sturm12.at/2014/10/25/stefan-stangl-rapid-ist-in-oesterreich-das-mass-aller-dinge/#comments Sat, 25 Oct 2014 10:17:17 +0000 http://www.sturm12.at/?p=134012 ©SturmTifo.com

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Im Sommer 2013 kehrte Stefan Stangl dem SK Sturm nach zwei Leihverträgen in Grödig und Horn endgültig den Rücken. Bei seinem neuen Arbeitgeber Wiener Neustadt wollte er Fuß in der höchsten Spielklasse Österreichs fassen – mit Erfolg. Prompt fragte Rapid Wien um den 23-Jährigen an. Inzwischen hat Stangl die ersten Partien im grün-weißen Dress absolviert, heute hofft er auf einen Einsatz gegen seinen Ex-Club Sturm Graz. Natürlich war dieser neben seinem aktuellen Verein das große Thema im Interview mit Sturm12.at, ebenso wie sein Ex-Trainer Franco Foda.

Du bist im Sommer von Wiener Neustadt zu Rapid gewechselt. Schon gut eingelebt?
Ich fühle mich sehr wohl und gut aufgehoben. An das Tempo habe ich mich am Anfang gewöhnen müssen. Aber jetzt bin ich so weit, dass ich zu 100 Prozent einsatzfähig bin. Jetzt habe ich auch meine Spiele gehabt und bin glücklich.

Was hast du dir für deine erste Saison bei Rapid vorgenommen?
Es ist, glaube ich, nicht leicht, wenn man zu so einem Großklub wie Rapid kommt. Meine Erwartungen sind nicht allzu hoch. Ich schaue einfach, dass ich zu meinen Einsätzen komme. Das schaut auch nicht schlecht aus. Ich möchte mich präsentieren und der Mannschaft weiterhelfen.

„Wir sind überzeugt, dass er eine Verstärkung für uns sein wird. Auch durch seine Größe ist er sehr kopfballstark, zudem zeichnet er sich durch seinen Kampfgeist aus”, sagte Rapid Sportdirektor Andreas Müller vor deinem Transfer. Bisher kamst du aber erst auf vier Bundesligaeinsätze. Hast du dir mehr erhofft?
Das war mir von vornherein klar, dass wenn ich zu Rapid komme, ich nicht gleich Stammspieler bin. Das ist der größte Klub in Österreich und da muss man sich den Stammplatz erst erarbeiten. Das ist ein harter Weg und den werde ich wandern.

Also hat das Vertrauen zum Trainer und generell zum Verein darunter nicht gelitten?
Nein, das Vertrauen ist nach wie vor da. Der Trainer und die Führungskräfte stehen alle hinter mir und das läuft super hier.

Apropos Trainer. Was hältst du von Zoran Barisic?
Wenn man Zoran Barisic kennt, dann weiß man, dass er fußballerisch sicher auf einem Top-Level ist. Er hat richtig Ahnung davon. Er stellt uns immer richtig gut auf die Spiele ein. Er ist ein guter Typ und man kann von ihm alles haben. Das genießt man sehr. Er gibt jedem Spieler Vertrauen. Das können die Spieler dann auch am Platz rüberbringen.

Rapid steht nach einem eher mittelmäßigen Saisonstart jetzt auf Tabellenplatz drei. Was waren die Gründe dafür?
Es war klar, dass sich mit den vielen neuen Spielern auch viel ändert. Die Mannschaft musste erst enger zusammenrücken, das braucht Zeit. Derzeit stehen wir nicht schlecht da und das haben wir uns gemeinsam erarbeitet. Ich glaube, wir sind auf einem guten Weg. Die letzten Spiele haben auch gezeigt, dass wir vorne mitspielen können.

Was sind eure Saisonziele?
Die Saisonziele sind klar definiert. Für uns ist es wichtig, dass wir vorne um Platz zwei spielen. Natürlich müssen wir auch auf Salzburg schauen, aber Platz zwei ist realistisch.

