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	<title>Sturm12.at &#187; Interview</title>
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	<itunes:summary>12 Ton - Der Sturm12.at Podcast: Clemens Ticar und Markus Zottler liefern einmal im Monat den Podcast Ã¼ber den FuÃballverein Sturm Graz der ganz im Zeichen von &quot;Samma Schwoaz, Samma WeiÃ, Samma Sturm, Samma Grazer&quot; steht. Reibungspotential, Positives, Internes und Fan-Themen werden in den vier Kapiteln besprochen.</itunes:summary>
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		<title>Sturm12.at &#187; Interview</title>
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		<title>Anel Hadzic: &#8220;Wer anfeuern darf, darf auch kritisieren&#8221;</title>
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		<pubDate>Sun, 19 May 2013 06:49:50 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Bundesliga]]></category>
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		<description><![CDATA[Anel Hadzic ist eine Fixgröße in Ried. Allerdings wird er nicht länger im Innviertel bleiben. Was er vorhat und warum Sturm für ihn noch immer zu den besten Teams in Österreich zählt, darüber spricht er im Interview mit Sturm12.at.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_101989" class="wp-caption alignleft" style="width: 290px"><a href="http://www.sturm12.at/wp-content/uploads/GEPA-17051267087.jpg"><img class=" wp-image-101989 " title="Anel Hadzic" src="http://www.sturm12.at/wp-content/uploads/GEPA-17051267087-400x286.jpg" alt="" width="280" height="200" /></a><p class="wp-caption-text">© GEPA (honorarfrei)</p></div>
<p>Er ist <strong>Ried</strong>-Fan seit frühester Kindheit. Heute ist er nicht mehr nur Fan, sondern längst Stammspieler bei seiner <strong>SV Ried</strong>. Obwohl er sich nach wie vor als Allrounder sieht , hat <strong>Anel Hadzic</strong> nun seinen festen Platz in der Mannschaft gefunden und bereits 160 Spiele für die Innviertler absolviert. Und das mit 23 Jahren. Dennoch hat ihn das Fernweh gepackt, Hadzic sehnt sich nach einer neuen Herausforderung. Er hat sich  klare Ziele gesetzt und denkt neben dem Fußball auch an seine Familie und Gesundheit. Im Interview mit <strong>Sturm12.at</strong> erzählt er, warum er in dieser Saison bereits zehn gelbe Karten geerntet hat und warum Ried einen Fixplatz in der <strong>Bundesliga</strong> hat. Außerdem ist die Liga für ihn längst nicht so schlecht wie manche meinen.</p>
<p><strong>Anel, vor rund <a title="Sturm12.at" href="www.sturm12.at/2011/04/17/anel-hadzic/" target="_blank">zwei Jahren</a> hast du noch gesagt: „Sturm ist die beste Mannschaft in Österreich“. Nun steckt dein Gegner für das Spiel am Sonntag tief in der Krise, man ist Sechster in der Tabelle, mit nur zehn Punkten im Frühjahr, und wäre nach der Frühjahrestabelle an letzter Stelle. Kannst du dir diesen Abstieg erklären?</strong><br />
Ich bin immer noch davon überzeugt, dass Sturm zu den Top-4-Vereinen in Österreich zählt. Des Weiteren bin ich der Meinung, dass für Sturm auch diese Saison noch sehr viel drinnen ist. Die vielen Trainerwechsel gehen aber sicherlich nicht spurlos an den Spielern vorbei. Für uns wird es trotzdem kein leichtes Spiel am Wochenende. Ich kann mir die Situation von Sturm eigentlich nicht erklären und ich bin da auch nicht involviert. Das Spiel am Sonntag wird aber sowohl für Sturm als auch für Ried ein Schlüsselspiel werden.</p>
<p><strong>Aus Sicht eines Außenstehenden: Wie kommt Sturm aus diesem Schlamassel wieder raus?</strong><br />
Als Außenstehender hat man natürlich leicht Reden, was man ändern könnte. Es müssen alle an einem Strang ziehen und das von der Putzfrau bis ganz oben. Die Spieler müssen sich motivieren und versuchen, die Saison so positiv wie möglich abzuschließen, um den Europacupplatz zu erreichen. Als Trainer würde ich versuchen Ruhe in die Mannschaft zu bringen, um wieder arbeiten zu können und Kontinuität zu schaffen. Danach kann man wieder versuchen anzugreifen.</p>
<p><strong>Die Grazer Fans haben auf die Krise reagiert: Im Spiel gegen die Admira gab es einen Stimmungsboykott und Spruchbänder sprachen klare Worte. Sind diese Aktionen für dich legitim?</strong><br />
Die Fans sind natürlich ein wichtiger Bestandteil der Mannschaft, der zwölfte Mann. Das was sie gerade machen ist sicher okay. Wer sein Team anfeuern darf, darf auch kritisieren. Aber zweifellos stehen da nicht elf Spieler am Platz, die nicht gewinnen wollen. Sturm ist kein kleiner, sondern ein großer Verein in Österreich und hat Ziele und Ambitionen. Deswegen verstehe ich natürlich auch den Unmut der Fans. Wäre ich kein Fußballer, wäre ich wahrscheinlich genauso. Aber gerade jetzt ist es wichtig, dass die Fans hinter der Mannschaft stehen. Mit ihnen im Rücken läuft es dann wieder, die Spieler gewinnen wieder Zweikämpfe und da geht auch schon mal ein abgefälschter Ball ins Tor, der sonst nicht reingehen würde. Als Spieler brauchst du das einfach. Sturm hat tolle Fans, da brauchen wir nicht diskutieren. Aber wenn jemand am Boden liegt, sollte nicht mehr nachgetreten werden. Für mich als Ried-Spieler ist es aber natürlich schwer in Hinblick auf Sonntag zu sagen, dass die Fans wieder Vollgas geben sollen.</p>
<p><strong>Hast du persönlich in deiner Karriere schon Krisen erlebt?</strong><br />
Seit ich in Ried bin Gott sei Dank nicht. Als ich in meiner Kindheit noch Fan war natürlich schon, damals als Ried abgestiegen ist. 2008 war bitter, da haben wir im Frühjahr auch nur elf Punkte geholt. Aber das ist etwas anders als in Graz.</p>
<p><strong>Die SV Ried hat längst nichts mehr dem Abstieg zu tun und ist eine Fixgröße in der Bundesliga. Kann sich die SV Ried mit dem Tabellenmittelfeld zufrieden geben oder gibt es höhere Ansprüche?</strong><br />
Ried hat sich etabliert in der Bundesliga, wird respektiert und ist eine gestanden Mannschaft. Natürlich kommen die Fans bei einem Herbstmeistertitel oder wenn wir international spielen auf den Geschmack und wollen mehr. Ried muss allerdings schauen, dass junge Spieler gefördert werden, damit diese später für höhere Aufgaben bereit sind. Der Anspruch unter den Top-5 mitzuspielen ist natürlich da und Ried ist diesbezüglich super aufgestellt.</p>
<p><strong>Vor zwei Jahren hast du noch ein Liebesbekenntnis zur SV Ried abgegeben, jetzt verlängerst du deinen Vertrag nicht. Wie sieht die Zukunft aus?</strong><br />
Ich habe lange darüber nachgedacht, was für mich das Richtige ist. Ich bin nach einigen Gesprächen mit Manager Stefan Reiter zu dem Schluss gekommen, dass ich nicht verlängern werde. Ich brauche eine Herausforderung, wo ich mich sportlich und persönlich entwickeln kann. Da gibt es natürlich auch in Österreich drei, vier Vereine, die die Ambitionen haben international zu spielen. Zurzeit ist aber noch alles offen.</p>
<p><strong>Wie sieht es mit einem Wechsel zu Sturm aus? Der Verein soll Interesse zeigen&#8230;</strong><br />
Dazu kann ich eigentlich nicht viel sagen. Das weiß ich auch nur aus der Zeitung. Ich habe auch nie ein Wort dazu geäußert.</p>
<p><strong>Würdest du einen Wechsel ins Ausland wagen? Bei Daniel Beichler oder Daniel Royer hat es zum Beispiel nicht geklappt, im Ausland Fuß zu fassen.</strong><br />
Ich würde mich auf jeden Fall trauen. Schließlich ist es mir in den letzten fünf Jahren gelungen, in Ried Fuß zu fassen. Ich habe fast durchgehend gespielt und mittlerweile 160 Spiele in den Beinen. Für mich ist es aber auch kein Problem noch zwei Jahre in Österreich zu spielen. Dann wäre ich 26 und das wäre natürlich ein ideales Alter, um den Schritt ins Ausland zu wagen.</p>
<p><strong>Du hast mir die nächste Frage schon fast vorweggenommen. Wo siehst du dich in zwei Jahren? Was sind deine Träume und Ziele?</strong><br />
Natürlich würde ich in zwei Jahren gerne im Ausland spielen. Wichtig ist aber, dass ich gut Fußball spiele und vor allem verletzungsfrei und gesund bleibe. Der Rest kommt von alleine.</p>
<p><strong>Wie wichtig ist dir bei einem Wechsel ein familiäres Umfeld?</strong><br />
Für mich ist das sehr wichtig, da ich ein Familienmensch bin. Es wird zwar ab und zu härtere Zeiten geben, aber ich möchte mich bei meinem neuen Verein wohlfühlen.</p>
<p><strong>Kurz zur Liga: Hättest du noch gerechnet, dass die Liga heuer so spannend wird? Sowohl im Europacup-Kampf, als auch im Abstiegskampf sind jeweils noch vier Teams involviert.</strong><br />
Dass es so eng wird hätte ich nicht erwartet. Für die Fans bleibt es somit bis zur letzten Runde spannend und das finde ich super. </p>
<p><strong>Nicht nur die Liga rückt immer näher zusammen. International gab es vor allem 2009/10 eine sehr gute Saison mit vier Teams in der Europa League-Gruppenphase, danach ließen die österreichischen Erfolge allerdings zu wünschen übrig. Glaubst du wird das Niveau der Liga schlechter?</strong><br />
Das würde ich nicht sagen. Jeder Verein holt einfach das Maximum aus seinen Spielern heraus und die Spieler sind nicht schlecht. Eine Differenz zwischen den großen und den kleinen Vereinen sollte aber schon da sein. Aber man sieht das in den anderen Ligen genauso. Inter Mailand zum Beispiel liegt am 9. Platz, das ist natürlich unglaublich. Die Lage in Österreich würde ich nicht so tragisch sehen. Die Liga ist gut und auch konstant. Und das wird in den nächsten Jahren sicher noch besser.</p>
<p><strong>Du stehst mit Ried momentan auf dem fünften Tabellenplatz, einen Punkt hinter Wolfsberg. In den letzten drei Saison-Runden habt ihr mit Sturm, Salzburg und Rapid ein schweres Los. Ist da noch alles drinnen?</strong><br />
Da ist klarerweise für alle Mannschaften alles drinnen. Die letzten Partien sind eben immer Endspiele, man muss sehen was dabei rauskommt. Wir sind gut drauf, aber einfach wird es sicher nicht am Sonntag in Graz. Das wird nicht nur eine gute, sondern auch eine harte Partie. Eine ganz harte Partie!</p>
<p><strong>Du hast in der laufenden Saison 28 Spiele absolviert, sechs Tore erzielt und fünf vorbereitet. Bist du zufrieden mit deiner Bilanz?</strong><br />
28 Partien, das ist schon okay, aber da wäre aber auf jeden Fall mehr drinnen gewesen. Allerdings war ich drei Mal gesperrt <em>(lacht)</em> und zwei Mal verletzt. Nach dem Herbst war ich kurzzeitig in einem Tief, aber in den letzten Partien habe ich wieder an meine alte Stärke angeknüpft. Ich will immer mehr erreichen, dennoch bin ich im Großen und Ganzen zufrieden.</p>
<p><strong>Du sagst von dir selbst, dass du ein Allrounder bist. Nun hast du in dieser Saison meistens im defensiven Mittelfeld gespielt. Hast du hier deine Lieblingsposition gefunden?</strong><br />
Ja, auf jeden Fall. In den ersten beiden Saisonen bei Ried habe ich alle Positionen gespielt, vom rechten Innenverteidiger, über den 6er und 8er bis zum 10er. Nur Stürmer habe ich nicht gespielt. Ich habe immer gesagt, dass mein Platz im zentralen Mittelfeld ist und das sowohl defensiv als auch offensiv. Ich kann jetzt sagen, hier meine absolute Lieblingsposition gefunden zu haben. Außerdem schließe ich Angriffe sehr gerne selbst ab, was mir im zentralen Mittelfeld klarerweise leichter fällt. Das rundet das Ganze gut ab.</p>
<p><strong>Dem gegenüber stehen zehn gelbe Karten und eine rote. Ist deine Spielweise vielleicht ab und zu etwas zu rüde oder findest du, dass du auch einmal eine Karte riskieren musst?</strong><br />
Dass ich Überhärte habe, würde ich nicht behaupten. Ich gehe einfach hart in die Zweikämpfe, aber auf dieser Position ist es  auch notwendig Karten zu riskieren, wenn es einmal nicht so läuft. Auch um die Mannschaft mitzureißen, die eigenen Mitspieler aufzuwecken. Wenn es heißt, einen Konter zu unterbinden, muss man auch das ein oder andere Mal in die Karten schauen. Natürlich muss man dazu auch die Routine haben, ein Spiel ohne Gelb-Rot zu überstehen. Wichtig ist es jedenfalls auch viel zu laufen. Das ist aber nicht alles. Den größten Wert lege ich nämlich auf Taktik. Das ist mir sehr wichtig.</p>
<p><strong>Zum Schluss noch einmal zur anstehenden Partie: Die bisherigen drei Saisonduelle gingen allesamt an Sturm, allerdings ist die Mannschaft zurzeit angeschlagen. Ist jetzt die große Chance da, Sturm zu überholen? Wie lautet dein Tipp?</strong><br />
Das wird eine sehr heiße Partie <em>(lacht)</em>. Immerhin geht es ja für beide Mannschaften um alles. Es wird ziemlich knapp. Ich sage 2:1 für uns!</p>
<p style="text-align: right;"><em>Das Interview führte Patrick Weißenbacher.</em></p>
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		<title>&#8220;Ein Traum für Sturm zu spielen&#8221;</title>
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		<pubDate>Fri, 26 Apr 2013 15:05:31 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Christian Falk ist derzeit unfreiwilliger Zuschauer. Im Sturm12.at-Interview spricht Wolfsbergs Torschütze vom Dienst über Europacup-Ambitionen mit dem WAC, den Kindheitstraum Sturm Graz und wie knapp es mit einem Sturm-Engagement im Sommer wirklich war.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_101195" class="wp-caption alignleft" style="width: 159px"><a href="http://www.sturm12.at/2013/04/26/ein-traum-fur-sturm-zu-spielen/christian_falk_-_fc_vocklabruck/" rel="attachment wp-att-101195"><img class=" wp-image-101195   " title="Christian_Falk_-_FC_Vöcklabruck" src="http://www.sturm12.at/wp-content/uploads/Christian_Falk_-_FC_Vöcklabruck-266x400.jpg" alt="" width="149" height="224" /></a><p class="wp-caption-text">de.wikipedia.org/Steindy</p></div>
<p>Seitdem <strong>Christian Falk</strong> vor fast vier Jahren beim <strong>Wolfsberger AC</strong> in der <strong>Regionalliga Mitte</strong> anheuerte, schreibt der Torjäger mit den Kärntnern eine Erfolgsstory nach der anderen. Zwei Aufstiege und 62 Tore in 116 Spielen hat der mittlerweile 26-Jährige Hartberger auf seiner Visitenkarte stehen. Derzeit setzt eine unangenehme Verletzung am Schambein den zehnfachen Saison-Torschützen außer Gefecht. Im <strong>Sturm12.at</strong>-Interview verrät Falk, warum die Prognose seines Comebacks schwierig ist, was seinen Erfolgs-Trainer Nenad Bjelica ausmacht und dass die Zeiten, in denen junge Spieler nichts zu sagen haben, vorbei sind. Außerdem sprach er über sein nächstes Ziel &#8211; ein Wechsel zu einem der „großen Vier.“</p>
<p><strong>Wann wird man dich wieder auf dem Platz sehen?</strong><br />
Ich kann das leider selbst nicht beantworten und auch die Ärzte tun sich mit einer Prognose schwer. Ich bin nun seit fast drei Monaten außer Gefecht und langsam ist ein Fortschritt erkennbar. Seitliche Bewegungen und Bewegungen in höherem Tempo verursachen aber immer noch Probleme und Schmerzen.</p>
<p><strong>Schambeinverletzungen scheinen im modernen Profi-Fußball in Mode zu sein. Wie darf man sich das genau vorstellen?</strong><br />