Mit Florian Kainz und Robert Beric hat Sturm zwei wichtige Spieler an Rapid abgeben müssen. Glaubst du, dass Rapid in Österreich höher einzustufen ist?
Ja, finde ich schon. Rapid ist in Österreich sicher das Maß aller Dinge. Vom Umfeld, den Fans, den Rekorden ist Rapid sicher die Nummer eins. Das muss man einfach klar definieren.

Dein früherer Trainer Franco Foda ist jetzt wieder bei Sturm. Was sagst du dazu?
In erster Linie freue ich mich natürlich, dass Franco wieder in Graz ist. Ich glaube, er hat sehr viele Erfolge gefeiert in Graz. Ich habe das nicht so mitverfolgt, wie das mit den vorigen Trainern war. Ich denke, er ist der richtige Mann für die jetzige Situation. Ich glaube, dass Sturm in nächster Zeit sicher wieder Erfolge feiern wird.

©StrmTifo.com

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Im Sturm12.at Interview vor einem Jahr hast du auch von einer guten Beziehung zu Foda gesprochen und, dass du gern irgendwann wieder bei Sturm spielen würdest. Würde man dich jetzt fragen, würdest du zu Sturm zurückkehren?
Ich fühle mich pudelwohl bei Rapid. Ich möchte mich hier etablieren. Aber die Steiermark ist meine Heimat. Dass ich irgendwann wieder zurückkehre, möchte ich nicht ausschließen. Aber jetzt konzentriere ich mich auf Rapid.

War der Europacupeinsatz damals (Anm.: 2011 gegen AEK Athen) unter Foda dein bisher wichtigstes Spiel?
Ja, es war das am höchsten einzuschätzende Spiel. Wir arbeiten jetzt im Verein daran, dass wir dort wieder hinkommen und, dass ich in diesem Bereich mehrere Spiele genießen kann.

Du hast deine Jugend bei Sturm verbracht. Glaubst du, dass es bei Rapid für junge Spieler einfacher ist, in die Kampfmannschaft zu kommen?
Ob es einfacher ist, weiß ich nicht. Wenn man zurückschaut, hat Rapid in den letzten Jahren viele Eigenbauspieler herausgebracht und die haben sich sehr gute entwickelt. Man muss schon sagen, dass die eine gute Jugendarbeit leisten. Damals bei Sturm in meiner Zeit war es sehr schwer, in der Kampfmannschaft Fuß zu fassen. Zur jetzigen Lage kann ich nichts sagen, aber es freut mich, dass sich die Jungen wie Schmerböck und Lovric oben gut entwickeln konnten. Es ist für einen Verein sehr wichtig, dass von unten Spieler nachkommen.

Warum war es damals so schwer?
Ich kann es nicht wirklich sagen. Es kann natürlich auch an der fehlenden Qualität der Jungs gelegen haben. Es ist nicht immer der Trainer oder der Verein Schuld, das will ich gar nicht sagen. Ich kann es gar nicht begründen, warum das so war.

Was erwartest du dir vom Spiel gegen Sturm?
Ich glaube, dass Sturm taktisch sicher sehr gut eingestellt ist gegen uns. Es wird ein harter Kampf für uns. Aber, wenn wir so auftreten wie in den letzten Spielen, taktisch gut spielen und vorne die Tore machen, dann fahren wir mit drei Punkten heim.

Das Interview führte Nora Partl.

]]> http://www.sturm12.at/2014/10/25/stefan-stangl-rapid-ist-in-oesterreich-das-mass-aller-dinge/feed/ 1 “Zufrieden sollte man nie sein” http://www.sturm12.at/2014/10/23/zufrieden-sollte-man-nie-sein/ http://www.sturm12.at/2014/10/23/zufrieden-sollte-man-nie-sein/#comments Thu, 23 Oct 2014 11:25:23 +0000 http://www.sturm12.at/?p=133850 CC-by-sa User "Steindy" (Wikimedia Commons)

CC-by-sa User “Steindy” (Wikimedia Commons)

Beim UFC Fehring hat seine fußballerische Karriere begonnen, bevor Leonhard Kaufmann in die Jugendabteilung von Sturm Graz wechselte. Über die Amateure kämpfte er sich in die Profimannschaft. 2007 debütierte der mittlerweile 25-Jährige unter Franco Foda. Nach zwei Abstiegen mit Austria Kärnten und LASK Linz wechselte er unter Trainer Peter Hyballa zurück zu den Blackys und blieb in seiner zweiten Spielzeit in Graz wenig erfolgreich. Nach einem Kreuzbandriss und einem kaum zufriedenstellenden Comeback fiel er dem letztsommerlichen Kaderumbruch zum Opfer. Insgesamt spielte er in vier Jahren bei den Grazer Profis 27 Partien in der hiesigen Bundesliga. Momentan kickt er bei einem deutschen Traditionsverein – wenn auch nur in der Dritten Liga.

Der FC Energie Cottbus ist sein momentaner Arbeitgeber. Bis Sommer 2015 läuft Kaufmanns Kontrakt. Auch nach Deutschland verfolgte ihn das Verletzungsgespenst, wenn auch in weniger schlimmen Ausmaß. Nach mehreren verpassten Runden durch einen Muskelfaserriss stieg die Einsatzzeit des Mittelfeldallrounders in den letzten Runden zwar langsam, aber immerhin stetig an. Nach 14 Runden liegt der Verein aus Brandenburg am neunten Tabellenplatz und damit im Tabellenmittelfeld. Der Mannschaft von Trainer Stefan Krämer fehlen auf den Tabellenführer Wehen Wiesbaden allerdings nur drei Punkte. Saisonziele, Karriereplanung und der Umgang mit Verletzungen – mit Sturm12.at sprach der Ex-Blacky über Vergangenes und Zukünftiges.

Im Sommer hast du Sturm Graz verlassen beziehungsweise musstest die Blackys verlassen. Ist die Trennung aus deiner Sicht fair verlaufen?
Mein Vertrag ist ausgelaufen und dann hat es zwar kurze Gespräche gegeben, aber im Endeeffekt hat sich nichts Konkretes mit Sturm Graz ergeben. Ich bin deshalb weder enttäuscht, noch traurig oder nachtragend. Bei Cottbus hatte ich dann sofort ein gutes Gefühl, weil die Verantwortlichen sehr bemüht waren. Wenn der Vertrag ausläuft kann man ihn entweder verlängern oder wechseln. Ich habe die zweite Variante gewählt. So läuft das Fußballgeschäft.

Nach deinem Kreuzbandriss und der Genesung hast du letztes Jahr nur vier Partien für die Sturm Graz Amateure in der Regionalliga Mitte gespielt. Hast du dich vom Trainerteam gerecht behandelt gefühlt?
Ich hätte mich schon sehr gefreut, wenn ich ein Comeback in Graz hätte feiern können. Natürlich war es eine schwere Verletzung, aber ich bin gut zurückgekommen und habe versucht mich im Training aufzudrängen. Eigentlich hatte ich ein gutes Gefühl und daher ist es schade, dass ich in Graz nicht mehr einlaufen durfte. Das hat aber nichts mit ungerechter Behandlung zu tun.

Das Verletzungspech hat dich auch nach Cottbus verfolgt. Mit welcher Motivation hast du dich immer wieder zurückgekämpft?
Kleinigkeiten passieren im Leistungsport immer wieder – die sind nicht das Problem. Im Profisport ist man einfach am Limit und deshalb passieren auch Verletzungen. Mein Kreuzbandriss im letzten Jahr war im Vergleich zum Muskeleinriss zu Beginn der heurigen Saison eine schwere Verletzung. Ich habe versucht schnellstmöglich wieder fit zu werden und der Mannschaft zu helfen. Bei einer Verletzung darf man den Kopf nicht in den Sand stecken.

Hast du nie ans Aufhören gedacht?
Nein, das war kein Thema. Schon am ersten Tag der Verletzung war für mich klar, dass ich schnell wieder fit sein will. Da hat es sonst kein anderes Thema gegeben.