Mir haben das die Ärzte so erklärt, dass das Schambein einfach bei manchen Spielern ein Schwachpunkt ist. Rundherum ist zwar alles gut trainiert, aber irgendwann drückt irgendwas auf das Schambein und es kommt zu einer Entzündung, das ist ein schleichender Prozess. In meinem Fall ist es dann einfach nicht mehr gegangen. Vielleicht wäre es besser gewesen, hätte ich es früher behandeln lassen.</p>
<p><strong>Zuschauen müssen ist bekanntlich immer schlimm &#8211; wie nah bist du derzeit bei der Mannschaft?</strong><br />
Ich bin meistens beim Training in Wolfsberg dabei. Wir haben dort auch super Fitnessgeräte. Die Mannschaft unterstütze ich mental und beim Tratschen nach dem Spiel.</p>
<p><strong>Ihr habt jetzt &#8211; das Cupmatch mit einbezogen &#8211; drei Mal in Folge verloren. Ist der Erfolgslauf des WAC zu Ende?<br />
</strong>Es war klar, dass wir nicht alle Spiele gewinnen werden. Wir haben bis dorthin wirklich gut gearbeitet und teilweise sensationelle Erfolge eingefahren. Nur weil wir jetzt drei Spiele verloren haben, ist das keine Krise. Ich habe gehört, dass die Mannschaft diese Woche sehr gut gearbeitet hat &#8211; wenn jeder seine Leistung abruft, bin ich für das Spiel gegen Sturm guter Dinge.</p>
<p><strong>Du bist einer von vielen, die den Aufstieg von der Regionalliga mitgemacht haben und jetzt euren Stamm bilden. Große Erfolge wie Aufstiege schweißen zusammen &#8211; ist dies Teil des Erfolgsrezepts WAC?</strong><br />
Absolut. Mit einem Stamm von Spielern aufzusteigen und nur wenige, dafür umso bessere Leute dazu zu holen, ist wichtig, um auch in der höheren Liga relativ schnell Erfolg zu haben. Es ist dann einfach viel leichter die Neuen schnell zu integrieren. Ohne dieses „Rezept&#8221; kann man solche Erfolge nicht feiern.</p>
<p><strong>Das ausgegebene Ziel nicht gleich wieder abzusteigen wurde genauso erreicht wie die 40-Punktemarke. Derzeit liegt ihr drei Punkte hinter einem Europacup Platz &#8211; springt der WAC noch auf den Zug nach Europa auf?</strong><br />
Der Europacup-Platz ist sehr wohl möglich und wäre nach einer Wahnsinnssaison die Draufgabe. Es ist schade, dass wir jetzt im Cup ausgeschieden sind, sonst hätten wir mit einem möglichen Finaleinzug den internationalen Startplatz erreichen können. Auch Sturm und Rapid sind nicht weit weg, aber wir werden beim WAC nicht größenwahnsinnig. Wenn es passiert, ist es super, wenn nicht, haben wir trotzdem eine Super-Saison gespielt.</p>
<p><strong>Ein Vater des Erfolgs ist sicherlich auch Trainer Nenad Bjelica &#8211; du hast in einem Interview mit 90minuten.at gemeint „er ist sicherlich der beste Trainer, bei dem ich gespielt habe“. Was zeichnet ihn aus?</strong><br />
Er ist ein sehr korrekter Trainer und legt viel Wert auf Disziplin. Zudem ist er nicht leicht aus der Ruhe zu bringen, doch er kann auch kräftig auf den Putz hauen. Er fordert gewisse Dinge ein, aber wenn man sich reinhaut und seine taktischen Aufgaben erledigt, kann man von ihm alles haben. Wenn der Spieler Bjelica noch spielen würde, wäre er mit Sicherheit auch ein klasse Mitspieler. Außerdem glaube ich, dass er und seine Familie sich in Wolfsberg einfach wohlfühlen.</p>
<p><strong>Mit Michael Sollbauer habt ihr einen extrem jungen Kapitän. Generell bekommt man beim WAC den Eindruck, dass die Hierarchie in der Mannschaft eher flach ist und sich jeder in den Dienst der Mannschaft stellt.</strong><br />
Bei uns gibt es keine Stars, es zählt der Mannschaftsgedanke. Es ist auch so, dass bei uns nicht ein gewisser Spieler immer gut ist. Einmal spielt der gut, dann ist wieder der andere gut. Die Zeiten wo die jungen Spieler eben „die Jungen“ sind, sind vorbei. Vielleicht ist das ohnehin besser für den Fußball.</p>
<p><strong>Erfolg kann zu Höhenflügen verleiten. Gibt es derzeit auch junge Spieler, die dann auf den Boden der Tatsachen zurück geholt werden müssen?</strong><br />
Das gibt es immer wieder. Neben dem Trainer haben die Spieler wie Liendl und Polverino schon ein Auge darauf.</p>
<p><strong>Der Führungsspieler Falk nicht?</strong><br />
Ja doch, schon, vielleicht. Es ist halt schwer zuzugeben, dass man ein Führungsspieler ist. Ich bin jetzt 26 Jahre alt und habe eigentlich nur ein halbes Jahr Bundesliga gespielt &#8211; da haben andere schon mehr zu sagen als ich. Grundsätzlich ist der WAC ein eher kleiner Verein, da kann man sich ein Abheben eigentlich nicht leisten.</p>
<p><strong>Wie schwer ist dir persönlich der Umstieg von der Ersten Liga in die Bundesliga gefallen?</strong><br />
Man muss die Fehler minimieren. Kleinste Fehler werden meist gleich bestraft und die Gegenspieler sind einfach cleverer. Ein Beispiel: Wenn ich an der Mittellinie mit dem Rücken zum Tor stehe, attackiert mich ein Verteidiger aus der Bundesliga wahrscheinlich anders als einer aus der Ersten Liga.</p>
<p><strong>Sehr wahrscheinlich wird der SV Grödig eure Nachfolge als Aufsteiger antreten. Hast du ihnen das zugetraut?</strong> Das kommt für mich sehr überraschend. Dass Grödig so einen Lauf hinlegen würde und jetzt praktisch jedes Spiel souverän gewinnt, damit hat niemand gerechnet.<br />
Dass aber Austria Lustenau den großen Vorsprung in so kurzer Zeit verspielt, hätte sich auch niemand gedacht. Mit so einer Unserie hat man den Aufstieg nicht verdient und in der Bundesliga sowieso nichts verloren.</p>
<p><strong>Du hast einen tollen Torschnitt, hast in beinahe jedem zweiten Karrierespiel getroffen. Schaust du dir solche Statistiken an?</strong><br />
Ein Freund von mir hat mich letztens angerufen und gemeint ,der Hosiner hat wieder nicht getroffen‘ und ich hätte jetzt die beste Torschnitt-Statistik in der Bundesliga. Da habe ich dann das erste Mal nachgesehen &#8211; normalerweise schaue ich nicht auf so etwas. Aber wenn man mich jedoch darauf anspricht, taugt es mir natürlich. <em>(Derzeit weisen Philipp Hosiner, Jonatan Soriano und Roman Kienast einen besseren Torschnitt auf, Anm. der Redaktion.)<br />
</em><br />
<strong>Du warst dem Vernehmen nach letzten Sommer bei Sturm im Gespräch &#8211; wie viel war da wirklich dahinter?</strong><br />
Eher wenig. Das wurde durch die Medien aufgebauscht. Mich und meinen Berater hat niemand angerufen. Aber ich bin Steirer, von klein auf Sturm-Fan und für Sturm zu spielen wäre für mich ein Traum.</p>
<p><strong>Aber der Spieler Falk wird in Wolfsberg eher nicht in den fußballerischen Ruhestand gehen.</strong><br />
Mein nächstes Ziel ist es irgendwann bei einem der großen Vier &#8211; also Sturm, Rapid, Austria, Salzburg &#8211; zu spielen. Aber wenn es mit dem WAC gelingt, auf Dauer vorne mit zu spielen und ich regelmäßig zu meinen Einsätzen und Toren komme, muss ich nicht unbedingt wechseln.</p>
<p><strong>Du bist jetzt 26 Jahre alt. Viele reden in diesem Alter von der letzten Möglichkeit ins Ausland zu wechseln. Wie sehr reizt dich die Ferne?</strong><br />
Ich will mich jetzt erst einmal in der Bundesliga etablieren und nicht nur ein halbes Jahr, sondern zwei, drei Jahre meine Tore schießen. Ich finde es wichtig, sich erst einmal  in der heimischen Liga zu beweisen und nicht vorschnell irgendwo hin zu wechseln, wo ich dann nur auf der Bank sitze oder in der zweiten Mannschaft spiele.</p>
<p><strong>Mit der Rückennummer sechs ziert eine für Stürmer ungewöhnliche Nummer dein Trikot. Wie kam es dazu?</strong><br />
Den Sechser habe ich getragen wie ich zu kicken angefangen habe und da ist es ganz gut gelaufen. Wie ich zum WAC gekommen bin, war der Sechser frei und ich habe zugeschlagen.</p>
<p><strong>Heute ist mit Sturm und Neo-Trainer Markus Schopp auch der direkte Konkurrent um den Europacup-Platz zu Gast. Kannst du die Entlassung von Peter Hyballa nachvollziehen?</strong><br />
Die Entlassung kam für mich irgendwie schon überraschend, weil die Saison nur mehr einen Monat dauert. Anderseits glaube ich, dass es für Sturm die richtige Entscheidung war. Die Fans sind nicht mehr ins Stadion gekommen und die Spieler haben auch nicht den zufriedensten Eindruck gemacht. Außerdem kann sich ein Herr Schopp mit seiner Sturm-Vergangenheit womöglich ganz anders in die Situation hineinversetzen als es ein Herr Hyballa es konnte. Aber das wird sich zeigen &#8211; ich hoffe, dass es zumindest dieses Wochenende noch nicht ganz funktioniert.</p>
<p><strong>Ist es ein typisches Sechs-Punkte-Spiel?</strong><br />
Ich glaube schon, dass es für beide Mannschaften ein entscheidendes Spiel ist. Es wäre schon wichtig zu gewinnen oder zumindest nicht zu verlieren. Aber es sind doch noch einige Runden zu spielen und da kann noch einiges passieren.</p>
<p><strong>Wie werdet ihr es anlegen um Sturm ein Bein zu stellen?</strong><br />
Das Stadion wird wieder ziemlich ausverkauft sein, allein das ist schon ein riesiger Ansporn für die Jungs. Wir werden auf unsere bekannten Stärken, wie schnelle Konter, setzen und hoffen dass das aufgeht.</p>
<p style="text-align: right;"><em>Das Interview führte Marc Eder</em></p>
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		<item>
		<title>Alexander Gorgon: &#8220;Erwarte Sturm mit einem anderen Gesicht&#8221;</title>
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		<pubDate>Sun, 14 Apr 2013 05:29:04 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Alexander Gorgon wird in wenigen Wochen wohl den ersten Meistertitel seiner Karriere feiern können - und das mit seinem Stammverein Austria Wien. Warum der Wiener mit polnischen Wurzeln bereits über die Champions League nachdenkt, erzählt er im Sturm12.at-Interview.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_100555" class="wp-caption alignleft" style="width: 290px"><a href="http://www.sturm12.at/2013/04/14/alexander-gorgon-erwarte-sturm-mit-einem-anderen-gesicht/fussball-bl-a-wien-vs-wacker-2/" rel="attachment wp-att-100555"><img class=" wp-image-100555 " title="FUSSBALL - BL, A.Wien vs Wacker" src="http://www.sturm12.at/wp-content/uploads/mix-1-von-11-400x334.jpg" alt="" width="280" height="234" /></a><p class="wp-caption-text">Gepa honorarfrei</p></div>
<p><strong>Alexander Gorgon</strong> ist ein Veilchen durch und durch. In <strong>Wien</strong> geboren, startete der Mittelfeldspieler mit polnischen Wurzeln bereits im Alter von fünf Jahren seine <strong>Austria</strong>-Karriere. Er durchlief alle Nachwuchsmannschaften der Wiener und war auch Teil der <strong>Frank-Stronach-Fußballakademie</strong>. 2006 schaffte er den Sprung zu den Austria Amateuren, seit 2010 ist er Bestandteil des Profi-Kaders. Im Mai wird er den Meisterteller mit der Wiener Austria stemmen &#8211; im <strong>Sturm12.at</strong>-Interview vor dem Sonntags-Schlager gegen <strong>Sturm</strong> (16 Uhr, Stadion Liebenau) spricht Alexander Gorgon noch über den bevorstehenden Meistertitel, das Nationalteam und eine mögliche <strong>Champions League</strong>-Qualifikation.</p>
<p><strong>Spreche ich mit einem österreichischen Fußballmeister der Saison 2012/2013?</strong><br />
Gute Frage! Wir setzen jetzt in den letzten Spielen natürlich alles daran, so viele Siege wie möglich einzufahren, dass wir das vorzeitig entscheiden können. Nach der Heimklatsche vergangene Woche, müssen wir uns jetzt gegen Sturm neu mobilisieren und auf drei Punkte spielen.</p>
<p><strong>Fakt ist: Ihr habt nun zehn Punkte Vorsprung bei acht ausstehenden Spielen. Mit wie viel Prozent würdest du die Chance auf den Meistertitel beziffern?</strong><br />
In Mathematik war ich noch nie gut, deshalb will ich jetzt gar nicht in Prozenten reden. Bei so einem Vorsprung darf aber normalerweise nichts mehr passieren. Wir müssen jetzt schauen, dass wir abgebrüht genug sind, um uns den Meistertitel zu holen. Die nächsten Spiele werden auf jeden Fall richtungsweisend sein</p>
<p><strong>Im Vorjahr hat die Austria mit 56 Punkten nach einer durchwachsenen Saison auf Rang vier abgeschlossen &#8211; nun die überlegene Tabellenführung. Am Kader wurde seither aber nicht sehr viel verändert. Was läuft denn jetzt so viel besser als im Vorjahr?</strong><br />
Das ist immer schwer zu vergleichen. Man sieht einfach, dass sich im Fußballgeschäft von heute auf morgen alles ändern kann &#8211; oft sind es aber auch Kleinigkeiten, die entscheidend sind. Der Kader ist in der Tat fast gleich geblieben, wobei wir natürlich mit dem Hosiner Philipp einen Top-Striker geholt haben, der nun schon sehr viele Tore für uns schon gemacht hat.</p>
<p><strong>Du sprichst es an – eine vielzitierte „punktuelle“ Verstärkung hat natürlich voll eingeschlagen. Wie groß ist der Hosiner-Effekt aus deiner Sicht wirklich?</strong><br />
Es ist immer angenehm, wenn du einen Spieler in deinen Reihen hast, der aus dem Nichts ein Tor machen kann. Nimm zum Beispiel das erste Derby nach der Winterpause. Da hatten wir eigentlich keine hundertprozentige Chance, haben das Spiel aber trotzdem gewonnen. So etwas ist natürlich wichtig und Philipp hat jetzt schon oft bewiesen, dass man sich auf ihn verlassen kann.</p>
<p><strong>Nach dem zweiten Saisonspiel gegen Sturm hat die Mannschaft am Spielfeld einen Kreis gebildet, in dessen Mitte Trainer Peter Stöger stand und euch nach der 0:1-Heimniederlage Mut zusprach. Inzwischen ist dieser Kreis zum wöchentlichen Zeremoniell geworden. Wie wichtig können solche Rituale sein?</strong><br />
Das mit dem Kreis ist so eine Geschichte. Damals gegen Sturm wollte uns der Trainer einfach alle unmittelbar nach dem Schlusspfiff zusammentrommeln. Weil sonst ist es nach dem Spiel so, dass die einen Interviews haben, andere in der Kabine behandelt werden und sich alles ein bisschen verläuft. So hat er uns noch alle erwischt und uns gesagt, dass das schwer in Ordnung war und das wir auf der Partie aufbauen können. Dabei ist es geblieben, dass wir nach Schlusspfiff in diesem Kreis in zwei, drei Sätzen ganz kurz das Spiel analysieren. Ich persönlich habe aber eigentlich keine Rituale, außer, dass ich immer ein Kreuzzeichen mache wenn ich aufs Feld komme und das Spielfeld immer mit dem linken Fuß zuerst betrete.</p>
<p><strong>Bleiben wir bei dir: Ich habe in einem alten <a title="Interview aus dem Jahr 2008" href="http://www.stargatecenter.net/Lungauer%20Veilchen/interviewgorgon.html">Interview</a> von dir gelesen, dass du dich eigentlich im Zentrum des Mittelfelds am wohlsten fühlst. Heuer wurdest du aber praktisch nur auf der rechten Außenbahn eingesetzt. Würdest du jetzt auch noch gerne zentraler spielen?</strong><br />
Ich bin einer, der in jedem Spiel gern sehr viele Ballkontakte hat und das fällt einem im Zentrum einfach leichter. Oft ist es so, dass das Spiel ein wenig linkslastiger ist, wo dann über meine Seite vielleicht nicht so viel geht. Ich will aber immer möglichst viel am Spiel teilnehmen &#8211; fühle mich aber auf der rechten Seite auch nicht wirklich unwohl. Man kann ja auch von der Seite nach innen ziehen – es ist schon okay.</p>
<p><strong>Wenn jetzt aber der Trainer zu dir kommt und sagt: „Heute spielst du einen Zehner“, dann würdest du dankend annehmen?</strong><br />