Du bist mit dem FC Energie Cottbus zu einem Traditionsverein gewechselt. Wie unterscheidet sich das Vereinsumfeld von dem in Österreich?
Der Verein ist richtig gut aufgestellt und man merkt schon, dass er lange Zeit in der ersten und zweiten Bundesliga vertreten war. Die Rahmenbedingungen sind aus dieser Zeit erhalten geblieben und das ganze Umfeld ist ausgezeichnet.

Österreichische Bundesliga vs. dritte Liga in Deutschland – welche Ähnlichkeiten gibt es und wo erkennst du Unterschiede?
Grundsätzlich wird der Fußball nicht neu erfunden, nur weil man in Deutschland ist. Die dritte Liga macht sehr spannend, dass sehr viele Traditionsvereine mit vielen Fans vertreten sind. Das bedeutet große Stadien, viele Zuseher und viele Derbys. Ich sehe das alles als eine neue und interessante Erfahrung für mich.

Welche Liga würdest du als stärker beschreiben?
Es ist schwer die Mannschaften und Ligen in Bezug auf die Qualität zu vergleichen. Das Niveau in der deutschen dritten Liga ist auf jeden Fall sehr gut, auch aufgrund der bereits erwähnten großen Anzahl an Traditionsvereinen. Die Tabelle zeigt, dass viele Mannschaften eng beieinander liegen und einige wollen aufsteigen. Ich glaube schon, dass man die Liga von der Stärke her mit der höchsten und zweithöchsten österreichischen Liga vergleichen kann.

Wie hast du die erste Zeit in Cottbus erlebt?
Ich bin das erste Mal im Ausland tätig. Daher war natürlich für mich zu Beginn alles neu. Vom ersten Tag an habe ich mich sehr wohlgefühlt. Bei den ersten Gesprächen mit dem Trainer und Sportdirektor hatte ich ein gutes Gefühl. Im Sommer ist eine neue Mannschaft entstanden und es sind viele neue Spieler gekommen. Eine Sprachbarriere gab es zum Glück nicht …

© SturmTifo.com

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Aus deinen Facebookposts kann man herauslesen, dass du dich noch immer mit den Geschehnissen in Graz befasst. Wie beurteilst du die Rückkehr von Franco Foda aus der Ferne?
Aus der Ferne würde ich nicht unbedingt sagen. Ich habe noch viel Kontakt mit befreundeten Spielern, bin aber natürlich nicht mehr direkt im Verein. Die Rückkehr war eine Entscheidung der Vereinsverantwortlichen und ich als Außenstehender kann es durchaus nachvollziehen. Die Erfolge unter Franco Foda haben sicher für ihn gesprochen.

Als Allrounder kannst du auf allen Außenpositionen spielen. Auf welcher Position würdest du dich selbst aufstellen?
Meine Lieblingsposition ist im Mittelfeld. Ich glaube, dass ich meine Stärken dort am besten ins Spiel einbringen kann.

Diesen Sommer ist Cottbus aus der zweiten Liga abgestiegen, im Moment liegt man auf dem neunten Tabellenplatz. Was sind eure Saisonziele?
Das Ziel ist möglichst lange vorne mitzuspielen. In dieser engen Liga ist sicherlich alles möglich. Der Start war zufriedenstellend. Der neunte Platz klingt vielleicht nicht so gut, aber es sind nur zwei Punkte auf einen Aufstiegsplatz.

Bis zum kommenden Sommer hast du einen Vertrag in Deutschland. Was soll danach passieren?
Im Fußball kann man nicht lange im Voraus planen. Nach Vertragsende mit Cottbus werde ich sehen wie es weitergeht. Natürlich will man länger bei einem Verein bleiben, bei dem man sich wohlfühlt.

Zwei Abstiege, viele Stationen in Österreich und jetzt dein Auslandsengagement – bist du mit deinem Karriereverlauf bisher zufrieden?
Zufrieden sollte man meiner Meinung nach nie sein. In meiner Karriere hat es viele positive Stationen gegeben. In Deutschland zu spielen ist ein Ziel vieler Spieler – das habe ich jetzt erreicht. Zufrieden bin ich noch nicht, weil ich meine Fußballschuhe auch noch nicht an den Nagel hänge. Ich habe in Zukunft noch einiges vor und sportliche Ziele.

Was denn zum Beispiel?
Als Österreicher ist es mein Ziel irgendwann das Teamtrikot zu tragen, das ich in der Jugend schon öfters überziehen durfte.

Das Interview führte Eva-Maria Kienzl.

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“Ich verstehe die Aufregung nicht” http://www.sturm12.at/2014/10/19/ich-verstehe-die-aufregung-nicht/ http://www.sturm12.at/2014/10/19/ich-verstehe-die-aufregung-nicht/#comments Sun, 19 Oct 2014 08:00:38 +0000 http://www.sturm12.at/?p=133616

Steindy, Wikipedia, CC BY-SA 3.0

Dennis Mimm geriet in den letzten Tagen wahrscheinlich öfter in den Fokus der Öffentlichkeit als dem Tiroler lieb ist. Mimm ist nämlich nicht nur Kapitän beim SC Wiener Neustadt, sondern auch Spielergewerkschaftsvertreter. Als solcher war er vergangene Woche zu einer Podiumsdiskussion zum Thema “Liga-Reform jetzt?” der VdF (Vereinigung der Fußballer) geladen. Im dortigen Rahmen kritisierte Mimm die Bundesliga mit den Worten:Das ist eine Ironie. Die Sky Go-Liga ist keine Profi-Liga. Das ist fahrlässig.” Mit dieser Aussage löste Dennis Mimm eine Lawine aus. Die VdF verfasste einen offenen Brief an die Bundesliga, in dem sie behauptete, dass die Liga Mimm mit “arbeitsrechtlichen Konsequenzen” drohe. Daraufhin folgten Dementi der Bundesliga und auch von Wiener Neustadt. Sturm12.at bat die Hauptperson in diesem Wirrwarr von Anschuldigungen zum Telefon. 

Es gibt eine Menge Anschuldigungen in der Causa „VdF gegen die Bundesliga“. Wie ist der letzte Stand?
Für mich ist das Thema erledigt. Ich habe meine Meinung bei der Podiumsdiskussion kundgetan. Mehr kann ich dazu nicht sagen und mehr ist da für mich auch nicht dahinter. Die ganze Aufruhr war wegen nichts. Das hätte man sich auch sparen können.

Die VdF schreibt in ihrem offenen Brief von „arbeitsrechtlichen Konsequenzen“, die dir angedroht werden. Inwiefern stimmt das?
Gar nicht. Wie gesagt, ich verstehe die ganze Aufregung nicht. Auch der Verein hat dazu schon ein Statement abgegeben, dass die Informationen nicht stimmen.

Bereust du deine Aussage mittlerweile?
Nein, ich stehe dazu. Ich habe nur meine Meinung geäußert. Ich denke, dass das absolut legitim ist. Ich will dazu nicht weiter etwas sagen und ich vertrete weiterhin meine Meinung.

Rechnest du mit Konsequenzen in irgendeiner Weise?
Nein, gar nicht. Ich habe ja nichts Unrechtes gemacht.

Wäre es in diesem Fall nicht besser gewesen, die Bundesliga zur Podiumsdiskussion einzuladen?
Das war nicht meine Aufgabe. Ich habe von der VdF nur eine Einladung zu der Podiumsdiskussion bekommen und bin dieser nachgegangen. Mehr möchte ich dazu nicht sagen.

Was sind im Allgemeinen deine Aufgaben als Spielergewerkschaftsvertreter?
Die sind eigentlich nicht so vielschichtig. 90 Prozent der Spieler sind bei der Gewerkschaft. Im Grunde sind wir in einem tollen Land, in dem Gesetze gibt und eingehalten werden. Ich glaube, dass das alles besser wird und die Spieler auch immer mehr Rechte genießen. Wenn ein Spieler etwas wissen will, bekommt er darüber Auskunft. Auch, wenn ein Spieler Probleme hätte, kann er mich kontaktieren und ich kann ihm helfen.