Ja auf jeden Fall, da wäre ich nicht abgeneigt und würde die Herausforderung annehmen. Auch wenn ich das schon länger nicht gespielt habe, würde ich mir das auf jeden Fall zutrauen.</p>
<p><strong>Kommen wir zum Nationalteam: Dort hast du zuletzt für die U-20 Auswahl gespielt, damals noch unter Paul Gludovatz. Unter Marcel Koller warst du im A-Team einmal auf Abruf. Wie wichtig ist oder wäre es für dich, für dein Land zu spielen?</strong><br />
Es ist immer schön, wenn du für dein Land auflaufen kannst, wenn du da draußen stehst und die Nationalhymne hörst. Das ist natürlich auch mein nächstes Ziel, dass ich bald in den Nationalteam-Kader rutsche. Das geht aber nicht von heute auf morgen &#8211; man muss einfach Woche für Woche überzeugen und seine Leistung bringen. Zurzeit ist es natürlich auch nicht einfach, weil doch sehr viele Legionäre im Team sind. Du kannst die heimische Liga nicht mit einer ausländischen vergleichen, dieser Unterschied ist einfach noch zu groß. Andererseits hat natürlich auch ein Markus Suttner bewiesen, dass es für einen Bundesligaspieler möglich ist, ins Team zu kommen. Und das nehm ich mir dann auch als Vorbild.</p>
<p><strong>Du bist seit deinem sechsten Lebensjahr Austrianer. Ganz ehrlich: Freut man sich als Erz-Violetter nicht ein wenig über die letzten Misserfolge des Stadtrivalen Rapid?</strong><br />
Nicht wirklich. Ich hab aber auch kein Mitleid mit denen. Ich weiß selber, wie es ist, wenn du einmal in so einer Misere bist. Wir hatten das im letzten Jahr auch. Uns hat auch keiner geholfen, wir haben uns auch selber rausziehn müssen. Es gibt einfach solche Tiefen im Sport, darauf folgend dann aber auch wieder die Höhen und auch Rapid wird wieder aus dem Loch herauskommen.</p>
<p><strong>Einige große Austrianer haben später für Rapid gespielt, einer davon war dein Trainer Peter Stöger. Könntest auch du dir vorstellen, eines Tages für Rapid zu spielen?</strong><br />
Nein, für mich ist das wirklich ein No-Go! Ich hab bei der Austria alle Nachwuchsstufen durchlaufen hab mich dann über die Amateure bis zur Kampfmannschaft raufgekämpft. Ich verbinde einfach sehr viel mit diesem Verein, habe ihm viel zu verdanken. Ich bin da sehr loyal und ein Wechsel für Rapid wird für mich nie in Frage kommen. Du erleichterst dir in deiner Karriere damit auch gar nichts. Es ist jetzt mit den Fans schon so extrem, dass du dann bei den eigenen Fans dann unten durch bist und dich auch die Rapid-Fans nicht akzeptieren würden.</p>
<p><strong>Rapid kommt also nicht in Frage. Zu anderen Teams würdest du aber bestimmt nicht nein sagen. Was sind denn deine nächsten Ziele? Wo siehst du dich in drei Jahren?</strong><br />
In drei Jahren wäre ich gerne ein gefestigter Stammspieler im Ausland und würde gerne zur ersten Elf im Nationalteam zählen.</p>
<p><strong>Denkst du, dass euer Kader über den Sommer großteils unverändert bleibt, oder werden nach dieser erfolgreichen Saison doch einige Spieler den Sprung ins Ausland vorziehen?</strong><br />
Wenn dann auf einmal Angebote für 30 Spieler hereinrascheln und viele den Club verlassen, ist das mit der Qualifikation für die Champions League natürlich auch nicht mehr einfach. Ich habe aber schon einige Male gehört, dass die Mannschaft zusammen halten wird und man mit dieser Mannschaft noch größere Ziele erreichen will. Wenn man wirklich auf längere Sicht erfolgreich sein möchte, muss es einfach eine gewisse Kontinuität geben und je länger wir zusammen spielen, desto besser sind wir auch.</p>
<p><strong>Du spricht die Champions League an. Ist bei euch intern eine mögliche Qualifikation für die Königsliga eigentlich schon manchmal Thema?</strong><br />
Natürlich ist das ab und zu ein Thema, wobei wir prinzipiell step-by-step denken. Wir wissen natürlich, dass die Chance sehr groß ist auf den Meistertitel und dann spielst du nach zwei Qualifikationrunden eh schon mit den Großen mit. Und wir wissen auch, dass so eine große Chance auf die Champions League wahrscheinlich so schnell nicht wieder kommt.</p>
<p><strong>Bei der Austria lebt ja auch noch die Chance auf das Double. Im Cup trefft ihr nächste Woche auf den WAC. Was wollt ihr in Wolfsberg besser machen, als bei der 0:4-Heimniederlage in der Vorwoche?</strong><br />
Es ist kein Geheimnis, dass wir uns gegen den WAC in dieser Saison ziemlich schwer tun. In Wolfsberg haben wir aber beide Spiele gewonnen – vielleicht liegt uns ja der Platz dort besser. Am Samstag haben wir einfach große Fehler in der Defensive gemacht, die zu Gegentoren geführt haben, vor allem aber unsere Torchancen nicht verwertet, was ja bisher in dieser Saison eigentlich nie der Fall war. Wenn wir unsere Chancen genutzt hätten, dann geht das Spiel vielleicht 4:4 aus, dann schwärmen wieder alle nach dem Spiel: „4:4 – Sieg war heute keiner drin, aber hey, ich habe acht Tore gesehen.“ So wars natürlich eine bittere Heimklatsche, wo beim Gegner alles gepasst hat und wir mit viel Pech agiert haben.</p>
<p><strong>Euer nächster Gegner in der Liga heißt Sturm Graz. Bisher auch nicht gerade euer Lieblingsgegner – in den drei Saisonspielen gegen Sturm habt ihr vier Punkte geholt. Was macht die Grazer zu einem der schwereren Gegner für euch?</strong><br />
Es ist richtig, dass Sturm immer ein sehr unangenehmer Gegner ist. Sturm hat eine ähnliche Philosophie wie wir: Sie setzen auch auf einen sehr spielerischen Stil. Sie stellen sich nicht hinten rein und warten auf Konterchancen, sondern versuchen immer mitzuspielen und ihr Spiel durchzuziehen. In dieser Saison war es aber eigentlich immer so, dass unsere Leistungen gegen Sturm durchaus gestimmt haben, nur die Ergebnisse nicht.</p>
<p><strong>Zuletzt hat sich Sturm natürlich alles andere als in Form präsentiert. Wie erwartet ihr die Mannschaft am Sonntag?</strong><br />
Mit einem komplett anderen Gesicht. So ein Ausrutscher wie gegen Salzburg kann immer passieren. Wir haben jetzt auch 0:4 zu Hause verloren. Sie werden jetzt aber sicher auch nicht von uns glauben, dass wir in einer Formkrise stecken, oder dass es gegen uns jetzt leichter ist. Und so glauben wir das auch nicht von Sturm. Ich gehe davon aus, dass beide Mannschaften in Topform auftreten und dass wieder jede Kleinigkeit über Sieg oder Niederlage entscheiden kann.</p>
<p><strong>Wie geht das Spiel aus?</strong><br />
Ich tippe nicht gerne, denn wenn das Spiel dann aus ist, schauen die Leute in ihr Hefterl rein und konfrontieren mich dann mit meinen Tipps. Deshalb enthalte ich mich einer Voraussage.</p>
<p style="text-align: right;"><em>Das Interview führte Lukas Matzinger.</em></p>
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		<title>&#8220;Können wir bitte &#8216;Du&#8217; sagen?&#8221;</title>
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		<pubDate>Sat, 30 Mar 2013 09:16:01 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Dass Wiener Neustadt absteigen wird, daran hat vor der Saison kaum einer gezweifelt. Nun steht das Team von Heimo Pfeifenberger punktegleich mit Innsbruck und der Admira im Tabellenkeller. Von den verbleibenden zehn Runden spielt man sechs davon im eigenen Stadion. Das macht Mut.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_99825" class="wp-caption alignleft" style="width: 298px"><a href="http://www.sturm12.at/2013/03/30/konnen-wir-bitte-du-sagen/20120922-1087_8g4c9944/" rel="attachment wp-att-99825"><img class="size-medium wp-image-99825" title="20120922-1087_8G4C9944" src="http://www.sturm12.at/wp-content/uploads/20120922-1087_8G4C9944-288x400.jpg" alt="" width="288" height="400" /></a><p class="wp-caption-text">SturmTifo.com</p></div>
<p><strong>Heimo Pfeifenberger</strong> ist ein positiv denkender Mensch. Spätestens wenn man mit dem selbst-ernannten &#8220;Gebirgler&#8221; das ein oder andere Wort wechselt, merkt man das. Mit ihm ein distanziertes Interview zu führen, ist schwer. Man möchte einfach nur plaudern. Über seine Einstellung zum Leben, seine Erfahrungen als Trainer, die Vergangenheit als Spieler und über die alt-ehrwürdige Gruabn. Außerdem hat der 46-Jährige <strong>Sturm12.at</strong> verraten, welche Fähigkeiten sein Lieblingsspieler mitbringen muss und dass <strong>Andreas Herzog</strong> in seiner Zukunftsplanung eine Rolle spielen könnte. Natürlich wurde auch über die kommende Partie am Samstag in <strong>Wiener Neustadt</strong> gesprochen. Wie aus Herrn Pfeifenberger Heimo wurde.</p>
<p><strong>Die obligatorische Frage zu Beginn, Herr Pfeifenberger: Wie geht es Ihnen?</strong><br />
Mir geht es gut, danke. Ich bin top-motiviert für das Spiel am Samstag. Außerdem geht&#8217;s jetzt in die Endphase der Meisterschaft. Und die ist im Fußball immer das Schönste. Aber können wir bitte &#8220;Du&#8221; sagen? &#8220;Sie&#8221; ist ein bisschen komisch für mich als Gebirgler. <em>(lacht)</em></p>
<p><strong>Natürlich, gerne. Also Heimo, wie habt ihr in Neustadt die Länderspielpause genützt?</strong><br />
Wir haben vor allem für die Spieler, die zuletzt krank waren bzw. wenig gespielt haben, ein Freundschaftsspiel organisiert. Leistungstests waren auch dabei. Und damit bin ich wirklich zufrieden. Trotz des Virus, der zuletzt bei uns umgegangen ist, haben die Spieler sehr positiv abgeschnitten.</p>
<p><strong>Habt ihr speziell für die Partie am Samstag gegen Sturm Graz irgendetwas Besonderes trainiert?</strong><br />
Die Trainings verliefen wie immer. Wir müssen lernen uns im vorderen Drittel des Spielfeldes zu festigen und zu verbessern.</p>
<p><strong>Blicken wir ein wenig zurück in deine Vergangenheit als Spieler. Mit 20 Jahren kamst du, für heutige Verhältnisse, relativ spät zum Profifußball. Hattest du dieses Ziel, Fußballer zu werden, damals schon abgehakt?</strong><br />
Nein, aber das hat sich einfach so ergeben. Zwar war es schon immer ein großer Traum von mir, allerdings habe ich nie wirklich daran geglaubt, es von Zederhaus weg zum Profi zu schaffen. Ich hätte mit 17 Jahren schon zu Salzburg gehen können. Aber wie es halt so ist, als Junger hatte ich etwas Angst davor. Deswegen bin ich lieber bei meinen Freunden geblieben. Gottseidank, hat es wenig später dann aber doch geklappt mit dem Wechsel.</p>
<p><strong>1988 hast du das erste Mal gegen den SK Sturm gespielt. Noch Erinnerungen daran?</strong><br />
Ehrlich gesagt kann ich mich gar nicht mehr erinnern. Ich weiß nur, dass der Herbert Feurer bei uns im Tor gestanden ist.</p>
<p><strong>Du hast in beiden Heimstätten des SK Sturm gespielt. Gruabn oder Stadion Liebenau?</strong><br />
Die Gruabn hat halt ein eigenes Flair gehabt, so wie es halt für die alten Stadien üblich ist. Ein Stadion mit Tradition und Geschichte. Und da zu spielen ist als Spieler super gewesen. Allein beim Hinfahren hab ich mich schon getaugt. Dann noch die &#8220;abgefuckten&#8221; Kabinen, das hat schon was gehabt. <em>(lacht)</em> Und es war, glaube ich, das einzige Stadion in der Bundesliga, in dem ich damals kein Tor geschossen habe.</p>
<p><strong>Und trotzdem hast du quasi in jedem dritten Spiel gegen die Grazer getroffen. Was war deiner Meinung nach das schönste?</strong><br />
<em>(lacht)</em> Was du alles weißt. Das ist Wahnsinn. Aufs letzte Tor kann ich mich noch erinnern. Da ist 2003 noch der Sidorczuk im Tor gestanden. Das Spiel in Graz haben wir aber mit 2:4 verloren.</p>
<p><strong>Nun zum Trainer Heimo Pfeifenberger. War für dich nach deiner Spielerkarriere klar, dass du eine Mannschaft trainieren willst?</strong><br />
Ich war mir damals nicht sicher, wo ich genau hinwill. Ich war Nachwuchschef bei Austria Salzburg, dann halt bei Red Bull. Das hat mir ziemlichen Spaß gemacht. Ich hatte alle Freiheiten, was die zweite Mannschaft betrifft. Konnte auch über die Vertragssituationen der einzelnen Spieler entscheiden. Aber irgendwann habe ich dann gemerkt, dass ich raus auf den Platz möchte. Da kann man seine Emotionen frei ausleben.</p>
<p><strong>Stichwort &#8220;Emotionen&#8221;. Bei dir hat man den Eindruck, dass du eher ein ruhigerer Trainertyp bist. Kannst du auch laut werden?</strong><br />
Klar gibt es das. Ich denk, das muss man auch. Aber ich bin der Meinung, dass es in der heutigen Zeit viel auf Kommunikation ankommt um den Spielern Vertrauen zu geben. Die Spieler müssen lernen, Eigenverantwortung zu übernehmen. Ich bin ein sehr positiver Mensch, das versuche ich meiner Mannschaft tagtäglich weiterzugeben.</p>
<p><strong>Bevorzugst du einen bestimmten Typ Spieler?</strong><br />
Mir sind die Spieler am liebsten, die am meisten für die Mannschaft investieren. Ich schätze, man braucht aber auch die Außergewöhnlichen, die Kreativen. Mit denen ist es halt die Kunst, richtig umzugehen. Wichtig ist mir auch, dass ein Fußballer immer maschiert. Das ist sowieso meine Grundvoraussetzung und bei Wiener Neustadt sowieso notwendig. Es gibt kein Stehenbleiben. Ich mag auch Typen, die universell einsetzbar sind und ihren Job ernst nehmen. Die, die von alleine sehr viel machen. Und das sind meistens auch die, die es weiter schaffen.</p>
<p><strong>Wenn du dir in Österreich einen Spieler aussuchen könntest: Wer wäre das?</strong><br />
Wenn ich mir auf der ganzen Welt einen holen dürfte, das wäre leichter. Denn dann würde ich Lionel Messi sagen. Boah, da fällt mir jetzt auf die Schnelle gar kein Österreicher ein. Die Wiener Austria hat gute, nicht mehr ganz so junge Spieler. Auch Leute, die ich im U21-Team betreut habe. Fabian Koch, Alexander Grünwald zum Beispiel. Oder Guido Burgstaller von Rapid. Bei Sturm finde ich Florian Kainz und David Schloffer ganz gut. Bei uns auch den Christoph Martschinko. Der ist Jahrgang 94 und spielt regelmäßig. Mich da auf irgendeinen festzulegen, ist schwer. Philipp Hosiner, zum Beispiel. Der hat jetzt einen Mörderlauf, egal ob im Team oder im Verein. Der hat schon etwas Außergewöhnliches. Braucht aber natürlich auch die richtige Mannschaft für seinen Spielstil. Christoph Leitgeb finde ich auch super.</p>
<p><strong>Dessen Vertrag bei Salzburg mit Saisonende ausläuft.</strong><br />
<em>(lacht)</em> Das weiß ich, ja. Den werden wir uns aber nicht leisten können.</p>
<p><strong>Dein Trainerdebüt hast du 2007 beim SV Grödig gegeben. Als Spielertrainer. Selbiges hatte vor gar nicht allzu langer Zeit Paul Scharner vor, allerdings beim Nationalteam. Ist so etwas empfehlenswert?</strong><br />
Nein, auf keinen Fall. In den unteren Ligen geht das noch, aber auch nur mit einem guten Co-Trainer und der nötigen Fitness. In der Regionalliga war das damals schon grenzwertig. Aber in Grödig bin ich ja auch nur, wenn Not am Mann war, eingesprungen. Wenn ich gemerkt habe, die Mannschaft kommt ins Trudeln.</p>
<p><strong>Du warst auch beim U21-Nationalteam  Co-Trainer. Was ist deiner Meinung nach der größte Unterschied zur Arbeit mit einem Bundesliga-Team?</strong><br />