Schätzt du die Funktion der VdF generell als wichtig ein?
Ich habe bei der VdF nicht viel zu tun. Jeder Verein hat einen Vertreter und es hängt davon ab, wie die Dinge beim Verein sind. Die Dinge könnten vom Verein her nicht klarer sein. Generell ist die Gewerkschaft für uns Spieler wichtig. Das ist unsere Interessensvertretung. Natürlich gibt es im Fußball weniger Probleme. Die Vereine halten sich an die Regeln. Es gibt weniger Streitereien als früher. Das ist ein Verdienst der Vergangenheit, wie ich meine. Es war nicht immer so, dass das alles so einfach war. Der Fußball hat sich gut entwickelt und das ist auch ein Verdienst der VdF.

Zum Sportlichen: Die Saison ist für euch nicht ideal verlaufen. Momentan habt ihr die rote Laterne inne. Was läuft bei euch nicht rund?
Es hat sich im Sommer einiges getan und wir sind leider nicht gut in die Saison gestartet. Aber ich denke, dass auch einige wertvolle Spiele dabei waren, wo wir hätten punkten können und trotzdem als Verlierer vom Platz gegangen sind. Wir sind jetzt am letzten Tabellenplatz und müssen schauen, dass wir so schnell wie möglich von dort wegkommen.

Woran arbeitet ihr, um euch zu verbessern?
Wir haben zu viele Tore bekommen. Wir arbeiten täglich daran, dass wir individuelle Fehler vermeiden und uns besser abstimmen. Wir müssen als Mannschaft besser abstimmen, das ist uns in vielen Spielen nicht gut gelungen. Wir müssen kompakter auftreten und eine stetige Leistung bringen.

Was nehmt ihr euch gegen Sturm vor?
Wir müssen schauen, dass wir daheim gegen Sturm drei Punkte holen. Ich denke, wir haben gegen Sturm immer gute Leistungen geboten. Wir müssen gewinnen, um den Anschluss zu wahren. Aber Sturm ist eine tolle Mannschaft, die mit der Rückkehr von Franco Foda noch ein Stück besser geworden ist. Wir müssen alles abrufen.

Welche Rolle kommt dir als Kapitän in solchen schlechten Zeiten zuteil?
Ich versuche mich natürlich einzubringen und mit meiner Leistung der Mannschaft zu helfen. Das war bisher etwas schwierig, weil die Saison auch für mich nicht so gelaufen ist, wie ich es wollte. Ich war leider mehrmals verletzt. Die Saison hat für mich noch gar nicht richtig begonnen. Aber wir haben auch andere Spieler, die Verantwortung übernehmen. Mannschaftlich sind wir gut aufgestellt und haben auch die richtigen Typen, die das Ruder rumreißen können.

Du warst in den letzten beiden Spielen nicht im Kader. War das auch verletzungsbedingt?
Ja, ich war verletzt, aber es geht mir besser. Ich hatte Knieprobleme am Anfang der Saison und beim letzten Spiel gegen Sturm habe ich mir den Meniskus eingerissen und musste das Knie operieren. Das hat mich ein bisschen länger außer Gefecht gesetzt. Mittlerweile stehe ich wieder im Training.

Steht ein Einsatz gegen Sturm im Raum?
Ich habe immer trainiert und fühle mich fit. Ich hoffe, dass ich am Wochenende spielen kann, aber das entscheidet natürlich der Trainer.

Innenverteidiger oder rechter Verteidiger- welche Position liegt dir mehr?
Ich spiele großteils als rechter Verteidiger. Aber im letzten Frühjahr bin ich nach innen gerückt. Ich glaube, dass ich großteils ganz gut gespielt habe und fühle mich auch ganz wohl. Grundsätzlich ist mir das egal. Ich habe beide Positionen schon in meiner Jugend gespielt und daher ist mir das alles nicht so neu.