Die tägliche Arbeit mit der Mannschaft. Die ist mir abgegangen. Über das Jahr verteilt ist man vielleicht sechs, sieben Mal für drei Tage, manchmal eine Woche bis zehn Tage zusammen. Den Rest verbringt man mit herumfahren und beobachten. Aber den Job habe ich auch klasse gefunden. Da sind viele gute junge Spieler an einem Fleck, mit denen man arbeitet. Ein paar davon habe ich jetzt sogar wieder bei Neustadt. Vor allem die Zusammenarbeit mit Andi Herzog hat mir getaugt.</p>
<p><strong>Könntest du dir vorstellen, sollte Andreas Herzog in den kommenden Jahren einmal Cheftrainer beim ÖFB werden, erneut als sein Co zu arbeiten?</strong><br />
Mit Sicherheit. In einem Team zu sein, wo ich nicht an vorderster Front stehe, stört mich nicht. Ich war ja schon immer ein Teamplayer. Ins zweite Glied zu rücken, ist für mich kein Problem. Vor allem nicht bei Andi Herzog. Weil ich weiß, dass ich in seinem Boot meine Stärken ausüben darf.</p>
<p><strong>Welche längerfristigen Ziele verfolgst du?</strong><br />
Ich bin kein Mensch, der weit vorausblickt. Außerdem habe ich überhaupt nicht damit gerechnet, so schnell ein Bundesligateam zu trainieren. Das ging ja alles ganz flott und war eher Zufall. Peter Stöger ist zur Austria gegangen, bei Wiener Neustadt und mir hat es zuvor auch keinen Kontakt gegeben. Ein kurzer Anruf hat gereicht. Aber um wieder auf meine Ziele zurückzukommen: Sicher möchte ich später Trainer eines größeren österreichischen Clubs werden. Auch irgendwann ins Ausland zu gehen reizt mich, auch wenn mir klar ist, dass das sehr, sehr schwer sein wird. Ich will mich einfach weiterentwickeln. Denn als Trainer bist du schneller weg, als du schauen kannst.</p>
<p><strong>Du hast bei Neustadt bis Sommer 2014 Vertrag.</strong><br />
Der ist aber nur gültig für die Bundesliga. Und momentan gehe ich davon aus, dass wir den Klassenerhalt schaffen.</p>
<p><strong>Wie fällt dein Fazit zum bisherigen Saisonverlauf aus?</strong><br />
Total durchwachsen, speziell im Herbst. Wir haben im Vergleich zur Vorsaison 19 neue Spieler, elf davon haben erst in dieser Spielzeit ihr Bundesliga-Debüt gefeiert. Aber jetzt haben wir uns gefunden, wir sind eine Einheit geworden. Das ist eine gute Basis und Ausgangssituation für die letzten Spiele. Mir taugt vor allem der Charakter meiner Mannschaft mörderisch. Wir haben oft eine &#8220;Tetschn&#8221; bekommen, sind aber immer wieder aufgestanden.</p>
<p><strong>Die letzten drei der Tabelle sind punktegleich. Bist du überrascht, dass sich auch die Admira mitten im Abstiegskampf befindet?</strong><br />
Ja, mit dem hat überhaupt keiner gerechnet. Aber das ist ja das Schöne am Fußball. Man kann nie genau sagen, wer noch unten hineinrutscht. Dass die Austria so souverän vorne wegmaschiert, ist auch überraschend. Und wir haben am wenigsten zu verlieren. Vor der Saison hatten uns alle schon abgeschrieben. Unsere wenigen Fans und der Verein sind sehr positiv mit der Situation umgegangen, das hat der Mannschaft einen Riesenhalt gegeben. Und jetzt haben meine Spieler ja auch schon mehr Erfahrung.</p>
<p><strong>Geht ihr mit der Einstellung Bonuspunkte gegen Sturm zu sammeln am Samstag ins Spiel?</strong><br />
Unser Ziel ist zu gewinnen. In den ausstehenden zehn Runden spielen wir sechs Mal zu Hause. Da gibt es sowieso nur eines: Egal wer kommt, wir spielen auf Sieg.</p>
<p style="text-align: right;"><em>Das Interview führte Philipp Kessler</em></p>
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		<title>Roland Kirchler: &#8220;Ich habe nur gesagt, dass ich intelligent bin&#8221;</title>
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		<pubDate>Sat, 16 Mar 2013 07:42:30 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Roland Kirchler steckt mit Wacker Innsbruck mitten im Abstiegskampf. Zuletzt ließ er mit Sprüchen zu seiner Intelligenz nach der Niederlage im Westderby aufhorchen. Gegen Sturm will er die dort verlorenen Punkte wieder gut machen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_85520" class="wp-caption alignleft" style="width: 250px"><a href="http://www.sturm12.at/2012/07/13/es-gibt-im-fusball-keine-geheimnisse/roland-kirchler-3/" rel="attachment wp-att-85520"><img class="size-medium wp-image-85520" title="Roland Kirchler" src="http://www.sturm12.at/wp-content/uploads/Roland-Kirchler3-240x173.jpg" alt="" width="240" height="173" /></a><p class="wp-caption-text">Sturmtifo.com</p></div>
<p><strong>Roland Kirchler</strong> sagte nach der Niederlage im Westderby gegen <strong>Red Bull Salzburg</strong>: <em>„Ich möchte in meinem Leben nicht Schiedsrichter sein, dafür bin ich zu intelligent“</em>, und brockte sich damit ein Verfahren vor dem Ethikkommitee der <strong>Bundesliga</strong> ein. In der Zwischenzeit wurde der 43-Jährige allerdings offensichtlich ein wenig zurückgepfiffen, von markigen Sprüchen dieser Art ist im Vorfeld der Partie gegen den <strong>SK Sturm</strong> keine Spur.</p>
<p>Kirchler übernahm vor ein paar Monaten die „Herzensangelegenheit“ <strong>Wacker Innsbruck</strong> als Tabellenschlusslicht. Momenten liegen die Tiroler auf Platz acht, das Abstiegsgespenst sitzt dem Team aber nach wie vor im Nacken. Der Vorsprung auf den Abstiegsplatz beträgt nur einen Zähler. Gute Leistungen im Frühjahr &#8211; zuletzt brachte man Ligakrösus Salzburg an den Rand einer Niederlage &#8211; geben dem Wacker-Coach allerdings Anlass zu verhaltenem Optimismus.</p>
<p>Im Gepräch mit <strong>Sturm12.at</strong> sprach Roland Kirchler über „sensible Schiedsrichter“, verlorene Punkte gegen Salzburg, diktatorische Führungsstile und warum Spiele gegen Sturm in Graz immer schön sind.</p>
<p><strong>Wie gut haben Sie in der Nacht von Sonntag auf Montag geschlafen?</strong><br />
Ich bin generell ein positiv denkender Mensch. Der Spielverlauf war nicht unbedingt auf unserer Seite und über die Schiedsrichter darf ich ja nichts mehr sagen, sonst sind sie immer gleich beleidigt. Ein paar Entscheidungen waren also gegen uns und beim letzten Gegentor waren wir dann selber Schuld. Unterm Strich hätte sich meine Mannschaft auf jeden Fall einen Punkt verdient, wenn nicht sogar den Sieg. Aber unsere Augen sind bereits wieder nach vorne gerichtet, jetzt müssen wir schauen, dass wir den ein oder anderen Zähler bei Sturm zurückholen, auch wenn die Negativserie der Grazer unterbrochen wurde. Unsere Chancen stehen gut, die bessere Tagesverfassung wird entscheiden. Beide Mannschaften spielen einen offensiven Fußball und in Graz habe ich immer gern gastiert, da ist auch im Stadion immer was los.</p>
<p><strong>Anders ist das derzeit am Tivoli der Fall. Bei Ihrem letzten Interview mit Sturm12.at sagten Sie: &#8220;Ich will, dass wieder 10 000 Zuschauer ins Stadion kommen.&#8221; Davon ist man weit entfernt, sogar beim Westderby kamen nur 5200 Zuschauer &#8211; haben die Tiroler die Lust am Fußball verloren?</strong><br />
<strong></strong>Die Terminisierung der ersten Spiele war eine Katastrophe. Bei uns hat es bei den ersten beiden Heimspielen jeweils Minusgrade gehabt. Dann braucht es in Tirol auch länger, bis wieder eine Stimmung aufkommt. In Innsbruck dominiert um diese Jahreszeit eben der Wintertourismus, da sind viele Leute noch auf den Bergen. Aber die Zuschauer werden sicher kommen, wenn wir auch wieder einmal gegen einen großen Gegner gewinnen.</p>
<p><strong>Sie haben letzte Woche nach dem Spiel gegen Salzburg mit dem Kommentar &#8220;ich möchte in meinem Leben nicht Schiedsrichter sein, dafür bin ich zu intelligent&#8221; für Unverständnis gesorgt und sich auch ein Verfahren vor dem Ethikkommitee der Bundesliga eingehandelt. Sind Sie nach wie vor dieser Meinung?</strong><br />
<strong></strong>Man soll nicht alles was die Trainer sagen auf die Waagschale legen. Ich habe das ein bisserl sarkastisch gemeint. Schiedsrichter sind immer sehr sensibel. Wären wir Trainer auch so sensibel, dann wäre überhaupt keine gemeinsame Gesprächsbasis mehr da. Die Trainer werden so schnell gerügt in ihrer Coachingzone, man darf nicht mehr hineinschreien, man darf gar nichts mehr machen. Ich wollte keinen Schiedsrichter als dumm bezeichnen, sondern ich habe nur gesagt, dass ich intelligent bin.</p>
<p><strong>Glauben Sie, dass der Schiedsrichterjob ein einfacher ist?</strong><br />
Ich möchte in der Schiedsrichterhaut nicht stecken, denn entweder ich bin nicht zufrieden, oder der gegnerische Trainer, oder der Schiedsrichterbeobachter oder die Zuschauer.</p>
<p><strong>Sie haben eine Arbeit mit dem Titel „Der Trainer als Führungsfigur“ als Diplomarbeit für die UEFA-Pro-Lizenz geschrieben. Welchen Führungsstil lebt der Trainer Roland Kirchler seinen Spielern vor? </strong><br />
Da gibt es mehrere Varianten. Man braucht einen diktatorischen und autokratischen Führungsstil genauso wie einen kooperativen Stil, wo man die Mannschaft mit einbezieht. Der mentale Bereich spielt in unserer Situation natürlich eine wichtige Rolle. Da heißt es positive Stimmung zu verbreiten, auch wenn es schwer ist. Aber ich werde meine Mannschaft immer daraufhin einstellen, dass sie Freude an der Bewegung hat. Es gibt Leute, die sitzen im Rollstuhl &#8211; da weise ich immer wieder darauf hin, dass meine Spieler ihr Hobby zum Beruf machen konnten. Diese Freude will ich ihnen vermitteln, und ich merke auch, dass sie den Spaß am Spiel wieder kriegen. Das sieht man auch an den Leistungen der letzten Spiele, die &#8211; bis auf jenes in Ried, wo wir den Start verschlafen haben &#8211; passabel waren.</p>
<p><strong>Wie wichtig ist Ihre langjährige Erfahrung als Profi-Spieler nun im Kampf gegen den Abstieg?</strong><br />
<strong></strong>Während meiner Altach-Zeit habe ich ja auch gegen den Abstieg gespielt und daher weiß ich schon, dass bei gewissen Spielern die Nerven blank liegen. Es gibt den Spielertyp A, den kampfstarken, der das eher überwinden kann und den Typ B, der eher sensibel ist und bei Druck eher mit einer schlechten Leistung reagiert. Ich habe beide Spielertypen im Kader und muss in unserer Situation eher den Spielertyp A aufstellen. Natürlich müssen in der entscheidenden Phase auch die Routiniers wie Tomáš Abrahám, Martin Svejnoha oder Szabolcs Sáfár den Weg vorgeben.</p>
<p><strong>Sie haben für viele Welttrainer &#8211; unter anderem Ernst Happel, Jogi Löw und Giovanni Trappatoni &#8211; gespielt. Was konnten Sie sich als Spieler für Ihren jetzigen Job abschauen?</strong><br />
Es gibt immer wieder tolle Übungen von gewissen Trainern &#8211; zum Beispiel auch von Kurt Jara &#8211; die einem als Spieler gefallen haben und die übernimmt man dann eben. Wenn sie der Mannschaft ebenfalls gefallen, dann kann man die auch machen. Aber jeder Trainer versucht doch seine eigene Linie zu finden. Der Fußball hat sich auch verändert, das Spiel ist nun noch schneller und mit dem offensiven Pressing im gegnerischen Drittel noch intensiver geworden. Speziell in Krisensituationen versucht man sich aber als junger Trainer daran zu erinnern, wie die genannten Trainer darauf reagiert haben oder hätten.</p>
<p><strong>Bei Ihrem Amtsantritt wurde Ihnen ein „Klassespieler“ versprochen, also nicht nur eine reine Kaderergänzung. Gekommen ist jetzt keiner&#8230;</strong><br />
Es stimmt, dass ich diesen Punkt im Vertrag verankert habe, aber es ist keiner gekommen, weil eben kein Geld da ist. Der Verein gibt den Weg vor und den trage ich selbstverständlich mit. Das Risiko, bei unserem dünnen Kader bei Verletzungen in der entscheidenden Phase Probleme zu bekommen, besteht natürlich. Die Quantität im Kader ist nicht so groß.</p>
<p><strong>Nun geht‘s am Samstag gegen Sturm &#8211; wie schätzen Sie die Rollenverteilung ein?</strong><br />
Sturm ist schon Favorit, da brauchen wir gar nicht reden, auch wenn sie zuletzt zwei Mal zuhause verloren haben. Die Mannschaft hat irrsinnige Qualität in ihren Reihen. Dass Sukuta-Pasu gesperrt ist, ist natürlich positiv für uns. Er ist für mich ein ganz starker Spieler. Außerdem ist es für Sturm so etwas wie die letzte Chance mit einem Sieg gegen uns den Anschluss nach oben zu schaffen und noch den dritten Platz vor der schwächelnden Rapid zu ergattern. Wir wollen Sturm das Leben so schwer wie möglich machen und werden versuchen zu punkten, aber wir haben schon sehr großen Respekt vor dieser Mannschaft.</p>
<p><strong>Wie werden Sie Ihre Mannschaft einstellen um Sturm neuerlich (wie im Cup) auswärts ein Bein zu stellen?</strong><br />
Im Cup haben wir fünf Leute geschont und mit einer sogenannten B-Garnitur gespielt, falls man bei uns von einer A- und B-Elf sprechen kann. Wir wissen wie man gegen Sturm spielen muss, aber das bleibt natürlich unser Geheimnis. Spiele gegen Sturm sind immer schön, denn es sind meist keine „Kampf-Matches“. Ich mag solche Spiele lieber, in denen es nicht ausschließluch ums Kämpfen, Kratzen, Beißen geht.</p>
<p><strong>Wacker Innsbruck liegt jetzt einen Punkt vor Wiener Neustadt und der Admira auf Rang acht &#8211; warum wird das auch nach der 36. Runde der Fall sein?</strong><br />
Es wird bis zum Schluss spannend bleiben, denn alle Mannschaften da unten sind ungefähr auf dem selben Niveau. In drei, vier Wochen kommen die direkten Duelle und da wird sich der Abstieg entscheiden.</p>
<p style="text-align: right;"><em>Das Interview führte Marc Eder</em></p>
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		<title>&#8220;Es ist schon ein besonderes Spiel für mich&#8221;</title>
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		<pubDate>Sat, 09 Mar 2013 09:04:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ae</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Er gilt als eines der größten Talente im österreichischen Fußball, sein Vater ist eine Sturm-Legende und am Samstag spielt er erstmals gegen den Verein, für den sein Vater in der Championsleague auflief. Toni Vastic im Sturm12.at-Interview.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="wp-caption alignleft" style="width: 290px"><img title="(© by-sa “Steindy” Wikimedia Commons)" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/9/99/Toni_Vastic_%28FC_Bayern_M%C3%BCnchen%29%2C_Austria_U-19_%2801%29.jpg/400px-Toni_Vastic_%28FC_Bayern_M%C3%BCnchen%29%2C_Austria_U-19_%2801%29.jpg" alt="" width="280" height="420" /><p class="wp-caption-text">© by-sa “Steindy” Wikimedia Commons</p></div>
<p>Es war die Überraschung der Winter-Transferzeit: <strong>Toni Vastic</strong> wechselte von den <strong>FC Bayern München Amateuren</strong> zur <strong>SV Ried</strong>. Nachdem er ihm Nachwuchs der <strong>Blackburn Rovers</strong> und bei Bayern II seine fußballerische Ausbildung genoss, möchte der Sohn der Sturm-Legende <strong>Ivica Vastic</strong> nun also in Österreich im Profi-Fußball Fuß fassen. Dem 20-Jährigen wird nachgesagt, das fußballerische Können seines Vaters geerbt zu haben und den gleichen Spielstil zu pflegen – vor ständigen Vergleichen mit seinem Vater ist Toni also nicht gefeit. Und so werden auch am Samstag, wenn er mit seiner SV Ried auf den Ex-Klub seines Vaters trifft, so manche Augenpaare auf ihn gerichtet sein. Über eben jene Vergleiche mit seinem Vater, ein mögliches Engagement bei Sturm Graz und die Tatsache, dass das Spiel am Samstag ein besonderes für ihn ist, spricht <strong>Toni Vastic</strong> im <strong>Sturm12.at</strong>-Interview.</p>
<p><strong>Toni, vergangenen Samstag setzte es für euch eine bittere 0:1-Niederlage gegen Mattersburg &#8211; dennoch, ihr steht derzeit auf Platz fünf, sechs Punkte hinter dem SK  Sturm Graz. Gewinnt ihr am Samstag, sind es nur noch drei Punkte Abstand. Wie wichtig ist das Spiel für euch?<br />
</strong>Natürlich ist es ein sehr wichtiges Spiel, denn Sturm ist ein direkter Konkurrent von uns und wir wollen natürlich nach oben schauen und um den Europa League-Platz kämpfen. Da zählt ein Sieg dazu. Und zu Hause spielen wir auch noch. Aber: Wir dürfen uns selber keinen großen Druck machen und müssen uns auf unsere Stärken konzentrieren. Wenn wir das machen, hundert Prozent geben und das nötige Glück haben, wird es für einen Sieg reichen.</p>
<p><strong>Du hast gesagt, Sturm ist direkter Konkurrent, der Europa League-Platz ist also euer Saisonziel?<br />
</strong>Ich glaube, wir haben eine gute Mannschaft, die gut genug ist für die Europa League bzw. darum zu kämpfen. Und wenn man sechs Punkte hinter Sturm ist und man die Chance hat, ist man natürlich noch motivierter.</p>
<p><strong>Ist ein Spiel gegen Sturm Graz ein besonderes für dich? Immerhin hat dein Vater hat mit diesem Verein seine größten Erfolge gefeiert…<br />
</strong>Ich kann mich an die Champions League-Zeit noch gut erinnern – damals war ich auch großer Sturm-Fan. Ich mag die Stadt Graz auch sehr gerne und Sturm Graz ist natürlich auch ein toller Verein. Aber ich bin jetzt bei SV Ried und natürlich will ich, dass wir am Samstag gewinnen. Aber ja, es ist schon ein besonderes Spiel für mich.</p>
<p><strong>Du bist von der U-21 der Blackburn Rovers zu den Bayern Amateuren gewechselt und spielst jetzt in der österreichischen Bundesliga. Wie groß ist der Klassenunterschied in diesen drei Ligen?<br />
</strong>Das ist schwer zu sagen. Die deutsche Regionalliga ist keine schlechte Liga. Sie kann sicher mit der zweiten österreichischen Liga mithalten. Über England kann ich nicht viel sagen, da war ich zu jung (Anm.: 17.-18. Lebensjahr). Aber es ging damals schon so körperlich zur Sache wie jetzt in der Bundesliga.</p>
<p><strong>Inwiefern unterscheidet sich die tägliche Trainingsarbeit in Deutschland und Österreich? Wird beispielsweise in Deutschland noch mehr im taktischen  Bereich gearbeitet?<br />
</strong>Die Sache ist die: Bei den Bayern Amateuren wird daran gearbeitet, dass du als Spieler gut genug bist, um bei den Profis spielen zu können. Da wird sehr viel im individuellen Bereich gearbeitet, wir haben zum Beispiel oft  Spielformen im vier gegen vier und fünf gegen fünf trainiert. In  der österreichischen Bundesliga wird aufgrund des Profibetriebs mehr mit der Mannschaft gearbeitet – auch im taktischen Bereich.</p>
<p><strong>Bei den Bayern herrschen ja ganz andere Trainingsbedingungen als in Ried vor– Stadion, Traingsgelände, größerer Betreuerstab etc. Wie war die Umstellung für dich?<br />
</strong>Das wichtigste ist das, was am Platz passiert. Das zählt am meisten. Und da unterscheidet sich Ried nicht so sehr von den Bayern Amateuren. Das Umfeld in Ried ist natürlich schon ein anderes als in München und es war daher ein wenig gewöhnungsbedürftig für mich; aber ich bin ja nicht nach Ried gekommen, um einen Plasma-Fernseher vor mir zu haben, sondern um Fußball zu spielen und mit meiner Mannschaft besser zu werden.</p>
<p><strong>Frech ausgedrückt war das also kein Kulturschock für dich?<br />
</strong>Nein, die Umgebung ist natürlich anders. Ich bin ein Stadtmensch und ich habe immer in der Stadt gelebt, und jetzt wohne ich zum ersten Mal in meinem Leben etwas außerhalb der Stadt. Aber das ist kein Problem für mich, denn Linz ist nicht so weit weg und da bin ich meistens mit meinen besten Freunden, die mich aus München besuchen kommen.</p>
<p><strong>Du hattest ja auch Angebote von Klubs aus der zweiten deutschen Bundesliga? Hat es in Österreich nur Interesse von Ried gegeben? Oder auch von anderen österreichischen Klubs ?<br />
</strong>Ich hatte ein paar Angebote aus der ersten und zweiten deutschen Bundesliga und es war nicht geplant, dass ich wieder zurück nach Österreich komme. Aber dann habe ich gesehen, wie intensiv Ried sich um mich bemüht hat und habe darüber nachgedacht, was für mich am besten ist und es hat mir imponiert, dass der Verein so viel Interesse gezeigt hat und mir so viel Vertrauen schenken wollte. Dafür bin ich dankbar und das Vertrauen will ich natürlich mit guten Leistungen zurückgeben. Außerdem wollte ich im Profibereich Fuß fassen und Ried ist sicher keine schlechte Adresse in Österreich. Und vielleicht bekommen wir auch die Chance, uns international zu beweisen.</p>
<p><strong>Sicher auch keine schlechte Adresse im österreichischen Fußball ist Sturm Graz. Gab es Interesse von Sturm Graz?<br />
</strong><em>(lacht) </em>Nein, von Sturm Graz gab es kein Interesse. Aber sicher, ja, Sturm ist ein super Verein mit wahnsinnigen Fans, die in guten und  auch schlechten Zeiten für den Verein da waren. Also sowohl zu den Champions League-Zeiten als auch 2006, als sie ziemlich am Boden waren. Und das ist super für so einen Verein. Sturm ist ein Traditionsverein und das sieht man an den Fans. Aber nein, ich habe kein konkretes Angebot von Sturm bekommen.</p>
<p><strong>Höre ich richtig heraus, dass du schon angetan bist vom Verein SK Sturm Graz?<br />
</strong>Sturm Graz ist ein Top-Verein in Österreich, neben Salzburg, Rapid Wien, Austria Wien und Ried. Diese fünf Vereine sind die Top-Vereine.</p>
<p><strong>Als du von Deutschland zur SV Ried kamst, sagtest du  in einem Laola1.at-Interview, dass der größte Beweggrund <strong>zur SV Ried zu wechseln</strong> <strong>für dich war</strong>, dass der Verein sich so sehr um dich bemüht hat. Kann man daraus schließen, dass du eventuell auch zu Sturm gekommen wärest, wenn sich Sturm  ebenso oder noch mehr um dich bemüht hätte?<br />
</strong>Es ist richtig, dass das große Interesse von Ried der Hauptgrund für meinen Wechsel war. Außerdem habe ich bei Ried meine Chance gesehen, zu vielen Einsatz-Minuten zu kommen. Aber die Frage will ich jetzt nicht beantworten, denn es ist nicht passiert und ich bin hier jetzt bei Ried und bin glücklich hier.</p>
<p><strong>Du sagst, du willst deinen eigenen Weg gehen und nicht immer mit deinem Vater verglichen werden. Heißt das, du schließt eine Karriere bei Sturm Graz, dem Klub, bei dem dein Vater Legendenstatus genießt, kategorisch aus, um dich und deine Karriere von dem Verein abzugrenzen?<br />
</strong>Man kann nichts im Leben ausschließen. Es ist sicher nicht so, dass ich nie zu Austria Wien oder Sturm Graz wechseln würde, weil mein Vater dort gespielt hat. Mein Vater hat eine super Karriere hinter sich und es motiviert mich natürlich, es ihm gleich zu machen. Aber ich setze mich nicht selbst unter Druck und sage: Ich muss so gut werden wie mein Vater oder sogar besser werden als er. Ich spiele mein eigenes Spiel und werde sehen, wie weit mich das bringt.</p>
<p><strong>Als Offensiv-Allrounder kann man dich in der Offensive überall aufstellen, wo siehst du deine Hauptposition?<br />
</strong>Ich sehe den Mittelstürmer als meine Hauptposition an, aber ich bin natürlich froh, wenn mich der Trainer einsetzt, egal auf welcher Position. Auch wenn er mich als Innenverteidiger einsetzt, sage ich nicht nein dazu.</p>
<p><strong>Du stehst in Ried für zwei Jahre unter Vertrag, ist es dein großes Ziel danach wieder im Ausland zu spielen?<br />
</strong>Ich will mich voll auf Ried fokussieren und mich nicht damit beschäftigen, was passieren könnte. Wenn ich gute Leistungen zeige, kommt alles von alleine, denke ich.</p>
<p><strong>Bleiben wir beim Thema Zukunft: Du spielst derzeit für die ÖFB- U-21-Auswahl. Siehst du deine Zukunft im A-Team?<br />
</strong>Jeder Spieler, der im Moment im U-21-Team oder in der österreichischen Bundesliga spielt, möchte natürlich einmal im A-Team spielen und dieses Ziel motiviert natürlich noch einmal mehr und hilft einem dabei, besser zu werden.</p>
<p><strong>Hast du dir ein bestimmtes Alter als Ziel gesetzt, in dem du im A-Team spielen möchtest?<br />
</strong>Nein, da mache ich mir keinen Druck.</p>
<p><strong>Du bist bisher zweimal von Anfang an für die SV Ried am Platz gestanden. Zuletzt gegen Mattersburg am Samstag. Hast du damit gerechnet, dass das so schnell gehen wird? Immerhin warst du ja auch längere Zeit aufgrund einer Sprunggelenksverletzung außer Gefecht gesetzt…<br />
</strong>Darüber denke ich nicht nach. Ich gebe mein Bestes im Training und wenn der Trainer mir vertraut versuche ich das Vertrauen zurück zu geben</p>
<p><strong>Läufst du am Samstag wieder in der Startelf auf?<br />
</strong>Das kann ich noch nicht sagen. Ich war jetzt zwei Tage nicht im Training, weil ich nach St. Pölten zur Stellung musste. Wir werden also sehen.</p>
<p><strong>Wie geht das Spiel am Samstag aus?<br />
</strong>Hoffentlich gewinnen wir. Es wird ein sehr spannendes und knappes Spiel. Nach den Niederlagen gegen WAC und Admira wird Sturm sicher hochmotiviert auftreten, aber wir werden alles dafür tun, dass wir gewinnen und daheim Punkte einfahren.</p>
<p style="text-align: right;"><em>Das Interview führte Adrian Engel</em></p>
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		<title>Jürgen Macho: &#8220;Im Abstiegskampf gibt es keine Ausreden mehr&#8221;</title>
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		<pubDate>Sat, 02 Mar 2013 11:53:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>jm</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Admira befindet sich im Abstiegskampf. Und mit ihr Jürgen Macho, dem durch eine Knieverletzung beinahe ein verfrühtes Karriereende bevorstand. Sturm12.at hat mit ihm über die letzten zwei Jahre und die momentane Situation bei der Admira gesprochen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_98335" class="wp-caption alignleft" style="width: 237px"><img class=" wp-image-98335 " title="Jürgen Macho" src="http://www.sturm12.at/wp-content/uploads/487px-Jürgen_Macho-324x400.jpg" alt="" width="227" height="280" /><p class="wp-caption-text">CC-by-sa &#8220;Steindy&#8221; (Wikimedia Commons)</p></div>
<p>Eine Knieverletzung kostete <strong>Jürgen Macho</strong> um ein Haar seine Karriere als Fußballer. Zwei Jahre lang kämpfte er sich zurück, mit dem Ziel seinen Beruf weiter nachgehen zu können und seine Laufbahn nicht durch eine Verletzung frühzeitig beenden zu müssen. Während dieser Zeit waren sich die zuständigen Doktoren oft nicht sicher, ob es zu einem Comeback des ehemaligen Team-Torhüters kommen würde. Sicher war sich nur der heute 35-Jährige selbst. Und er hat es geschafft. Die <strong>Admira</strong> verpflichtete ihn im Jänner dieses Jahres.</p>
<p>Im Interview mit <strong>Sturm12.at</strong> spricht er über den vielleicht schönsten Moment seiner Karriere, den Weg zurück ins Fußballgeschäft und auf was es für die Admira im Tabellenkeller nun ankommt.</p>
<p><strong>Zwei Jahre Ihrer Karriere kostete Ihnen eine Knieverletzung, die Sie sich während eines Spieles für Ihren ehemaligen Arbeitgeber Panionios Athen zugezogen hatten. Wenn Sie heute darauf zurückblicken, denken Sie sich oft: &#8216;Warum gerade ich?&#8217;</strong><br />
Eigentlich gar nicht. Diese Verletzung ist einfach passiert, dagegen kann man nichts machen. Ich wollte nur von Beginn an dagegen ankämpfen und alles dafür tun, um weiterhin Fußball spielen zu können. Auch die Ärzte haben mir damals nicht genau sagen können, ob ich meinen Beruf wieder voll ausüben kann. Aber sie haben eine Chance ausgesprochen, die ich wahrnehmen wollte. Langwierig war die Verletzung durch die Operationen. Aber ich muss sagen, dass ich in gewisser Weise sehr stolz auf mich bin, dass ich es geschafft habe, denn es war ein harter und steiniger Weg. Es war vielleicht einer der schönsten Momente meiner Karriere. Es ist zwar nicht so, als würde man Spiele gewinnen, aber ein wirklich schöner Moment.</p>
<p><strong>Man kann auch sagen: Diese Verletzung hat Sie in gewisser Weise auch</strong> <strong>geprägt.</strong><br />
Natürlich nimmt man auch von jeder negativen Erfahrung etwas mit. Vor allem mental, was im Fußball für jeden sehr wichtig ist. Schließlich war es von der Minute an, in der die Verletzung passiert ist, fast aussichtslos für mich. Zumindest standen die Chancen 50:50, ob ich jemals wieder Fußball spielen könnte. Ich habe es geschafft und habe aus dieser Zeit sehr viel mitgenommen.</p>
<p><strong>Sie haben in weniger als einer Sekunde alles verloren. Unter anderem einen sicheren Stammplatz im Nationalteam. Wie geht man damit um?</strong><br />
Ich war vor der Verletzung die klare Nummer eins im Nationalteam und habe auch in der Qualifikation mitgespielt. Zuvor gab es ja hitzige Diskussionen darüber, wer im Tor steht und wer nicht. Ich habe ich damals durchgesetzt und dann war auch lange Zeit alles in Ordnung und auch die Debatten über dieses Thema sind etwas leiser geworden. Und dann ist alles vorbei, mit einem Schlag. Eine Aktion in einem Spiel hat ausgereicht, um alles zu zerstören. Wenn du lange Zeit nicht mehr für einen Klub spielst, bist du natürlich automatisch auch nicht mehr im Nationalteam. Man ist nicht gegen Verletzungen gefeilt.</p>
<p><strong>Wie haben Sie die letzten zwei Jahre verbracht?</strong><br />
Ich habe nicht anderes gemacht, sondern nur an den Fußball gedacht. Jeder der mich kennt, weiß, dass ich sehr ehrgeizig bin mit meinen Gedanken zu hundert Prozent bei der momentanen Situation bin und das Beste daraus machen möchte. In dieser Zeit ist es kein einziges Mal vorgekommen, dass ich alles hingeschmissen hätte oder der Meinung war, dass das alles nie funktionieren würde. Ich musste mehr investieren als zuvor. Das kostete Zeit, denn es gab vieles zu organisieren, wie Trainingsprogramme. Zusammengefasst: Es war viel los und ich konnte mich auf keine anderen Dinge konzentrieren. Ich habe meine Auszeit aber positiv genützt und habe nie etwas Dummes getan. Wenn der Doktor meinte, dass wir ein Ziel erreichen müssen, habe ich darauf hingearbeitet und es erreicht. Ich habe nie zwei Schritte vor gemacht, sondern immer nach dem Plan gearbeitet.</p>
<p><strong>Sie haben Trainingsprogramme angesprochen. Wurden Sie hier von einem Verein oder einer Organisation unterstützt?</strong><br />