Nach der Saison endet dein Vertrag bei Wiener Neustadt. Wie geht’s dann weiter? Steht ein Karriereende im Raum?
Momentan befasse ich mich noch nicht damit. Ich war jetzt lange verletzt und möchte richtig in die Saison reinkommen. Ich möchte meine Leistungen bringen und der Rest kommt dann von allein. Grundsätzlich fühle ich mich sehr wohl in Neustadt. Die Zusammenarbeit läuft gut. Aber ein Karriereende ist unwahrscheinlich bis ausgeschlossen.

Das Interview führte Nora Partl

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“Sturm ist eine absolut schlagbare Mannschaft” http://www.sturm12.at/2014/10/04/sturm-ist-eine-absolut-schlagbare-mannschaft/ http://www.sturm12.at/2014/10/04/sturm-ist-eine-absolut-schlagbare-mannschaft/#comments Sat, 04 Oct 2014 07:23:25 +0000 http://www.sturm12.at/?p=133083 20131214-1026_1DX_2040

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Im Fußball kann es recht schnell gehen. Auch zu schnell. Denn in der vorigen Saison war er anfangs noch nicht einmal Stammtorwart, dann machte ihm ein Mittelhandbruch einen Strich durch die Rechnung – heuer blüht er jedoch auf: Cican Stankovic. Auch Sturmfans erinnern sich an den Torhüter des SV Grödig, wenngleich wohl nicht sehr gerne. Denn in der Runde zwei war er es, der mit grandiosen Reflexen, Flugshows und Paraden den Salzburgern ein 2:1 über Sturm Graz sicherte. Auch in den Spielen darauf fiel der Grödig-Keeper auf – und das nicht nur dem Fußballlaien. Auch Scouts warfen ein Auge auf den 21-Jährigen.

Interessenten aus der Türkei und Italien sagte Stankovic aber recht flott ab. Es sei ihm zu schnell gegangen, wie er im Interview mit Sturm12.at zugibt. Anstatt 2.500 Kilometer in die ferne Türkei zu fliegen, fährt er ab der nächsten Saison in das 15 Kilometer von Grödig entfernte Wals-Siezenheim und wird für Red Bull Salzburg Fußbälle fangen.

Vom Aufsteiger der letzten Saison zur österreichischen Nummer eins. Darf ich dir heute schon zum Wechsel gratulieren oder soll man auf das Saisonende warten?
Der Wechsel wurde angekündigt, das ist alles beschlossene Sache. Also ja.

Herzlichen Glückwunsch! Vorangekündigte Wechsel sind im Fußball eher selten. Wie sehen deine Kollegen, mit denen du in dieser Saison noch zusammenspielen musst, diese Tatsache?
Danke! Die Kollegen haben mir zu einem gewaltigen Sprung gratuliert. Es ist das Ziel jedes Einzelnen, von Grödig zu einem größeren Verein zu wechseln. Das verfolgen alle hier. Ich habe aber immer wieder betont, dass ich mich auf Grödig konzentrieren werde. Wir wollen die Erfolge der letzten Saison wiederholen. Ich will mich auch noch weiterentwickeln.

Wie gehst du damit um? Mit dem Kopf bist du zwar noch in Grödig, blickst du aber schon mit einem Auge  nach Wals-Siezenheim?
Wenn es die Zeit ermöglicht schau ich mir die Spiele von Red Bull Salzburg an. Aber derzeit bin ich noch in Grödig, ich möchte meine Leistung hier bringen. Ich bin aber schon in engem Kontakt mit Verantwortlichen von Red Bull, sie verfolgen meine Spiele sehr intensiv.

Warum wurde eigentlich entschieden, damit in die Öffentlichkeit zu gehen, und nicht abzuwarten?
Mein Berater, Red Bull und ich sind sehr schnell zu einer Einigung gekommen. Es war geplant, dass das alles am Ende der Transferperiode herauskommt. Es hatte auch niemand ein Problem damit, ich war sofort damit einverstanden.