Nein, zu keiner Zeit. Das Problem war, dass ich trotz der Verletzung von meinem letzten Verein, Panionios Athen, vor die Tür gesetzt worden bin. Während der Rehabilitation war ich immer, bis auf ein paar Programme, die simuliert waren, auf mich alleine gestellt. Es war aber insgesamt eine sehr lehrreiche Zeit. Vor allem erkennst du während dieser, wer wirklich immer an deiner Seite ist und wer nicht.</p>
<p><strong>Vor Panionios Athen waren Sie in Österreich, beim LASK. Und haben keine ganze Saison dort verbracht. Würden Sie den Schritt ins Ausland noch einmal wagen oder in Österreich bleiben?</strong><br />
Ich habe immer gesagt, dass ich ins Ausland gehen würde, wenn die Möglichkeit besteht. Hier kann man sehr viel lernen und erleben, wie bei meinen früheren Stationen in Deutschland in der Bundesliga, in England in der Premier League oder auch in Griechenland, was in Österreich schwer möglich ist. Aber ich war nie abgeneigt in Österreich zu spielen.<strong><br />
</strong></p>
<p><strong>Haben Sie während Ihrer Zeit in Griechenland und auch während der Verletzungspause die Bundesliga verfolgt?<br />
</strong>Na klar, egal ob in Deutschland, England oder Griechenland, ich habe die Bundesliga immer verfolgt. Ich bin generell ein sehr interessierter Mensch, was Fußball betrifft. Während meiner Verletzung habe ich mir sehr viel Fußball angesehen. Hinzu kam damals vor allem der Aspekt Nationalteam. Hier konnte ich mich immer erkundigen, wer wie spielt und mit wem ich zusammenspielen werde.</p>
<p><strong>Dann haben Sie sicher den fulminanten Start der Admira in der letzten Saison gesehen, der mit einem Startplatz für die Europa-League-Qualifikation endete. Gegenwärtig steht man auf einem Abstiegsplatz. Wie kann man sich das erklären?<br />
</strong>Es ist halt so, dass man mit dem Aufstieg in eine gewisse Euphorie verfällt. Man spielt vorne mit, ist im Europacup vertreten. Tja, dann ist alles super. Da fragte man sich noch, wie man gegen eine vielleicht stärkere Mannschaft gewinnen konnte. Aber es ist einfach passiert, alles war schön. Und dann spielst du gegen Wiener Neustadt und du verlierst als bessere Mannschaft. Soweit ich mich erinnere, hat es hier begonnen. Seitdem funktioniert nichts mehr. Dann begibst du dich in eine Negativspirale und beginnst nachzudenken, Woche für Woche. Du fragst dich dann oft: &#8216;Warum haben wir schon wieder verloren?&#8217; Es sind aber deutlich mehr Faktoren, die hier mitspielen. Man muss jetzt versuchen diese Negativspirale zu stoppen, noch mehr arbeiten und sich noch mehr konzentrieren als zuvor. Im Fußball kann es aber sehr schnell gehen. Oft reicht ein Sieg oder gar nur ein Punkt und es funktioniert wieder.</p>
<p><strong>Welche Rolle spielt in dieser Situation Dietmar Kühbauer als ehemaliger Spieler und Trainer. Und Sie, als erfahrener Spieler?</strong><br />
Ich bin erst sehr kurz da und habe erst eine Vorbereitung absolviert und habe zu jeder Zeit ein sehr engagiertes Trainerteam vorgefunden, trotz der Situation. Jeder Spieler und damit meine ich alle, müssen dazu beitragen aus dieser Situation herauszukommen. Natürlich sind ältere Spieler jetzt gefragt Verantwortung zu übernehmen und davon gibt es bei der Admira nicht so viele. Aber auch ich muss erst zu meiner alten Stärke finden, um diese Erwartungen erfüllen zu können. Klar muss aber sein: Im Abstiegskampf gibt es keine Ausreden mehr. Man darf nicht mehr an die schönen Zeiten zurückdenken, sondern sich der Situation annehmen, was jeder bei uns getan hat. Wir müssen mehr zeigen, mehr investieren!</p>
<p><strong>Schafft die Admira den Klassenerhalt?</strong><br />
Ich muss zugeben, dass ich mich mit dem Thema Abstieg noch nicht so intensiv beschäftigt habe und ich versuche zu meinen alten Leistungen zu finden. Wir müssen versuchen den möglichen Abstieg auszublenden und uns nicht zu oft und zu lange mit diesem Thema zu befassen. Wir werden sehen, wo es hinführt. Fakt ist, dass wir Punkte brauchen.</p>
<p><strong>Auch Sie müssen sich überlegen, wo es hinführt. Ihr Vertrag endet mit Juni dieses Jahres. </strong><br />
Ich bin einmal froh, dass ich nach der Verletzungspause einen neuen Verein gefunden habe. Ich muss zusehen, dass ich zu meiner alten Form zurückfinde, dann werden wir im Sommer sehen, was passiert, vor allem, ob mein Knie hält, ich noch die Luft verspüre und ich das alles noch packe. Ich bin für alles offen, aber meine Entscheidung fällt erst im Sommer.</p>
<p><strong>Mehr zeigen und mehr investieren muss man heute gegen Sturm Graz. Was ist für die Admira in diesem Spiel möglich?<br />
</strong>In der aktuellen Situation zählt es nur so viele Punkte wie möglich mitzunehmen. In unserer Liga kann jeder jeden schlagen, das ist uns allen klar. Wir müssen uns auf uns konzentrieren und nicht auf die anderen, um aus dem Tabellenkeller zu kommen. Wir sind auf uns selbst gestellt. Und es ist ganz egal, wo wir spielen, ob Graz, Salzburg oder sonst wo. Jeder Punkt ist jetzt wichtig. Sturm Graz spielt vor eigenem Publikum, wird offensiver agieren, und wird die drei Punkte anpeilen, aber das ist keine Neuigkeit, die ich hier erzähle. Wir werden von der ersten Minute an versuchen dagegenzuhalten und werden sehen, was passiert.</p>
<p style="text-align: right;"><em>Mit Jürgen Macho sprach Jan-Michael Marchart</em></p>
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		<title>Marcel Sabitzer: &#8220;Es war keine Entscheidung gegen Sturm&#8221;</title>
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		<pubDate>Wed, 27 Feb 2013 09:21:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>lm</dc:creator>
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		<description><![CDATA[ Marcel Sabitzer hat am Sonntag sein erstes Bundesligator für Rapid erzielt. Doch auch Sturm warf im Herbst die Angel nach dem 18 jährigen Steirer aus. Über seine Entscheidung für Rapid, die Chancen im Nationalteam und den Schritt ins Ausland spricht Sabitzer im Sturm12.at Interview.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_98019" class="wp-caption alignleft" style="width: 410px"><a href="http://www.sturm12.at/2013/02/27/marcel-sabitzer-es-war-keine-entscheidung-gegen-sturm/fussball-bl-admira-vs-sturm/" rel="attachment wp-att-98019"><img class=" wp-image-98019  " title="Marcel Sabitzer gegen Sturm" src="http://www.sturm12.at/wp-content/uploads/GEPA-10111212030-400x266.jpg" alt="Marcel Sabitzer gegen Nikola Vujadinovic" width="400" height="266" /></a><p class="wp-caption-text">© GEPA (honorarfrei)</p></div>
<p>Im Herbst 2012 war <strong>Marcel Sabitzer</strong> einer der begehrtesten österreichischen Spieler am Transfermarkt. Heimische, wie internationale Topklubs standen Schlange und wollten das Mittelfeldtalent verpflichten. Sabitzer hat sich für <strong>Rapid </strong>entschieden. Dort erzielte er am Sonntag gegen <strong>Salzburg</strong> sein erstes Tor im zweiten Pflichtspiel für Grün-Weiß. Mit seinem Last-Minute-Treffer <strong></strong>sicherte er das Unentschieden und Rapid damit den Anschluss an den zweiten Tabellenrang. Der nächste Gegner heißt <strong>Sturm Graz</strong>. Sturm ist in der Tabelle unmittelbarer Verfolger von Rapid und hegte seinerseits auch großes Interesse am gebürtigen Grazer. Darüber, sowie übers Nationalteam, seine Auslandsambitionen und die Ziele für die laufende Saison spricht er im Interview mit <strong>Sturm12.at</strong>.</p>
<p><strong>Herzliche Gratulation zu deinem ersten Bundesliga-Tor für Rapid! Wie war das 3:3 gegen Salzburg aus deiner Sicht?</strong><br />
Erstmals vielen Dank. Es war ein packendes Spiel: Beide Seiten haben ein gutes Spiel abgeliefert, es hat viele Torchancen gegeben. Ich glaube, es wäre mehr drinnen gewesen, als der eine Punkt. Aber so wie das Spiel verlaufen ist, mit dem dreimaligen Rückstand und der roten Karte, muss man mit dem Punkt auch zufrieden sein.</p>
<p><strong>Fühlst du dich eigentlich schon von den Fans angenommen als Rapidler?</strong><br />
Das weiß ich noch nicht so genau, aber ich bin recht freundlich willkommen geheißen worden. Das Tor hat mir sicher geholfen, dass die Fans meiner Person gegenüber positiver gestimmt sind.</p>
<p><strong>Ist euer Ziel eigentlich noch die Meisterschaft?</strong><br />
So ehrlich muss man sein: Die Meisterschaft ist abgehakt. Jetzt müssen wir schauen, dass wir unsere Punkte machen und uns den zweiten Platz noch holen.</p>
<p><strong>Du giltst im Mittelfeld als überall einsetzbar, hast in deiner Karriere schon auf vielen Positionen gespielt. Wo siehst du deine Hauptposition?</strong><br />
Auf den Außenpositionen. Links oder rechts ist mir egal, aber ich denke, dass ich auf den Flügeln das größte Potenzial habe.</p>
<p><strong>Thema Nationalteam: Du hattest bisher einen Einsatz in Nationalteam, warst auch zuletzt gegen Wales im Kader – wie siehst du deine Zukunft im Team?</strong><br />
Das ist so eine Sache. Das Nationalteam kommt immer nur über die Leistung im Klub. Ich muss jetzt einfach das Beste geben, mich bei Rapid reinhauen und Erfolg haben im Verein. Wenn das Nationalteam kommt, bin ich natürlich bereit, aber ich steh nicht jeden Tag auf und denk mir: &#8220;Ich muss beim Nationalteam dabei sein.&#8221;</p>
<p><strong>Im Nationalteam bekommen zurzeit meistens die Legionäre den Vorzug. Wie stehen derzeit die Chancen für einen Rapid-Spieler, Stammspieler im Nationalteam zu werden?</strong><br />
Natürlich ist es schwierig geworden. Man muss einfach sagen, dass die ganzen Legionäre, die jetzt im Nationalteam sind, bei ihren Klubs eine tragende Rolle spielen. Für einen Spieler aus der österreichischen Bundesliga ist es da natürlich schwieriger geworden, Stammspieler zu werden. Aber wenn ich immer meine Leistung abrufe, wird der Trainer auch nicht an mir vorbeischauen können.</p>
<p><strong>Apropos Trainer: Du hast in dieser Saison schon unter Kühbauer und Schöttel gespielt. Zwei Trainer der selben Generation, aber einer doch recht verschiedenen Herangehensweise. Wo siehst du die Unterschiede zwischen den beiden?</strong><br />
Didi Kühbauer ist natürlich ein emotionaler Trainer, der gern seine Meinung gerade heraus sagt. Das kann der Mannschaft aber sicherlich auch helfen. Peter Schöttel ist eher der ruhigere Trainer, der alles sachlich angeht. Es hat sicher jeder Trainer seine eigene Linie, ich finde, beide machen eine sehr gute Arbeit.</p>
<p><strong>Im Herbst war das Gezerre um dich sehr groß. Dietmar Kühbauer sagte in einem <a title="Interview" href="http://www.laola1.at/de/fussball/bundesliga/interview/didi-kuehbauer-interview/page/46263-32-48-48-.html" target="_blank">Interview</a>, es wäre im Nachhinein betrachtet, besser gewesen, dich das eine oder andere Mal auf die Bank zu setzen, um den Druck von deinen Schultern zu nehmen. Hat er damit Recht?</strong><br />
Ich habe sicher darunter gelitten, dass ich damals ununterbrochen in der Öffentlichkeit gestanden habe. Das, war er da sagt, ist seine Meinung. Ich hab einfach nur versucht, bei der Admira alles zu geben, aber das ist mir natürlich schwer gefallen. Ich hab sicher keinen guten Spätherbst gehabt.</p>
<p><strong>Auch Sturm hatte Interesse an dir. Warum hast du dich schlussendlich für Rapid entschieden? Oder anders: Was hat Rapid, was Sturm nicht hat?</strong><br />
Das würde ich so nicht formulieren. Das war keine Entscheidung gegen Sturm, sondern eine für Rapid. Ich habe hier sehr gute Gespräche geführt, außerdem habe ich ja auch davor schon in Wien gewohnt.</p>
<p><strong>Du wurdest auch mit Klubs aus der deutschen Bundesliga in der Verbindung gebracht. Ist es nicht riskant, das Interesse eines Großklubs auszuschlagen?</strong><br />
Es gibt zwei Arten, darüber zu denken. Ich glaube einfach, dass der Schritt zu groß gewesen wäre. Hier kann ich mich richtig einsetzen und bei einem österreichischen Topklub regelmäßig spielen. Und ich glaube, dass mir das bei Rapid auch gelingen wird.</p>
<p><strong>Dein Vater hat kürzlich in einem <a title="Interview" href="http://www.90minuten.at/index.php/magazin/interviews/7568-ein-junger-muss-nicht-immer-gleich-ins-ausland" target="_blank">Interview</a> gesagt:„Ein Junger muss nicht immer gleich ins Ausland&#8221;, er selbst hat Fußball-Österreich nie verlassen. Wie lange wirst du noch bei Rapid bleiben?</strong><br />
Nun ja, ich bin gerade hergekommen, habe für dreieinhalb Jahre unterschrieben. Ich freue mich jetzt erst einmal, dass ich da bin. Ich versuche erst einmal, die Ziele mit Rapid zu erreichen. In Zukunft möchte ich natürlich einmal ins Ausland wechseln, aber das ist jetzt noch zu weit weg.</p>
<p><strong>Wo siehst du dich in fünf Jahren?</strong><br />
Ich hoffe natürlich, dass ich den nächsten Schritt schaffe. Dass ich in eine europäische Topliga komme und dort regelmäßig zu Einsätzen komme.</p>
<p><strong>Der nächste Gegner heißt Sturm. Die Grazer haben im Frühjahr ebenfalls nur einen Punkt holen können, hatten dabei aber sicherlich leichtere Aufgaben als Rapid. Wie erwartest du die Grazer am Mittwoch?</strong><br />
Für Sturm ist der Start in das Frühjahr natürlich nicht so gut verlaufen, das wissen wir alle. Für uns auch nicht unbedingt. Aber: Wir spielen am Mittwoch zu Hause. Da müssen wir einfach unser Spiel spielen und was der Gegner jetzt macht, wie der Gegner kommt, das ist eigentlich nicht unser Problem.</p>
<p><strong>Zwischen dem Salzburg-Spiel und Spiel gegen Sturm liegen nur zwei Tage. Das ist sicherlich wenig Zeit zur Vorbereitung. Vielleicht zu wenig?</strong><br />
Das glaube ich nicht. Der Kicker ist immer froh, wenn er viele Spiele hat. Deshalb sind wir Spieler glücklich, dass wir jetzt eine englische Runde haben.</p>
<p><strong>Das letzte Heimspiel gegen Sturm konnte Rapid mit 3:1 gewinnen. Mit welcher Strategie will man das wiederholen?</strong><br />
Wir versuchen einfach, unsere Linie durchzuziehen, das, was wir in den letzten beiden Spielen gezeigt haben, weiterzuführen. Gegen Sturm beginnt natürlich wieder alles von vorne, aber wenn wir es schaffen, das umzusetzen, dann ist ein ähnliches Resultat sicher möglich.</p>
<p><strong>Wie geht das Spiel aus?</strong><br />
Mit einem Sieg von uns – das genaue Ergebnis ist mir dann ziemlich egal.</p>
<p style="text-align: right;"><em>Das Interview führte Lukas Matzinger</em></p>
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		</item>
		<item>
		<title>&#8220;Thailand? Warum nicht&#8221;</title>
		<link>http://www.sturm12.at/2013/02/16/thailand-warum-nicht/</link>
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		<pubDate>Sat, 16 Feb 2013 10:31:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>pk</dc:creator>
				<category><![CDATA[Bundesliga]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
		<category><![CDATA[Bundesliga 2012/2013]]></category>
		<category><![CDATA[Patrick Bürger]]></category>
		<category><![CDATA[Rapid Wien]]></category>
		<category><![CDATA[Roland Linz]]></category>
		<category><![CDATA[Sturm Graz]]></category>
		<category><![CDATA[Sturm12.at]]></category>
		<category><![CDATA[SV Mattersburg]]></category>