Vor wenigen Wochen wurde mit einem Wechsel in die 2.500 Kilometer entfernte Türkei spekuliert. Jetzt sind es doch nur 15 Kilometer. Wären Entfernung und Herausforderungen in der Türkei noch zu groß gewesen?
Ja das stimmt, der Verein hatte ein Angebot von einem türkischen Erstligisten. Aber das ist mir alles viel zu schnell gekommen, ich fühlte mich nicht bereit genug, um in ein anderes Land zu wechseln, wo ich einen neue Kultur kennenlernen und neue Sprache lernen musste. Das ging mir viel zu schnell.

Mit einem italienischen Verein hat es auch Kontakt gegeben. Auch nach Italien wolltest du noch nicht?
Ja, ganz genau. Man muss auch bedenken, dass ich vergangene Saison nur 17 Bundesligaspiele machte, weil ich eine Zeit lang verletztungsbedingt ausgefallen bin. Diese Saison ist auch noch sehr jung, ich hab noch nicht einmal eine Bundesligasaison hinter mir. Das wäre viel zu früh gewesen. Ich muss noch viel lernen und mich weiterentwickeln. Die Zeit, die ich brauche, wird mir bei Red Bull Salzburg gegeben.

Welcher Klub aus der Türkei war an dir interessiert?
Das weiß ich nicht, ich habe mir das Angebot gar nicht angehört, ich habe sofort gesagt, dass das für mich uninteressant ist. Das Angebot aus Italien von Hellas Verona habe ich mir angehört, das war für mich etwas interessanter.

Zeitgleich mit deiner Verpflichtung wurde auch die Vertragsverlängerung von Peter Gulasci bei Red Bull Salzburg bekanntgegeben. Wusstest du schon davon, als dein Engagement fixiert wurde?
Ich hab das danach gelesen. Aber das ist für mich uninteressant. Ich weiß genau, was der Trainer mit mir plant.

Steht ein Wechsel nach Leipzig im Raum? Vielleicht bei einem Aufstieg in die deutsche Bundesliga?
Red Bull ist nicht nur Salzburg sondern auch Leipzig. Je nach Entwicklung besteht die Möglichkeit nach Leipzig zu gehen. Deutschland ist mein großes Ziel.

Bei Sturm Graz ist die Trainerfrage seit kurzem geklärt, Franco Foda ist es geworden. Im Raum Stand auch Werner Gregoritsch, dein U21-Trainer. Was hältst du von ihm? Hättest du ihm die Aufgabe in Graz zugetraut?
Auf alle Fälle. Er hat schon bewiesen, dass er in Österreich ein gefragter Trainer ist, wie bei Kapfenberg oder Mattersburg. Im Nationalteam hat er auch bewiesen, dass er ein sehr guter Trainer ist. Dass ihn der ÖFB im Nationalteam verlängern wollte, ist für mich überhaupt keine Überraschung.

Auch Spendlhofer und Djuricin kennst du vom Nationalteam. Weißt du also, wie Djuricin seine Tore am liebsten schießt?
Der Marco ist ein sehr cleverer Spieler, er braucht im Strafraum nicht viele Chancen um ein Tor zu machen, das hat er auch schon in dieser Saison bewiesen. Ich freue mich schon auf die Aufgabe, diese Tore zu verhindern. Für Lukas freue ich mich, dass er sich bei Sturm durchgesetzt hat. Er ist technisch und taktisch ein sehr geschulter Spieler, eine gute Verstärkung für die Innenverteidigung. Körperlich weiß er, wie er sich gegen andere Spieler durchsetzen kann.

Der SV Grödig hat in dieser Saison auswärts noch nie gewonnen, Sturm sucht zuhause seine Form. Wird Grödig daher am Samstag volle Offensive spielen oder lässt man Sturm das Spiel machen?
Wir werden nach Graz fahren, um das Spiel zu gewinnen. Wir haben auswärts zuletzt zu oft Unentschieden gespielt, wir brauchen unbedingt diese drei Punkte um den Anschluss zu halten. Wir werden versuchen, das Spiel  zu gewinnen, denn Sturm ist eine absolut schlagbare Mannschaft.

 

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