		<category><![CDATA[Thailand]]></category>
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		<description><![CDATA[Mattersburg, Hartberg und wieder retour. Seit 2010 trägt Patrick Bürger wieder das Trikot der Mattersburger. Im Juni diesen Jahres endet sein Vertrag, seine sportliche Zukunft ist noch nicht geklärt. Noch hat er Ziele mit Mattersburg.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_97553" class="wp-caption alignleft" style="width: 410px"><a href="http://www.sturm12.at/wp-content/uploads/GEPA-290912120261.jpg"><img class="size-medium wp-image-97553" title="Patrick Bürger" src="http://www.sturm12.at/wp-content/uploads/GEPA-290912120261-400x294.jpg" alt="" width="400" height="294" /></a><p class="wp-caption-text">© GEPA (honorarfrei)</p></div>
<p>Einst hat sich <strong>Patrick Bürger</strong> bei <strong>Hartberg</strong> zum Torschützenkönig gemacht, dann kam der Wechsel retour nach Mattersburg. Mit den Burgenländern kämpft der Stürmer Saison für Saison gegen den Abstieg &#8211; so auch in dieser Spielzeit. Doch das Ziel der Mattersburger ist ein anderes. Bürger im <strong>Sturm12.at</strong>-Interview über die Vorbereitung zur Frühjahrssaison, die abgelaufene Herbstsaison, sein <strong>Bundesliga</strong>-Debüt und über einen möglichen Wechsel ins Ausland.</p>
<p><strong>Patrick, wie geht&#8217;s dir?</strong><br />
Danke, ganz gut. Die Vorbereitung habe ich gut überstanden und bin verletzungsfrei geblieben.</p>
<p><strong>Apropos Vorbereitung: Wie habt ihr die bundesliga-freie Zeit verbracht?</strong><br />
Zuerst haben wir bei der Akademie in Mattersburg auf Kunstrasen trainiert. Dann ging&#8217;s ins Trainingslager nach Lagos in Portugal.</p>
<p><strong>Was habt ihr dort speziell trainiert?</strong><br />
Vor allem unser Defensivverhalten war Thema. Bekanntlich haben wir in dieser Saison sehr viele Gegentreffer kassiert.</p>
<p><strong>Und? Hat man bei den Testspielen schon gemerkt, dass sich die Arbeit bezahlt macht?</strong><br />
Auf Testspielergebnisse legen wir nicht so viel wert. Die Wahrheit sehen wir dann am Samstag gegen Sturm.</p>
<p><strong>Wie werdet ihr das Spiel anlegen? Sagt ihr euch, ein Punkt am Samstag reicht?</strong><br />
Nein, zu Hause wollen wir jedes Spiel gewinnen. Wir wissen aber auch, dass Sturm eine sehr spielstarke Mannschaft hat. Jeder von uns wird an seine Leistungsgrenze gehen müssen.</p>
<p><strong>Du hast bestimmt die, gerade wieder aktuelle, Debatte verpflichtender Rasenheizungen für Bundesliga-Teams mitbekommen. Wie stehst du dazu?</strong><br />
Ehrlich gesagt habe ich mich nicht damit beschäftigt. Am Samstag wird gespielt. Wir sind Vollprofis und stellen uns auf die Bedingungen ein. Aber ich denke, das Thema mit der Rasenheizung wird sicher nicht so leicht umzusetzen sein. Das ist auch eine Frage des Geldes.</p>
<p><strong>Am Anfang der Saison wart ihr noch stärker einzuschätzen. Wie kam es, dass ihr gegen Ende der Herbstsaison zurückgefallen seid?</strong><br />
Das stimmt, wir sind sehr gut gestartet. Dann hatten wir einen Einbruch, aus dem wir nicht mehr rausgekommen sind. In den Spielen gegen die Admira und Wiener Neustadt hatten wir dann schon Druck. Wir wollten diese Spiele unbedingt gewinnen, das haben wir Gott sei Dank auch geschafft.</p>
<p><strong>Gegen Salzburg setzte es aber zum Jahresabschluss eine 0:7-Niederlage.</strong><br />
Ja, das Spiel in Salzburg war nicht so schön.</p>
<p><strong>Wie sieht denn die Zielsetzung in Mattersburg aus? Orientiert ihr euch nach vorne oder geht es gegen den Abstieg?</strong><br />
Ganz klar nach vorne. Wir wissen zwar, dass wir nur fünf Punkte vor Tabellenschlusslicht Wacker Innsbruck liegen, aber mit dem Abstieg beschäftigen wir uns nicht. Unser Ziel ist ein Platz zwischen fünf und sieben.</p>
<p><strong>Kommen wir zu dir persönlich, Patrick. Am Samstag spielt ihr gegen Sturm Graz. Jenen Gegner, gegen den du mit 17 Jahren dein Bundesliga-Debüt im Dress der Mattersburger feiern durftest. Das ist jetzt knapp acht Jahre her. Noch Erinnerungen?</strong><br />
Ja, klar. Das Spiel hab ich schon noch im Kopf. Das Ergebnis leider nicht mehr. Ich glaube, wir haben damals sogar gewonnen.</p>
<p><strong>Mit 3:2, ja.</strong><br />
Siehst du. Ich weiß, dass ich damals sehr aufgeregt war. Kurz nach meiner Einwechslung waren wir dann 3:1 vorne. Also, ich habe nur gute Erinnerungen an diesen Tag.</p>
<p><strong>2008 bist du in die Steiermark nach Hartberg gewechselt. Warum dieser Schritt?</strong><br />
Naja, ich habe bei Mattersburg nicht mehr viel Spielzeit bekommen. Mir war klar, dass sich das ändern musste. Und im Nachhinein gesehen war es der richtige Schritt.</p>
<p><strong>Zwei Jahre später ging es für dich wieder retour nach Mattersburg. Als Torschützenkönig der zweithöchsten österreichischen Spielklasse boten sich dir bestimmt auch andere Möglichkeiten, oder?</strong><br />
Ich hatte Alternativen, das stimmt. Aber da waren keine konkreten Angebote dabei. Mattersburg wollte mich unbedingt, das habe ich gemerkt.</p>
<p><strong>Hat sich Sturm damals bei dir gemeldet?</strong><br />
Nein, Sturm war nicht dabei.</p>
<p><strong>Und einer der Wiener Klubs? Eventuell einer, dessen Dressen deine Lieblingsfarbe <em>(Anm.: grün)</em> haben?</strong><br />
<em>(lacht)</em> Interesse von Rapid hat es gegeben, ja. Aber die waren zu spät dran.</p>
<p><strong>Trotzdem ist es der SVM geworden. Was macht Mattersburg aus?</strong><br />
Wir wollen, dass hier wieder so etwas entsteht wie damals nach dem Aufstieg. Und das kann man mit einheimischen Talenten und gutem Fußball schaffen. Letzteres ist uns bis jetzt nicht so gut gelungen, aber wir werden das Schritt für Schritt wieder hinbringen.</p>
<p><strong>Ihr schafft es anscheinend eure Talente längerfristig an den Verein zu binden. Selbst, wenn es Interesse von den so genannten größeren Teams in Österreich gibt.</strong><br />
Unser Präsident Martin Pucher möchte unsere Spieler nicht an direkte Konkurrenten verkaufen. Das klappt bis jetzt ganz gut.</p>
<p><strong>Dein Vertrag endet mit Ende dieser Saison. Wie sieht deine Zukunft aus?</strong><br />
Erstmal möchte ich im Frühjahr mehr Tore machen. Mit dem Herbst kann ich nicht zufrieden sein. Fünf Treffer und fünf Vorlagen sind einfach zu wenig. Ich möchte mich mit guten Leistungen empfehlen.</p>
<p><strong>Ist Sturm Graz eine Möglichkeit?</strong><br />
Sturm ist ein super Verein, mit super Fans. Welcher Spieler wünscht sich das nicht?</p>
<p><strong>Und welche Destination im Ausland bevorzugst du?</strong><br />
England. Ich denke, das würde am besten zu meinem Spielstil passen.</p>
<p><strong>Thailand ist kein Thema?</strong><br />
<em>(lacht)</em> Warum nicht?! Dort ist es wenigstens schön warm. Vielleicht kann der Roli Linz da was machen.</p>
<p style="text-align: right;"><em>Das Interview führte Philipp Kessler</em></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Peter Hyballa: &#8220;Schnelles Sturm und geiles Graz&#8221;</title>
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		<pubDate>Wed, 13 Feb 2013 12:56:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ct</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Interview]]></category>
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		<description><![CDATA[Peter Hyballa ist Fußballtrainer. Mit Leib und Seele, durch und durch. Dass er es aufgrund seiner Art nicht immer einfach hat, weiß er. Aber er ist, wie er ist. Ein Interview über Fehler, Sonderqualitäten, Wahrnehmung in der Öffentlichkeit und Beurteilung anhand von Symbolen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_97373" class="wp-caption alignleft" style="width: 410px"><a href="http://www.sturm12.at/2013/02/13/peter-hyballa-schnelles-sturm-und-geiles-graz/3-10/" rel="attachment wp-att-97373"><img class="size-medium wp-image-97373" title="3" src="http://www.sturm12.at/wp-content/uploads/39-400x266.jpg" alt="" width="400" height="266" /></a><p class="wp-caption-text">© Sturm12.at</p></div>
<p>Peter Hyballa würde so gerne einfach nur über Fußball sprechen. Das geht aber nicht. Dafür hat er zuviel Lederstiefel und Kapuzenpullover an und klopft zu viele große Sprüche. Dafür ist er einfach zu weit weg vom Fußballtrainer, wie er wohl am Reißbrett gezeichnet würde. Genau das aber macht ihn interessant. Genau das macht Interviews mit Hyballa zu einem Erlebnis. Man weiß nämlich nie was kommt.</p>
<p><strong>Herr Hyballa, haben Sie Fehler gemacht?<br />
</strong>Natürlich.<strong> </strong>Aber ich bespreche das intern mit den Leuten aus dem Trainerteam und der sportlichen Leitung. Die eine oder andere Sache im Spiel hätte ich im Nachhinein anders gemacht. Aber es ist ja das Schlimme im Leben &#8211; du weißt nicht ob es besser geworden wäre, wenn du es anders gemacht hättest. Im Konjunktiv zu leben ist halt immer ein bisschen schwierig. Wir gehen nach jedem Spiel mit uns selbst sehr hart ins Gericht, auch nach jedem Training.</p>
<p><strong>Die Frage zielt in eine ganz andere Richtung. Bei unserem <a title="Sturm12.at" href="http://www.sturm12.at/2012/06/18/der-mutmacher-auf-typensuche/" target="_blank">ersten großen Interview</a> haben Sie vier Spieler explizit positiv hervorgestrichen. Darko Bodul, Christoph Kröpfl, Haris Bukva und Manuel Weber. Genau diese vier Spieler haben bislang nicht überzeugt. Was hat da nicht funktioniert? War das eine Fehleinschätzung ihrerseits?<br />
</strong>Wenn man Bodul rausnimmt haben eigentlich schon alle dieser genannten Spieler von Spieltag Eins bis 20 relativ viel Spielzeit gehabt. Wenn Spieler plötzlich nicht mehr in der Startelf stehen, ist das damit zu erklären, dass ihre Leistungen im Training nicht entsprochen haben. Bodul ist jetzt weg, weil ich einfach keine Geduld mehr hatte und er mir leider keine Leistung mehr angeboten hat. Bukva hat viele Assists gegeben. Weber hat seine Qualität, aber er muss im Gegenpressing noch besser werden. Und Kröpfl ist sehr gut im Dribbling, muss sich aber vor dem gegnerischen Tor einfach verbessern. Ich bin jetzt außerdem schlauer als damals. Wenn du nach vier bis sechs Wochen eine Frau kennen lernst bist du verliebt und nach sieben Monaten denkst du dir: Verliebt sein ist schön, aber es passt halt doch nicht alles.</p>
<p><strong>In welche vier Spieler sind Sie denn jetzt verliebt?</strong><br />
Christian Klem, Florian Kainz, Tobias Kainz und Rubin Okotie. Die gefallen mir im Moment sehr gut.</p>
<p><strong>Warum diese vier Spieler?<br />
</strong>Sie gehen im Moment einfach ihren Weg und haben in vielen Spielen bewiesen, dass sie Leistungsträger für die Mannschaft sind. Klar hatten wir Spiele wo der eine oder andere auch Fehler gemacht hat.  Aber ich sehe die Spieler jeden Tag und bewerte nicht nur nach Spielen sondern auch sehr stark nach Trainingsleistung. Aber eigentlich habe ich mir vorgenommen nicht mehr über einzelne Spieler zu sprechen, weil mir die Diskussionen auf die Nerven gehen. Ich finde in Graz wird viel zu viel über Spieler gesprochen, die nicht spielen, statt hervorzuheben, dass sich der eine oder andere gut entwickelt.</p>
<blockquote class="vorstands-stories"><p>Jürgen ist mein verlängerter Arm. Wir sprechen einfach dieselbe taktische Sprache. Er weiß, dass ich mit meiner Art die Mannschaft nach vorne bringen möchte und er möchte das mit der Art und Weise wie er spielt. Jürgen hat einfach das meiste Talent von allen Spielern im Kader.</p>
<p><span class="vorstands-stories-name">Peter Hyballa</span></p></blockquote>
<p><strong>Zu Kenntnis genommen. Eine Personalie müssen wir trotzdem noch ansprechen. Jürgen Säumel &#8211; wie wichtig ist seine Rückkehr im Frühjahr?<br />
</strong>Jürgen ist mein verlängerter Arm. Wir sprechen einfach dieselbe taktische Sprache. Er weiß, dass ich mit meiner Art die Mannschaft nach vorne bringen möchte und er möchte das mit der Art und Weise wie er spielt. Jürgen hat einfach das meiste Talent von allen Spielern im Kader. Als er im Frühjahr wieder voll eingestiegen ist, hat man gemerkt, dass sich auch die anderen Spieler an ihm hochziehen können.</p>
<p><strong>Reden wir über das Trainerteam. Bei unserem ersten Interview haben Sie Markus Schopp als Co-Trainer bezeichnet. Jetzt habe ich einige Trainings der Kampfmannschaft gesehen, Markus Schopp war nie dabei. Warum?<br />
</strong>Markus hat nicht als Co-Trainer angefangen, sondern als Trainer der mein Training verfolgen wollte. Das war auch gut so, weil wir uns nicht kannten und es wichtig ist, dass die zweite Mannschaft ähnlich trainiert wie wir. Ganz gleich geht nicht, weil die Trainerpersönlichkeiten einfach zu verschieden sind. Irgendwann hat er dann gemerkt, dass die Doppelbelastung anstrengend ist. Er hat ja dazu auch noch die UEFA-Pro-Lizenz gemacht. Wir sprechen aber oft. Vor kurzem haben wir auch das Testspiel der Amateure gemeinsam analysiert, wo ich mir die erste Halbzeit angesehen habe.</p>
<p><strong>Statt Markus Schopp und Ayhan Tumani steht jetzt Stojadin Rajkovic mit Ihnen am Trainingsplatz. Warum?</strong><br />
Als Ayhan Geschäftsführer geworden ist, war für uns beide klar, dass wir im Winter einen Co-Trainer brauchen. Meine erste Idee waren zwei, drei externe Leute, dann habe ich mich auch im Nachwuchsbereich umgesehen. Ich habe Rajko intensiv beobachtet und ihn losgeschickt um Wiener Neustadt zu analysieren. Das fand ich richtig gut. Er ist als Typ sehr freundlich und höflich. Eigentlich ist er sehr anders als ich. Ich bin auch freundlich und höflich, aber viel lauter.</p>
<p><strong>Rajkovic kommt aus der Akademie, gibt es von ihm Informationen zu nachkommenden Talenten?</strong><br />
Im Moment haben wir keine nachrückenden Talente für die Stammelf. Sogar für den Kader wird es schwierig. Das muss man ganz realistisch so beurteilen. In der Türkei haben wir Flo Sittsam und Erman Bevab als die Talente ausgemacht, die den Sprung machen könnten. Sittsam habe ich aber erstmal wieder in die zweite Mannschaft geschickt. Bevab trainiert bei uns mit. Ich sage den Jungs immer: Es ist schön jung zu sein, es ist schön steirisch zu sein, es ist schön bei Sturm zu sein &#8211; aber es müssen einfach Schritte kommen.</p>
<p><strong>Haben Sie Marc-Andre Schmerböck absichtlich nicht erwähnt oder vergessen?<br />
</strong>Schmerböck sehe ich als Profispieler.</p>
<p><strong>Sie kommen selbst aus der Nachwuchsarbeit. Warum drängt nichts nach? Was hätten Sie anders gemacht?<br />
</strong>Die Frage kann ich nicht seriös beantworten, weil ich nicht weiß was gemacht worden ist. Ich kann nur meine Idee von Nachwuchsarbeit erklären.</p>
<p><strong>Bitte.<br />
</strong>Ich habe in der Nachwuchsarbeit eigentlich genauso trainiert wie jetzt mit einer Profimannschaft. Ich arbeite auch mit jungen Spielern sehr hart, sehr mit Druck. Wir wollten auch bei der A-Jugend von Dortmund jedes Spiel gewinnen. Wenn uns das nicht gelungen ist, hatte ich genauso schlechte Laune wie jetzt, wo es um drei Punkte im Profibereich geht, wo die Zuschauer zahlen, wo Sponsoring dranhängt. Im Jugendbereich ist das im Grunde egal, da geht es um die Entwicklung der Spieler. Ich kann aber nicht immer nur sagen: Ihr seid jung. Mario Götze ist mit 20 schon zwei Mal deutscher Meister geworden und er ist nur zwei Jahre älter als Flo Sittsam.</p>
<p><strong>Sie haben in Belek am Rande des Trainingslagers gesagt, die jungen Spieler in Österreich wären körperlich noch nicht so weit. Woran kann man denn das festmachen?<br />
</strong>Das kann man nicht so einfach beantworten. Der Trainer im Nachwuchsbereich muss gemeinsam mit dem Spieler herausfinden, wie sie am besten arbeiten können. Vielleicht ist es notwendig, nach zwei Stunden Fußballtraining noch eine Stunde im Kraftbereich zu arbeiten. Vielleicht ist es notwendig, dem Jugendspieler Hausaufgaben mitzugeben. Mann muss nicht in Barcelona geboren sein, um ein guter Fußballer zu werden. Irgendwas machen die aber richtig gut. Ich würde es für richtig halten auch Trainer aus dem Ausland zu holen. Einfach weil das Leute sind, die einen anderen Blickwinkel haben. Die Deutschen sind vor 13, 14 Jahren auch nach Holland und Frankreich gefahren und haben sich umgesehen, wie dort gearbeitet wird. Aber Experten aus dem Ausland kosten einfach Geld. Aber wir dürfen eben nicht nur von der Jugendarbeit erzählen, wir müssen auch Taten folgen lassen. Wenn nächste Saison drei junge Spieler aus dem eigenen Nachwuchs spielen, dann muss ich niemandem erklären, wie gut wir arbeiten. Dann sieht man das. Aber nehmen wir Tobi Kainz als Beispiel: Wenn ein Angebot aus Holland kommt, muss ich als junger Spieler darüber nachdenken. Es gibt einfach viele Länder, die mehr Fußballland sind als Österreich. Ich muss aber auch überlegen, was bietet mir der Klub, wo ich jetzt bin.</p>
<p><strong>Was bietet Sturm?<br />
</strong>Ein Parameter ist sicher, dass ich ein Trainer bin, der aus dem Nachwuchsbereicht kommt. Ich setze auch mal den 31-Jährigen auf die Bank und lasse den 19-Jährigen spielen. Und es melden sich junge Spieler und Berater von jungen Spielern, weil sie sehen, dass mir das Alter egal ist. Weil ich auch Bock habe auf junge Spieler, wenn sie gut sind. Fakt ist aber, es muss in Hinblick auf die eigene Nachwuchsabteilung mehr Geld in die Hand genommen werden.</p>
<p><strong>Ist diese neue Form der Akademie auch so ein Bonus der junge Talente davon überzeugen kann zu Sturm zu wechseln?<br />
</strong>Das kann ich schwer beurteilen, da muss man abwarten wie sich diese Fusion entwickelt. Tatsache ist, dass Didi Pegam, Johannes Sittsam und ihr Team einen hervorragenden Job machen. Das sind akribische Arbeiter. Bei Fusionen können immer dann Probleme auftreten, wenn das persönliche Ego über der Sache steht. Wenn die Sache gut transportiert wird, ist diese Entwicklung positiv. Wichtig scheint mir, dass Sturm auch in Zukunft den sportlichen Daumen draufhat, weil wir in der Nachwuchsarbeit sehr gut aufgestellt sind.</p>
<p><strong>Naja, Sturm wird ja nach momentanen Stand 51 Prozent der Akademie haben.<br />
</strong>Richtig. Aber 49 eben nicht.</p>
<p><strong>Sie werden sich sicher noch an Ihre Antrittspressekonferenz erinnern. Kurzes Hy, schnelles Balla, Spektakel &#8211; alles Begriffe die dort gefallen sind. Warum ist das dann oft doch nicht so gekommen?<br />
</strong>Das ist doch immer auch Definitionssache, was Spektakel ist.</p>
<p><strong>Einigen wir uns auf Offensivfußball und dass was los sein soll am Feld? Wie zum Beispiel in den beiden Spielen gegen Red Bull Salzburg.<br />
</strong>Du kannst nicht jedes Mal Spektakel liefern. Wir haben schon versucht offensiv zu spielen. Es geht uns viel um Ballbesitz, das hat sich nicht geändert. In manchen Spielen haben wir aber gesagt, wir warten auf den Gegner und versuchen dann schnell umzuschalten. Das ist adaptiert worden. Manchmal hat das gut geklappt, manchmal nicht. Ich habe einfach gesehen, dass wir sehr stark an der technischen Versiertheit und am Ballbesitz arbeiten müssen. Eines ist aber ganz klar: Die Mannschaft will umsetzen, was ich vorgebe. Wir haben auch in vielen Spielen unsere Chancen entwickelt. Nehmen wir das Red Bull-Heimspiel im Dezember. Da geht Okotie auch alleine aufs Tor. Manchmal finde ich, dass die Spiele zu streng beurteilt wurden. Ich finde jetzt alles einen Tick besser. Aber die Erwartungshaltung hier in dieser Stadt ist mit der Realität nicht immer ganz vereinbar.</p>
<p><strong>Die Erwartungshaltung haben Sie mit Ihren Aussagen mitgeschürt.<br />
</strong>Wir haben sie auch teilweise ganz gut eingehalten.</p>
<p><strong>Teilweise.<br />
</strong>Ja. Aber ich kann ja nicht sagen teilweise wollen wir gut spielen und teilweise schlecht. Es geht darum, die Idee zu verkaufen und ich glaube weiterhin an die Idee. Wir haben noch 16 Spiele, abgerechnet wird nach 36 Spielen. Ich finde ganz einfach, dass man durchaus offensive Aussagen tätigen kann und darf, wenn man offensiven Fußball spielen möchte.</p>
<p><strong>Hat es in Bezug auf Ihre Außendarstellung und Ihre Aussagen einmal ein Gespräch mit Funktionären gegeben?<br />
</strong>Wir haben schon darüber gesprochen, ja. Aber schaut, es ist doch so. Du triffst eine Aussage und die Aussage geht auf Reisen. Die wird dann mal so gesehen und mal so. Dann wird sie wieder etwas anders geschrieben und anders interpretiert. In Graz unterhält man sich viel über Sturm und die Mannschaft. Und weil ich oft in den Medien bin, unterhalten sich die Leute wahrscheinlich auch über mich. Ich habe kein Problem damit wenn einer kritisch ist. Aber den Fußball, den ich spielen lassen will und die Art und Weise wie ich bin, werde ich sicher nicht ändern. Ich glaube nämlich, dass der Verein auch von meiner Art profitiert. Ich weiß genau, wenn wir ein Spiel verlieren heißt es immer gleich &#8220;große Klappe&#8221;&#8230;</p>
<p><strong>Hyblabla&#8230;<br />
</strong>Ja. Ist ja überhaupt kein Problem. Klar gibt es Hyblabla, aber ich glaube auch, dass einige sagen: Hyballa ist cool. Das ist mir auch egal, mich interessiert nicht was die Leute sagen. Ich kriege das am Rande mit, aber ich schlafe sicher nicht heulend ein, wenn mich einer scheiße findet. Der Punkt ist einfach, dass ich anders bin. Da wird auch über meine Lederstiefel gesprochen, über meine Kapuzen-Pullover, über meine Haare und meinen Bart. Und darüber werde ich auch von Journalisten gefragt. Dabei könnte man sich so gut über Fußball unterhalten.</p>
<blockquote class="vorstands-stories"><p>Der Punkt ist einfach, dass ich anders bin. Da wird auch über meine Lederstiefel gesprochen, über meine Kapuzen-Pullover, über meine Haare und meinen Bart. Und darüber werde ich auch von Journalisten gefragt. Dabei könnte man sich so gut über Fußball unterhalten.</p>
<p><span class="vorstands-stories-name">Peter Hyballa</span></p></blockquote>
<p><strong>Stimmt. Christian Streich</strong><em> (Cheftrainer SC Freiburg, Anm.)</em><strong> hat einmal gesagt, dass er gerne auf zwei, drei gute Fußballer im Kader verzichtet, wenn er dafür Eigenschaften wie soziale Intelligenz oder Teamgeist bekommt. Ist das eine Aussage, der Sie zustimmen würden?<br />
</strong>Ich finde das ist eine gute Aussage, weil wenn du einen Spieler hast der etwas schlechter ist im reinen Fußballspiel, aber die Mannschaft durch eine andere Qualität nach vorne bringt, muss man diesen Spieler nehmen. Milan Dudic ist so ein Spieler, er ist in der Kabine einfach unglaublich wichtig, das ist ein Vollprofi. Einen Fußballer, der am Ball nicht so gut ist, aber eine menschliche Komponente mitbringt, den kann ich am Ball besser machen. Viel schwieriger ist es wenn einer am Ball alles kann, aber die Mannschaft runterzieht, weil er ein Arsch ist. Die menschliche Komponente kann ich als Trainer schwer ändern, die fußballerische sehr wohl.</p>
<p><strong>Eine andere Personalfrage ist die Rechtsverteidiger-Position bei Sturm. Andreas Hölzl ist wieder fit, wird er rechts hinten in die Rückrunde starten?</strong><br />
Die rechte Verteidigung ist die Position auf der wir am meisten gewechselt haben. Entweder weil Hölzl verletzt war oder ich mit der Leistung von Martin Ehrenreich nicht zufrieden war. Das ist sicher eine Position wo wir uns für nächste Saison umsehen müssen. Wenn Hölzl fit ist, kann ich mir schon vorstellen, dass er im ersten Spiel gegen Mattersburg spielen wird. Er muss sich defensiv noch steigern, das trainieren wir auch viel mit ihm. Es ist einfach schade, dass er sehr verletzungsanfällig ist. Aber auch Leonhard Kaufmann macht seine Schritte nach vorne. Mal sehen was die nächsten 16 Spiele bringen.</p>
<p><strong>Ist Martin Ehrenreich ein Spieler wie Christian Streich sie skizziert? Einer, der fußballerisch Defizite hat, aber dafür für die Stimmung am Trainingsplatz wichtig ist?<br />
</strong>Ehrenreich ist ein Spieler der sich unheimlich mit diesem Klub, dieser Region und dieser Mannschaft identifiziert. Er ist ein richtiger Arbeiter. Wenn man das Zitat von Christian Streich hernimmt, wäre er so ein Typ, ja. Er hat aber auch andere Qualitäten, zum Beispiel ist er unheimlich laufstark. Er hat vielleicht im Ballbesitz hin und wieder seine Schwierigkeiten.</p>
<p><strong>Was erwartet uns im Frühjahr? Wird man dem kurzen Hy und dem schnellen Balla näher kommen?<br />
</strong>Lieber wäre mir schnelles Sturm und geiles Graz. Lassen wir dieses &#8220;kurzes Hy und schnelles Balla&#8221;. Gegenpressing, Restverteidigung, one-touch, two-touch, Ballbesitz, Tiki-Taka. Das sind die Inhalte die wir trainieren. Wir werden zusehen, dass wir diese Punkte in den verbleibenden 16 Spielen auf den Platz bringen, dann werden wir auch die Erwartungshaltung der Fans erfüllen.</p>
<p><strong>Ist es Ihnen eigentlich wichtig was Fans über Sie denken?</strong><br />
Nein! Mir ist wichtig, dass die Fans mit einem guten Gefühl aus dem Stadion rausgehen. Ich finde es geil, wenn ich die Fans sehe, die in Innsbruck stehen oder in Wolfsberg im Dauerregen ihre Freizeit opfern und die Mannschaft unterstützen. Aber mir ist egal, was die Fans über mich denken, weil sie mich nicht kennen. Da sind Menschen dabei, die beurteilen mich mithilfe von Berichten aus Medien. Na herzlichen Glückwunsch.</p>
<div id="attachment_97405" class="wp-caption alignleft" style="width: 410px"><a href="http://www.sturm12.at/wp-content/uploads/211.jpg"><img class="size-medium wp-image-97405" title="2" src="http://www.sturm12.at/wp-content/uploads/211-400x266.jpg" alt="" width="400" height="266" /></a><p class="wp-caption-text">© Sturm12.at</p></div>
<p><strong>Versuchen wir den Menschen, die glauben, Sie zu kennen, Sie greifbarer zu machen. Woran denkt Peter Hyballa, wenn er nicht an Fußball denkt?</strong><br />
Ich denke schon sehr viel an Fußball. Ich bin halt ein ganz normaler Mittdreißigermann wie jeder andere auch. Nur dass ich keine Familie hab, keine Kinder hab und kein Haus gebaut hab.</p>
<p><strong>Einen Baum gepflanzt?<br />
</strong>Nicht einmal das. Was diese Dinge betrifft habe ich bislang noch gar nichts geleistet. (lacht) Ich betrachte in meinem Leben den Fußball sehr seriös, sehr inhaltlich, sehr methodisch, darum arbeite ich auch viel und gerne. Letztendlich habe ich auch mein Hobby zum Beruf gemacht. Ich hab jetzt keine außergewöhnlichen Hobbys hinten dran und so.</p>
<p><strong>Wenn man Fußball so intensiv lebt wie Sie ihn leben, muss man irgendwann den Akku aufladen. Wie passiert das?</strong><br />
Dann schlaf ich einfach oder guck ein bisschen Fernsehen, les ein Buch oder was weiß ich. Aber eines ist natürlich klar: Ich habe in Graz nicht die sozialen Kontaktnetzwerke wie in meiner Heimat. Man beschäftigt sich dann automatisch noch mehr mit dem Beruf. Aber wenn dir dein Job Spaß macht, dann machst du das auch gerne.</p>
<p><strong>Gibt es in Graz Orte, wo Sie besonders gerne hingehen?</strong><br />
Nein, gibt es eigentlich nicht. Im Sommer, da war ich viel in der Gegend rund ums Aiola. Im Winter hab ich mich selbst dabei ertappt, dass ich eigentlich Messendorf – nach Hause – Messendorf gelebt habe. Da muss ich sicher noch eine Entwicklung nehmen, um manchmal auch wirklich abzuschalten. Das ist auch eine Kunst, abzuschalten, das Handy auszumachen.</p>
<p><strong>Ist das mit dem Abschalten nicht sehr schwer möglich, indem Ayhan Tumani und Sie im selben Hotel logieren? Da redet man nach der Arbeit automatisch weiter über Sturm, oder?</strong><br />
Ich behaupte mal, hätten wir jetzt zwei Wohnungen, wäre das nicht viel anders.</p>
<p><strong>Wieso leben Sie eigentlich im Hotel? Das hat für mich ein bisschen den Beigeschmack der Kurzfristigkeit. </strong><br />
Es geht für mich um das Wohlfühlen. Es geht nicht immer darum, was die Leute über dich denken. Im Hotel ist es praktisch, dass in der Früh ein Frühstücks-Buffet wartet und am Abend das Bett gemacht ist. Und es ist doch mein Leben. Soll ich jetzt in eine Wohnung gehen, damit die Leute in Graz denken, ich will langfristig hier was machen? Was interessieren mich die Leute? Ich hab hier einen Zweijahresvertrag, ich lebe diesen Klub, ich merke, dass diese Mannschaft auch eine Art Projekt ist, wo ich unheimlich viel dran feilen und machen und tun kann. Und dann geh ich nach Hause und ich fühl mich da zu Hause. Es geht um mich. Mich interessiert ja auch nicht, wo du wohnst.</p>
<p><strong>Radetzkystraße.</strong><br />
Es ist ja nicht so, dass wir uns noch nicht über Wohnungen unterhalten haben. Im Sommer haben wir das überlegt, aber irgendwie, vielleicht auch aus Bequemlichkeit, hab ich gesagt: Ne, ich bleib da erst mal wohnen. Und dann ist das einfach so geworden. Die Leute interpretieren immer gleich alles.  So, Hyballa wohnt im Hotel, also heißt das, er will weg. Dabei könnte man es auch umgekehrt sehen. Der Verein kann mich immer mal entlassen, das ist ja im Fußball an der Tagesordnung. Dann hab ich die Wohnung am Arsch. Bei Red Bull war das so, da hab ich nach dem Wechsel nach Graz zwei Monatsmieten bezahlt für nichts, weil ich eine eigene Wohnung hatte. Jetzt bei jeder Handlung zu überlegen, wie die interpretiert werden könnte, das strengt mich an. Aber Menschen reden nun einmal viel über Menschen. Ich rede über meine Spieler, das ist mein Gesprächsstoff. Aber andere Menschen? Mir ist das vollkommen egal. Wenn einer sich 37 Piercings ins Gesicht schnallen will, dann soll er das machen. Ich mach mir da nicht so einen Kopf drüber. Manchmal könnte man vielleicht mit Angepasstheit einen Schritt weiterkommen. Zum Beispiel mit Anzug und Krawatte am Spielfeldrand stehen und Seriösität ausstrahlen. Nur, ich hab die Haube auf, weil mir kalt um den Kopf ist. Aber selbst da interpretieren die Leute.</p>
<p style="text-align: right;"><em>Das Interview führten Clemens Ticar und Heimo Mürzl.</em></p>
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